Die "automobile Identität" von Generationen: Rheinbach Classics

Als wenn Schimanski nur mal eben kurz weg ist ...(Foto: Sebastian Petermann)

Mit den Schlagwörtern "Musik, Motoren, Petticoats" wird eine sehenswerte Veranstaltung beworben, die jährlich die Rheinbacher Innenstadt zu einer Art Pilgerstätte von Automobiliebhabern werden lässt.
Ein spontaner Besuch an einem Sonntag Nachmittag brachte eine wichtige Erkenntnis: Früher war zwar nicht alles besser, aber Autos waren eindeutig markanter als heutzutage!

Nach kurzer Anreise von Euskirchen nach Rheinbach per Bahn ging es zu Fuß in Richtung Veranstaltungsgelände. Dieses erstreckt sich in der Rheinbacher Innenstadt mit einen eintrittspflichtigen Kernbereich zwischen Wilhelmplatz, Martinstraße und Weiherstraße. Und schon vor dem Kauf des Tickets (zu moderaten Preisen) wird man mit den ersten Schmuckstücken aus vergangenen Tagen konfrontiert: ein gelber Ford Capri 2 hält am Straßenrand und sein Besitzer holt schnell ein Eis an einer nahegelegenen Eisdiele. Unweigerlich denkt man, irgendwie sind die Achtziger Jahre wieder da!
Auf dem Wilhelmsplatz angekommen empfängt einen eine tolle Kulisse aus alten Autos, Rockabilly-Musik von der Bühne und die gut besuchte Außengastronomie der ortsansässigen Gaststätten und Eisdielen. Der erste Gang führt fast unweigerlich zu den Feuerwehr-Veteranen, die mit en chromglänzenden Einsatzfahrzeugen vergangener Tage aufwarten. "Magirus Deutz" und "Mercedes Benz" sind die in Chrom geprägten Marken deutschen Werkschaffens, die die Rundhauber aus den 1950er-Jahren zieren.
Vorbei an einer Reihe von Fahrzeugen unterschiedlichster Baujahre zieht mich vor allem ein Ford Capri in seinen Bann, der, mit der Hinterachse auf dem Gehweg, sein markantes Gesicht zeigt. Garniert wird die einzigartige bunte Mischung aus alten Fahrzeugen durch die mindestens ebenso bunte Mischung an Besuchern, die teilweise stilecht in der Bekleidung der Epoche Ihrer Wahl flanieren.
Vorbei an einer weiteren Bühne mit Livemusik treffen ich auf einen grünen Audi 80 aus den 1980er Jahren, der sich, auf Hochglanz poliert, mit seinen stolzen Besitzern in der Sonne zeigt. An einem epochengrechten Kunststoff-Klapptisch spielen die Kinder des Besitzers zum Zeitvertreib Karten - ein Szene die ihresgleichen sucht!
Die Reihe der Klassiker ließe sich unendlich fortsetzen: die Fraktion der Karmann Ghia Freunde, die Ecke mit den Käfer-Liebhabern und der ein oder andere wuchtige Opel aus den Siebzigern lassen in den Betrachtern Erinnerungen wachwerden.

Das Veranstaltungsprogramm an diesem Sonntag war, bezogen auf den spontanen Besuch, sehr vielfältig und musikalisch fand auf mehreren Bühnen immer etwas, was einem zusagt. Die Rundfahrt der alten Fahrzeuge und die Prämierung am späten Nachmittag fesselten abermals viele Zuschauer. Die lokale Gastronomie und der ein oder andere Verkaufsstand rundeten das Angebot auf gelungene Art und Weise ab.

Insgesamt ist der Eindruck eines Oldtimer-Laien von dieser Veranstaltung sehr gut und in dieser Form für fast alle Altersgruppen und auch Familien einen Besuch wert.
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