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30 Jahre Stadtkapelle Aichach - Jubiläumskonzert auf dem Stadtplatz

Um die Steigerung des Spielniveaus deutlich herauszustellen interpretierte das Blasorchester das anspruchsvolle Konzertwerk der Oberstufe "Mountain Panorama" von Manfred Schneider ausdrucksstark.
 
Der designierte Vorsitzende Simon Weiss (links)dankte Hans Schlittenbauer für sein außerordentlich großes Engagement als Vorsitzender des Vereins der letzten 12 Jahre.
 
In bester Big Band Manier spielte die „Crazy Oak-Big-Band“ Klassiker aus der Blütezeit der Bigband-Ära wie zum Beispiel den Jazz-Standard „Don´t get around much anymore“ von Duke Ellington.
Aichach: Aichach, Stadtplatz | Kurz vor dem geplanten Beginn des Konzerts zog ein Gewitter mit Regenschauer über den Stadtplatz, so dass das Konzert erst mit einiger Verspätung beginnen konnte. Die Musiker hatten schnell die Bänke getrocknet und kurz darauf hatten sich über 270 Zuhörer eingefunden, bestens ausgerüstet mit Regenschirm und Regenjacken, die dann aber glücklicherweise nicht mehr gebraucht wurden.

Der Vorsitzende des Musikvereins Hans Schlittenbauer hieß die Ehrengäste und Besucher herzlich willkommen, und ehrte langjährige Mitglieder des Vereins. Sein besonderer Dank galt Theresa Wachinger, die sich um die neue Kleidung der Stadtkapelle gekümmert hatte und dem geheimen Sponsor, der mit einem musikalischen Werbespot geehrt wurde. Der Vorsitzende dankte auch den fleißigen Helfern, die bei der Organisation des Jubiläumskonzertes geholfen hatten.
Der designierte Vorsitzende Simon Weiss dankte Hans Schlittenbauer für sein außerordentlich großes Engagement als Vorsitzender des Vereins der letzten 12 Jahre.

Eröffnet wurde der Abend durch die Aichacher Stadtmusikanten, die mit einem Geburtstagsständchen für Bürgermeister Klaus Habermann den Jubilar sichtlich erfreuten.

Moderator und Zeitzeuge Sepp Huber berichtete gewohnt humorvoll und mit detaillierten Daten und Fakten über die Anfänge und den Werdegang des Vereins, der als Abteilung innerhalb des TSV Aichach mit dem Vorsitzendem Klaus Laske gegründet wurde. Der erste Dirigent Mike Prestele leitete die ersten Proben des Blasorchesters im Mai 1987. Damit sind Klaus Laske und Mike Prestele die Gründungsväter des Musikvereins. Zwei Jahre später wurde dem Orchester durch einen Stadtratsbeschluss der Name "Stadtkapelle Aichach" verliehen und im gleichen Jahr wurden auch die ersten Proben der „Crazy Oak Bigband“ organisiert. Das erste Konzert der Stadtkapelle unter Leitung von Mike Prestele war 1990. Eduard Augsburger übernahm die musikalische Leitung ab 1992 und feiert heuer sein 25 jähriges Dirigentenjubiläum. In der administrativen Leitung folgte ab 1991 Armin Schindler und ab 1994 Josef Huber. 2001 trennte sich die Abteilung „Stadtkapelle“ einvernehmlich von dem TSV und der gemeinnützige Verein „Musikverein Aichach“ wurde aus der Taufe gehoben, bestehend aus der „Stadtkapelle“ und der „Crazy Oak Bigband“ mit dem Vorstand Josef Huber. Beide Gruppen standen unter der musikalischen Leitung von Eduard Augsburger. 2005 wurde Hans Schlittenbauer Vorstand des Musikvereins, dem mittlerweile 80 aktive Musiker angehören. Das jüngste Ensemble, das eine große Bandbreite von traditioneller Volksmusik spielt und die meisten Auftritte verbucht, ist die 2007 gegründete Volksmusikgruppe, die „Aichacher Stadtmusikanten“. Dirigent ist ebenfalls Eduard Augsburger. Zusammen mit seiner Frau Swetlana erhielt Eduard Augsburger, der auch der Leiter der Musikschule Aichach ist, den Kulturförderpreis der Stadt Aichach des Jahres 2009 für sein großes musikalisches Engagement.
Sepp Huber berichtete über verschiedene musikalische Ereignisse. Die Sommer-Serenaden der Stadtkapelle zu der oft Gastkapellen aus der Region wie zum Beispiel Dasing, Kühbach, Pipinried, Schmiechen und Schrobenhausen oder die Blaskapelle der pfälzischen Partnerstadt Schifferstadt eingeladen wurden. Des Weiteren die Tanzabende der Crazy Oak Bigband und einige der besonderen Auftritte, wie die fünf Konzerte mit den Schülern der renommierten „St. Georges School“ aus Vancouver, Kanada. (Fünf schulpflichtige Mitglieder des Vereins konnten ein kostenloses Auslandssemester an dieser Schule in Kanada verbringen.)
Im Jahr 2013 fanden gleich zwei herausragende Events mit der „Crazy Oak Bigband“ statt: Der Liveauftritt in der Abendschau im „Bayerischen Fernsehen“ und das Konzert mit der Swinglegende Hugo Strasser in der TSV-Turnhalle, die vom Bayerischen Fernsehen aufgenommen wurde.
Die verschiedenen Ensembles des Musikvereins agieren auch als Kulturbotschafter. So folgten die Aichacher Stadtmusikanten im Juni diesen Jahres einer Einladung in die ungarische Partnerstadt Gödöllö, um beim 150. Krönungsjubiläum des österreichischen Kaiserpaares Sisi und Franz Josef mitzufeiern und bayerische Volksweisen zu Gehör zu bringen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Musikvereins ist die Jugendarbeit. Einmal im Jahr wird das Probenwochenende für die Mitglieder der Stadtkapelle und die Schüler des Jugendblasorchesters der Musikschule organisiert, um nicht nur die musikalischen Kompetenzen zu optimieren. Denn Musik fördert alle Kompetenzen. Auch das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt.
Sepp Huber führte weiter aus, dass sich der Verein über die Mitgliedsbeiträge, Gagen und Spenden finanziert und dankte der Stadt Aichach für die Unterstützung und Anerkennung, sowie die vielfachen Engagements bei öffentlichen Veranstaltungen.

Das weit gefächerte Repertoire des Abends, reichte vom der traditionellen Volksmusik über die schwungvolle Bigband-Musik bis zu konzertanter Blas- und Unterhaltungsmusik.

Zünfig präsentierten sich die Aichacher Stadtmusikanten unter anderem mit dem Marsch „Es geht Los“ von Kurt Pascher und dem Trinklied „Auf der Vogelwiese“ von Josef Poncar mit dem neu entdeckten Gesangsduo Wolfgang Glas und Lorenz Knaus, die mit Ihrem humorvollen Solo die Zuhörer zum Schmunzeln brachten. Das letzte Stück, ein Tradimix, der „Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded“ von Christof Zellhofer, war eine progressive Pop-Interpretation, erfrischend, rasant und ein bischen schräg, eine gute musikalische Überleitung zur Bigband.

In bester Big Band Manier spielte die „Crazy Oak-Big-Band“ Klassiker aus der Blütezeit der Bigband-Ära wie zum Beispiel den Jazz-Standard „Don´t get around much anymore“ von Duke Ellington. Ausdrucksvoll und gefühlvoll interpretierte Bandsängerin Martina Bolváry unter anderem „Feeling Good“ von Leslie Bricusse und Anthony Newley und den kraftvollen Hit „Skyfall“ von Paul Epworth und Adele Atkins, der kühnen Soul mit dem Stil der alten James Bond Hits verbindet. Als weiteren Höhepunkt des Abends stellte der Moderator das neue Traumpaar der Bigband vor. Martina Bolváry und Saxophonist Vincenzo Scalisi sagen zusammen das Liebeslied "Quando, Quando" von Charles Boone, Testa und Tony Renis harmonisch und mit viel Leidenschaft. Mit gefühlvoll-swingendem Sound präsentierte Gerd Peters auf seinem Saxophon formvollendet die anmutige Ballade „My one true friend“, arrangiert von Mike Lewis. Darüber hinaus wurden beschwingt „Oye como va“ von Tito Puente und „You know what“ von Ambros Seelos von den Bandmitgliedern der „verrückten Eichen“ gespielt. Die Solisten des Ensembles waren Eduard Augsburger und Francesco Calabró (Trompete), Martina Brettmeister (Saxophon), Arnold Fritscher (Posaune) und Peter Weber (Gitarre).

Die Stadtkapelle machte den Auftakt mit dem einfachen Kiwi-Cha-Cha von Joe Grain, einem Stück das im ersten Konzert vor 28 Jahren gespielt wurde. Um die Steigerung des Spielniveaus deutlich herauszustellen interpretierte das Blasorchester dann das anspruchsvolle Konzertwerk der Oberstufe "Mountain Panorama" von Manfred Schneider ausdrucksstark. Klangbilder der Wasserwelt, des Sonnenuntergans und der Zugfahrt durch die Bergwelt, abwechselnd rasant und temperamentvoll, dramatisch sowie lieblich-harmonisch, wurden intoniert. Das Repertoire war ebenso facettenreich wie das Zusammenspiel der Klangfarben.
Zu Gehör gebracht wurden die traditionelle Volksweise „Dreher vom Baronner Heini, arrangiert von Ludwig Mittelhammer, die legendäre Titelmusik des Films und Chart-Hits „Ghostbusters“, ein dramatisches und ergreifendes Medley aus dem Musical „Phatom der Oper“ von Sir Andrew Lloyd Webber, den Chart-Hit „Uptown Funk“ mit groovigem, mitreißendem Sound arrangiert von Jay Bocook und dem energiegeladen Schlager „Gardenparty“ mit den Solisten Tizian Pollanka (Saxophon), Alexander Gilliar (Schlagzeug) sowie einer Rhythmusgruppe. Mit dem vielschichtigen und abwechslungsreichen Konzertwerk „Variazioni in Blue“ bekamen die Zuhörer eine ornamentale Variation im klassischen Stil, eine Blues-Variation und eine temporeiche osteuropäische Interpretation melodischer Blues-Elemente zu hören.
Zum Schluss spielte das gesamte Saxophonregister solistisch mit Esprit und sattem Klang „Jazzin´ it up“, eine Komposition von Harry Richards. Die Stadtkapelle verabschiedete sich mit einer Zugabe, dem Deutschmeister-Regimentsmarsch.

Alle drei Gruppen des Musikvereins Aichach präsentierten sich vielseitig, frisch, leidenschaftlich und eindrucksvoll mit viel Spiellaune unter der Leitung von Eduard Augsburger, der wie immer vollen Einsatz zeigte. Die beiden Moderatorinnen Ramona Hellmann und Kerstin Weiss hatten charmant durch das Programm geführt. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langem Applaus für den facettereichen Abend.
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