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Tradition und moderne Geschäftsideen beim 18. Wittelsbacher Land Herbstmarkt

 

Mehrere tausend Besucher beim Wittelsbacher Herbstmarkt / 55 Aussteller in Friedberg

Salzwasser-Garnelen aus dem Herzen Bayerns? Moderne Tracht, geschneidert aus hundertjährigem Stoff? Der 18. Herbstmarkt des Wittelsbacher Landes am letzten Septemberwochenende hielt einige Überraschungen bereit. Über 50 Aussteller aus dem Landkreis Aichach-Friedberg präsentierten sich vor dem Friedberger Möbelhaus Segmüller, darunter auch einige, die mit außergewöhnlichen Geschäftskonzepten aufwarteten. Ein Zeichen dafür, dass mit Fantasie und unternehmerischem Mut neue Nischen besetzt und den Verbrauchern interessante Innovationen angeboten werden können.

Thomas Wachinger und Xaver Mayr zum Beispiel. Die beiden züchten seit 2016 Garnelen weitab jedes Meeres: In Eurasburg ist ihre Aufzuchtstation, in der die Shrimps in gesalzenem, 28 Grad warmem Wasser groß werden. In fünfeinhalb Monaten erreichen die Zehnfußkrebse ihr Endgewicht von knapp 30 Gramm und gehen innerhalb von 24 Stunden an die Endverbraucher. Das Besondere: Die Garnelen werden, anders als übliche Massenware, ohne Medikamente, Desinfektionsmittel und Antibiotika groß.
Mit Frische und Qualität punkteten weitere regionale Produzenten auf dem Herbstmarkt. Die Hofmolkerei Triebenbacher macht im Inchenhofener Ortsteil Sainbach Käse aus der Rohmilch ihrer eigenen Kühe. Sie ist mit einer mobilen Käserei ausgestattet, produziert nur wenige, dafür hochwertige Sorten. Ebenfalls mit Milch von den glücklichen Kühen arbeitet die Familie Lidl aus Baierberg bei Mering: Ihr Bauernhof-Eis wird mit frischen Früchten aufgewertet, die aus dem eigenen Garten oder denen in der Nachbarschaft stammen. Neu auf dem Herbstmarkt war der Waglerhof aus Ainertshofen. Der Direktvermarkter (unter anderem Spargel und Wurstwaren) stellte seinen Bauernburger vor, eine handfeste Brotzeit aus ausschließlich regionalen Zutaten: Schweine- und Rindfleisch in einer röschen Bäckersemmel mit Salat, Gemüse und Joghurtsoße aus heimischen Ressourcen. Wer Süßes mochte, war bei Reginas mobiler Backstube (Gebersdorf) an der richtigen Adresse oder bei Doris Kristl-Wenzel aus Friedberg. Die „Beeren-Hexe“ macht Marmeladen, Gelees und Chutneys aus frischen Früchten – nicht nur aus ihren eigenen, sondern auch aus den angelieferten von Privatpersonen, denen sie „nach dem Mund“ kocht.
Der Bummel über den Herbstmarkt des Wittelsbacher Landes bot auch die Gelegenheit, Handwerkern und Künstlern über die Schulter zu schauen. 24 Kunstschaffende waren vertreten, vom Weidenflechter und Drechsler über die Schmuckdesignerin bis hin zur Seifensiederin und Ikonenmalerin. Die Friedberger Schneidermeisterin Margit Hummel zeigte mit ihren Mitarbeiterinnen, wie Trachten nach heimischer Tradition geschneidert werden. Das besondere: Hummel verwendet dazu auch sehr alte Stoffe, die sie aus einem Nachlass zur Verfügung gestellt bekam. Diese teils Generationen alten, aber originalen Materialien, haben besondere Qualitäten und Optiken, die nun in die Jetztzeit herübergerettet werden können.
Neben traditionellen Techniken konnten die vielen tausend Besucher des Herbstmarktes aber auch Innovatives erkunden. Die neuesten E-Bike-Technologien etwas oder ergonomisch geformte Sitz- und Relax-Möbel, die Segmüller in seinen Werkstätten in Friedberg entwickelt. Und auch die Kinder kamen nicht zu kurz: Die Erlebnisbäuerin Lucia Bradl vom Hibsch-Hof in Schönbach und Sieglinde Sedlmeir vom Erlebnisbauernhof Grundlerhof in Schmiechen luden ein zum Basteln, Maisbaden oder Traktorenwettrennen ein.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 04.11.2017
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