Keine Elektroofenschlacke zum Einbau in die A8

Am 3. August ist der Spatenstich für den 6-spurigen Ausbau der A8 in Burgau. Nach Jahren der Planung, die die damalige Rot-Grüne Regierung beauftragt hat, ist es endlich so weit, dass die Straße entsprechend ihrer Bedeutung ausgebaut wird und die Bürger, die an und mit der A8 leben, einen zeitgemäßen Lärm- und Schallschutz erhalten. Auch dürfen die Autofahrer hoffen, dass Staus und Behinderungen deutlich weniger werden und damit auch die Ausweichstrecken weniger genutzt werden müssen.
Die Fraktion von SPD / Aktives Bürgerforum im Marktgemeinderat Zusmarshausen steht diesem Projekt absolut positiv gegenüber und sieht hier neue Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Was aber bereits beim Ausbau der A8 Augsburg- München drohte, könnte nun beim aktuellen Straßenabschnitt Realität werden, so der Fraktionssprecher Richard Hegele. Indiz dafür ist, dass die Betreibergesellschaft „A-Modell A8 Ulm-Augsburg GmbH & Co. KG“, ein Zusammenschluss von Hochtief PPP Solutions GmbH und des österreichischen Konzern Strabag SE, bisher jede Antwort auf diese Frage schuldig geblieben sind. Mehrere Briefe an die Gesellschaft blieben bisher ohne Antwort. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass möglicherweise dieses hochgiftige Material beim Einbau in Fahrbahn oder Böschungen vorgesehen ist, so der Fraktionsvorsitzende.
Verstärkt wird diese Befürchtung durch die Aussage der Autobahndirektion Südbayern, die mitteilt, dass sie keine Möglichkeit sieht dem Betreiber den Einbau der EOS zu untersagen. Die Direktion verweist hier sogar auf das Staatsministerium für „Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz“, das scheinbar auch im Fall EOS dem Abfallgrundsatz „Vermeidung vor Verwertung vor Deponierung“ den Vorzug gibt. (Dass für sich ist schon ein Skandal)
Dass auf der anderen Seite die Lech-Stahlwerke ein großes Interesse daran haben, aus Abfall noch Gewinn zu machen, lässt sich leicht nachvollziehen. Bereits im Oktober 2010 sagte Alexander Herzog zur AZ: „ Es bleibt das vorrangige Ziel der Lech-Stahlwerke, die Schlacke als Baustoff für den Straßenbau zu verkaufen“. Auch beim Pressetermin im Mai 2011 lobte Geschäftsführer Georg Geißler in der AZ seine schwermetallhaltige Schlacke über den „grünen“ Klee. Kritische Nachfragen der Presse … Fehlanzeige!.
Kein Wunder, winkt doch mit dem Autobahnausbau eines der größten Geschäfte dieser Art für die Aicher-Gruppe. Die Querelen um die Entsorgung von EOS in der geplanten Deponie von Holzheim oder die Grenzwertüberschreitungen bei Schwermetallen am Hemerter Schlackenberg in Münster (Kreis Donau-Ries) sowie die Sanierung der B2 in Meitingen wegen mangelhaftem Einbau von EOS und jetziger Sanierung, würden dann sicherlich in den Hintergrund treten.

Nachdem es keine absolute Sicherheit für Mensch und Natur beim Einbau von schwermetallhaltiger Schlacke gibt, sind der SPD-Ortsverein sowie die Fraktion von SPD und Aktives Bürgerforum im Marktgemeinderat Zusmarshausen strikt gegen den Einbau, in welcher Form auch immer.
Auch eine Diskussion um die Kosten kann nicht greifen, da eine mögliche „Ersparnis“ - sowohl in Meitingen (B2) als auch bei der A8 Augsburg-München ging es letztlich um Summen im niedrigen sechsstelligen Bereich - für das 300 Millionen-Projekt von Augsburg nach Ulm sicherlich ein vertretbarer Betrag darstellt, der dass dann geschaffenen Risiko bei weitem nicht ausgleichen kann .
Da die Schlacke auch über Jahre und Jahrzehnte nichts an ihrer giftigen Wirkung verliert, werden Auswaschungen auch nach 20 und 30 Jahren zum gleichen verheerenden Ergebnis führen können.
Mögliche Auswaschungen könnten neben dem Grundwasser auch die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen auf Jahrzehnte verseuchen und damit unbrauchbar machen. Für manchen Landwirt wäre dies sicherlich existenzbedrohend. Auch wären bei einem Leck möglicherweise für Gemeinden in Fließrichtung des Grundwassers der A8 die Trinkwasserversorgung und damit die Gesundheit der Bürger auf Dauer gefährdet. Und wer überwacht und prüft, ob nichts passiert? Wenn dies niemand regelmäßig und auf dem gesamten Streckenabschnitt macht, dann könnten Landwirtschaft und Bürger über Jahre diesen Schadstoffen unerkannt ausgesetzt sein. Eine schleichende Verseuchung wäre die Folge.

Die Landwirte im Bereich Dasing haben bereits mit Erfolg auf diese Problematiken hingewiesen. Der dortige Betreiber konnte oder wollte die Verantwortung für dieses Risiko nicht übernehmen.

Wir hoffen, dass sich unserem Protest alle Betroffenen Gemeinden, Landwirte und insbesondere die Politiker anschließen, die Anfang August in Burgau mit schönen Worten einen Spatenstich feiern werden. Vielleicht können bei dieser Gelegenheit die Politiker der künftigen Betreiberfirma „A-Modell A8 Ulm-Augsburg GmbH & Co. KG“ ein klares NEIN zu EOS abringen.

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