Sonderausstellung: "Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation"

Nächster Termin: 05.06.2017 10:00 Uhr

Wo? Schloss Moritzburg, 06712 Zeitz DE
  Zeitz: Schloss Moritzburg |

Zeitz und die Reformation


In der Dom- und Residenzstadt Zeitz, die 2017 ihr 1050. Jubiläum feiert, schlummert ein bisher wenig beachteter Schatz der Reformationsgeschichte. Mit einem original erhaltenen Thesendruck finden sich nicht nur Spuren Martin Luthers. Auch der Nachlass des für die Einheit der Kirche engagierten Vermittlungstheologen Julius Pflug (1499-1564) ist eng mit der Reformationszeit verknüpft.

Europaweite Aufmerksamkeit gewann das Bistum Naumburg-Zeitz durch den 1541/42 entbrannten Streit um das Bischofsamt. Das Domkapitel bestimmte den Domherren und Zeitzer Stiftsprobst Julius Pflug zum Bischof. Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, der aufgrund seiner lutherischen Gesinnung von den Verhandlungen ausgeschlossen worden war, setzte kurzerhand seinen eigenen Kandidaten ein. Von Luther persönlich im Naumburger Dom geweiht und im Zeitzer Franziskanerkloster eingeführt, wurde Nikolaus von Amsdorf (1483-1565) der erste evangelische Bischof der Welt. Dieser Rechtsbruch stand am Beginn des Schmalkaldischen Krieges, in dessen Verlauf Kaiser Karl V. gegen die evangelischen Reichsfürsten militärisch vorgegangen ist. Nach dessen Sieg 1547 konnte Julius Pflug sein Bischofsamt antreten und in das Zeitzer Schloss einziehen.


Bischof Julius Pflug – Vermittlungstheologe – Vordenker der Ökumene


Julius Pflug war Ratgeber und Diplomat am Dresdner Hof und wurde von Kaiser Karl V. und der päpstlichen Kurie dazu berufen, die Verhandlungen mit der evangelischen Seite zu führen. Dies brachte ihm eine wichtige Rolle in den entscheidenden Entwicklungen der Reformationszeit ein. Durch sein weites, ganz Europa überspannendes Beziehungsnetz stand er im Austausch mit den großen Persönlichkeiten seiner Epoche, u.a. mit Philipp Melanchthon und Erasmus von Rotterdam. Dank seines auf Ausgleich und Vermittlung gerichteten Wirkens gilt er als Vordenker und Wegbereiter des ökumenischen Gedankens, der heute aktueller ist denn je.

Die Vereinigten Domstifter und die Stadt Zeitz präsentieren daher im Rahmen des Lutherjahrs 2017 eine große kulturhistorische Ausstellung zu Ehren Julius Pflugs. Mit ihm wird eine nicht nur für Zeitz und die Reformationsgeschichte herausragende katholische Persönlichkeit in den Blick genommen, sondern erstmals ein Vermittlungstheologe im Zeitalter der Reformation eigens gewürdigt.
Der umfassend gebildete Adlige schuf im Laufe seiner Karriere eine der größten, nahezu vollständig erhaltenen Privatbibliotheken des Reformationszeitalters. Auf einzigartige Weise spiegelt sie die im mitteldeutschen Raum stattfindenden epochalen kirchenpolitischen Umbrüche und Kontroversen wider.

Von Pfingstmontag bis Allerheiligen (5. Juni bis 1. November 2017) werden an den authentischen Stätten im Museum Schloss Moritzburg Zeitz, im Dom St. Peter und Paul, in der Stiftsbibliothek im Torhaus sowie in der Michaeliskirche herausragende Objekte aus zahlreichen europäischen Sammlungen zu sehen sein.

Ziel der Ausstellung ist es, die besondere Rolle Pflugs als Vermittler in der bewegten Zeit der Reformation zu verdeutlichen und zugleich seine große Bedeutung für den ökumenischen Dialog der Gegenwart herzustellen.

Weitere Informationen zu Preisen, Gruppenangeboten, Newsletter und Veranstaltungen erhalten Sie auf der Homepage zur Ausstellung:

http://www.reformation-zeitz2017.de/
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