Der Abiturskandal von Schweinfurt

Viele haben es schon hinter sich: das Abitur. Diese erste richtig große und wichtige Prüfung im Leben der meisten jungen Leute bedeutet so viel mehr als man als Außenstehender meinen dürfte. Zum einen wäre da natürlich der ganz eindeutige Zweck, nämlich das Erlangen der Hochschulreife. Wer gerne an einer Universität studieren möchte, der braucht dafür in Deutschland das Abitur. Das erfolgreiche Ablegen dieser Abschlussprüfung kann bestimmen, ob man für einen gewissen Studiengang angenommen wird oder eben nicht. Und der weniger eindeutige, aber doch nicht außer Acht zu lassende Zweck des Abiturs ist das Ansehen und der Ruf. In vielen Familien gehört es zum guten Ton, das Abitur zu bestehen. Auf vielen Kindern lastet hier ein sehr viel größerer Druck als man denken mag.

Dass einige Schüler pro Jahrgang das Abitur letztendlich nicht bestehen, ist ganz normal. Ob der Leistungsdruck zu hoch war, sie unter Prüfungsangst litten oder schlicht und einfach nicht gut vorbereitet waren: Gründe gibt es genug. In Schweinfurt ist in diesem Jahr an einer Privatschule aber nun ein ganzer Jahrgang durchgefallen. Da stellt sich nicht mehr die Frage, ob etwas schief gegangen ist, sondern was die Ursache für diese katastrophale Entwicklung gewesen sein mag. Insgesamt 27 Schüler sind von dem Abiturskandal von Schweinfurt betroffen. Das bayrische Kultusministerium hat nun angekündigt, die Qualität der Einrichtung genauestens zu prüfen, nachdem mehrere Eltern dem Betreiber der Schule mit Schadensersatzklagen gedroht hatten.

Fällt die Analyse negativ aus, so könnte der privaten Fachoberschule die Genehmigung aberkannt werden. Schüler und Eltern haben sich schon vor dem Abiturdesaster über schlechte Lehrer und veraltete Lehrbücher beschwert. Geändert habe sich an der Situation aber scheinbar nichts. Das bayrische Kultusministerium wird sich nun um ein Treffen zwischen den Eltern der durchgefallenen Schüler und dem Inhaber und Leiter der Privatschule bemühen. Die Schüler sollen in diesem Zuge „kulante“ Optionen angeboten bekommen, wie sie auf anderen Schulen das Fachabitur nachholen können. Manche unter ihnen werden sich wahrscheinlich schon jetzt um einen Rechtsanwalt in Schweinfurt bemühen.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 23.10.2013 | 17:18  
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Johanna M. aus Stemwede | 26.10.2013 | 00:09  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.10.2013 | 00:17  
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