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Pflegestärkungsgesetz 2 verbessert die Pflege zu Hause

(Foto: Dr. M. Schink, Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V.)
BRK berät pflegende Angehörige zu Neuerungen

Zum Jahreswechsel tritt das Pflegestärkungsgesetz 2 in Kraft. Das Rote Kreuz informiert über die wichtigsten Änderungen:
Aus den bisherigen drei Pflegestufen werden künftig fünf neue Pflegegrade. Zudem werden nun erstmals neben körperlichen und geistigen auch seelische Beeinträchtigungen bei der Begutachtung berücksichtigt. So ist eine genauere Einstufung möglich, die den persönlichen Pflegebedarf besser einbezieht.
Pflegebedürftige, bei denen bereits eine Pflegestufe festgestellt wurde, informiert die Pflegekasse automatisch, welchem neuen Pflegegrad sie zugeordnet werden und wie viel Geld in 2017 zur Verfügung steht. Sie werden automatisch von der bestehenden Pflegestufe in den Pflegegrad übergeleitet ohne selber tätig werden zu müssen. Für diese Überleitung besteht Bestandsschutz, das heißt niemand darf weniger erhalten als vorher.

Mehr Geld für die Pflege zu Hause

Vor allem für die ambulante Pflege gibt es große finanzielle Verbesserungen. Am meisten profitieren hierbei die Hilfebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Diese liegt vor, wenn jemand regelmäßig und dauerhaft beaufsichtigt und betreut werden muss, z.B. aufgrund einer Demenzerkrankung.

Übersicht der Pflegesachleistungen
Bisherige Pflegestufe Pflegegrad Betrag 2016 Betrag 2017
Pflegestufe 1 Pflegegrad 2 468 € 689 €
Pflegestufe 2 Pflegegrad 3 1.144 € 1.298 €
Pflegestufe 3 Pflegegrad 4 1.612 € 1.612 €
Pflegestufe 3 + (Härtefall) Pflegegrad 5 1.995 € 1.995 €
Pflegestufe 0 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz*) Pflegegrad 2 231 € 689 €
Pflegestufe 1 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz*) Pflegegrad 3 689 € 1.298 €
Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz*) Pflegegrad 4 1.298 € 1.612 €
Pflegestufe 3 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz*) Pflegegrad 5 1.612 € 1.995 €
Pflegestufe 3 + (Härtefall mit eingeschränkter Alltagskompetenz*) Pflegegrad 5 1.995 € 1.995 €

Joachim Bauch, Leiter der ambulanten Pflegedienste des BRK im Landkreis, kommentiert das neue Gesetz: „Bis auf die Härtefälle erhalten alle Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ab 2017 mehr Pflegesachleistungen. Deswegen rate ich allen, bei denen möglicherweise eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, die so jedoch noch nicht begutachtet wurde, eine Einstufung bei der Krankenkasse noch in diesem Jahr zu beantragen. Alle, bei denen eine Höherstufung bislang an den Minutenwerten gescheitert ist, sollten 2017 eine Einstufung mit dem neuen Begutachtungsinstrument anstreben.“

Weniger Anträge

Pflegehilfsmittel wie Gehhilfen oder Duschstühle müssen ab 1.1.2017 nicht mehr eigens beantragt werden, wenn sie vom medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) empfohlen werden.

Längere Auszeit für Angehörige

Auch pflegende Angehörige brauchen Erholung. Sie können nun bis zu sechs Wochen jährlich eine Auszeit von der Pflege nehmen, in dieser Zeit tritt die sogenannte Verhinderungspflege ein.

Noch Fragen? Kostenlose Beratung für pflegende Angehörige gibt es bei:
Joachim Bauch, Pflegedienstleiter, BRK Aichach-Friedberg:  (082 51) 88 56-53, j.bauch@kvaichach-friedberg.brk.de
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