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Vom Biomasse Heizwerk zum Biomasseheizkraftwerk

Per Knopfdruck wurde die Anlage symbolisch für die Dauer der Umbauarbeiten heruntergefahren (Bild: BWA)

Seit 1997 betreibt der Biomasse Wärmeverbund Aichach GmbH (BWA) erfolgreich das Biomasse Heizwerk Aichach. Derzeit wird eine Erweiterung um eine ORC-Anlage zur Stromerzeugung durchgeführt.

Die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und den Waldbauern hat sich aufs Beste bewährt. In die Biomasse Wärmeverbund Aichach GmbH, die zu je 26% im Besitz von Stadt Aichach und Landkreis Aichach-Friedberg und zu 48% in den Händen der WBV Energie und Handels mbH ist, hat jede Seite sowohl Kapital als auch ihr spezielles Know-how eingebracht. Insgesamt beziehen derzeit rund 250 Kunden vom EFH, das Kreiskrankenhaus bis hin zum Schulzentrum Wärme aus dem Nahwärmenetz. Insgesamt stellt die die BWA aus der Verbrennung von Waldhackschnitzeln und Hackschnitzeln aus der Landschaftspflege eine Wärmeleistung von 4,6 MW aus Biomasse zur Verfügung. Jetzt, nach zehn Jahren des Betriebs stellte sich die Frage, ob nicht neue technische Möglichkeiten sowie die attraktive Vergütungen nach dem EEG Gesetz eine Änderung des Konzepts sinnvoller machen. Der Aufsichtsrat der BWA- unter dem Vorsitz von ersten Bürgermeister der Stadt Aichach, Klaus Habermann- hat sich für die Weiterentwicklung in Richtung Stromproduktion mittels einer ORC (Organic Rankine Cycle“) Turbine entschieden. Der ORC Prozess basiert auf einem dem Wasserdampfprozess ähnlichen Verfahren, mit dem Unterschied, dass anstelle von Wasser ein organisches Arbeitsmedium (Silikon-Öl) verwendet wird, welches eine Turbine antreibt. Die überschüssige Wärmeenergie wird an den Endverbraucher abgegeben. Somit ist der ökologische Vorteil bei dieser Energieerzeugung enorm. Geschäftsführer der BWA- Richard Brandner- erklärt, dass bei der Nutzung von nur 1 t Biomasse (bei 30 % Wassergehalt) 380 l Heizöl eingespart werden. Durch das Biomasseheizwerk Aichach können so jährlich rund 2,2 Mio. l Heizöl ersetzt werden. Mit der Erweiterung des Biomasseheizkraftwerkes in Aichach werden gegenüber konventionellen Heizanlagen 75 % C0² eingespart. Der Kohlendioxidkreislauf ist bei der energetischen Verwertung von Holz nahezu geschlossen, da bei der Verbrennung von Pflanzen nur so viel Kohlendioxid frei wird, wie sie beim Wachstum aus der Umwelt aufgenommen haben. Der Energieträger Biomasse wird anders, als die fossilen Brennstoffe, vor Ort produziert und wächst ständig nach. Seit Bestehen des Biomasseheizwerkes Aichach wurden durch diese Energieform ca. 14 Millionen Liter Heizöl eingespart, 52.000 t Biomasse wurden energetisch verwertet und ca. 130.000 MWh Wärmeenergie wurden aus Biomasse erzeugt. Die Schlagworte „Energie der kurzen Wege“ und vom Landwirt zum Energiewirt wurden realisiert. Am 21.05.07 wurde der Spatenstich zum Umbau der Anlage durchgeführt. Der Bauzeitenplan ist eng, bereits im Oktober wird in Aichach Ökostrom produziert werden. Somit wurden die ökolgischen Zielsetzungen der Gesellschafter welche zur Gründung der BWA geführt hatten, bei weitem übertroffen. Der größte Gewinner ist die Umwelt. Saubere Energie für das Wittelsbacher Land.
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Max Bils aus Aichach | 22.06.2007 | 12:41  
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