Das für heute angekündigte Tröglitzer Maibaumsetzen wurde gestern über facebook abgesagt.

Terminankündigung aus der MZ vom gestrigen Tage. Teil 1, Fortsetzung auf dem zweiten Foto.
 
Teil 2 der Ankündigung.
Zeitz: Zeitz |

Gestern war in der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) zu entnehmen, dass in Tröglitz heute, 1. Mai 2015, auf dem Friedensplatz ein Maibaum aufgestellt würde. Diese Veranstaltung hätte ich gern als Myheimatreporterin begleitet. Wie aber über Facebook gerade zu erfahren war, wurde die Veranstaltung abgesagt. Somit dürfte auch die für 10 - 12 Uhr genehmigte antifaschistische Demonstration wie geplant in um 14.00 Uhr stattfinden.

Interessant ist in diesem Falle, dass der in der MZ angekündigte Termin des Tröglitzer Maibaumsetzen nicht als Vorankündigung im "Blickpunkt" erschien. Die Maifeiern anderer Dörfer in der Elsteraue wurden aber in diesem Informations- und Heimatblatt der Gemeinde Elsteraue angekündigt.

Bei facebook besteht eine Gruppe "Miteinander - Füreinander in Tröglitz. Darin wurden die Medien gebeten, auf Anfragen zu verzichten.

Ich zitiere den Text:
"Allgemeine Erklärung zu Anfragen von Medienvertretern jedweder Art.
Sehr geehrte Damen und Herren.
Die Initiative Miteinander - Füreinander befindet sich in einer Phase des Zusammenfindens und der Bündelung von Ideen . In unseren ersten Beratungen sind wir übereingekommen, keine Medienanfragen zu bedienen. Wir wollen uns durch Taten auszeichnen und sind der Überzeugung, nur mit Umsicht und Gesprächen mit den Menschen vor Ort einen positiven Weg beschreiten zu können.
Wie es sich für eine gute Gemeinschaft gehört, klärt man Unterschiede nicht öffentlich.
Sicher verstehen Sie als gut gebildete Menschen, dass Medienpräsenz und die sich daraus bedingende Veröffentlichung, für die Klärung von Diskursen nicht förderlich ist.
Unsere AGENDA können Sie hier nachlesen und werden sicher von Aktionen berichten, die wir hier öffentlich machen.
Diese Erklärung gilt bis auf Widerruf. Einzelpersonen, die sich uns zughörig fühlen, sprechen nicht im Namen der Gruppe!
Im Namen des Sprecherrates
Hier bereits Danke für das Verständnis an :
mdr – Sendung exakt,
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und
dem ZDF für seine Anfrage.
Seien Sie gewiss, wir werden alle gleich behandeln!"

Bemerkenswert erscheint mir der Satz: "Sicher verstehen Sie als gut gebildete Menschen, dass Medienpräsenz und die sich daraus bedingte Veröffentlichung, für die Klärung von Diskursen nicht förderlich ist."

Da ich zu den gut gebildeten Menschen gehören möchte, werde ich mich als Myheimatreporterin nicht direkt an diese Gruppe wenden und um Informationen bitten.

Aber mich würde es schon interessieren, wie man als Gruppe "Miteinander - Füreinander in Tröglitz" auf die Absage des Maibaumsetzens reagieren wird. So bleibt mir eigentlich nur der Blick auf die Facebookseiten. Und dort ist ein offener Brief der Gruppe an den Veranstalter der antifaschistischen Gruppe zu lesen, ich kopiere den Text ein: OFFENER BRIEF - Apell an den Verstand !“ (siehe: https://www.facebook.com/events/821479984596800 ) Besonders lesenswert finde ich diesen Hinweis: "Tun Sie unserer Demokratie den Gefallen und kommen Sie nicht nach Tröglitz."


Ich glaube, der Verzicht auf das Demonstrationsrecht dürfte der Demokratie wohl eher schaden. Doch das kann man ja sehen wie man möchte. Aber würde diese Demo verboten während der Burgenlandkreis bis zum Ende hin die rechten Spaziergänge duldete, wäre ein Verbot in meinen Augen eher undemokratisch.

Vielleicht hätte man den offenen Brief und den „Appell an den Verstand“ etwas anders formulieren und eine Bitte äußern können? Der Text hätte unter Umständen auch diese Formulierung vertragen: "Bitte tun sie den Töglitzern den Gefallen und verzichten Sie auf das Grundrecht, Ihre Meinung laut zu äußern und zu demonstrieren."

Ja, vielleicht wäre man dann auch bereit gewesen, großzügig auf ein im Grundgesetz verankertes Recht zu verzichten?

Allerdings verstehe ich den Wunsch der Menschen, dass wieder Frieden in den das Dorf Tröglitz einkehrt.

Aber auch ein Ort wie Tröglitz muss es aushalten, dass zur Demokratie nicht nur rechte sondern auch linke Demonstrationen genehmigt werden. Wichtig ist wohl nur, dass jede öffentliche Versammlung ruhig und ohne Gewalttaten verläuft.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.05.2015 | 21:35  
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