Graue Nebel wallen ...

 

Xanten-Marienbaum - 26.11.2011

Graue Nebel wallen ...

Was ist eigentlich Nebel ? Seine Bezeichnung stammt vom lateinischen "nebula", was nichts anderes als Wolke bedeutet.

Wenn feuchte bodennahe Luft abkühlt, kommt es zu Kondensation. Das bedeutet, daß die in der Luft vorhandenen Wassermoleküle durch Zusammenschluß immer größere Tröpfchen bilden, bis diese als Nebel sichtbar sind und den sogenannten Nebelniederschlag bilden. Besonders im Herbst sind die besten Voraussetzungen hierfür gegeben - hier ist er in der Natur äußerst willkommen, da er sie gleichmäßig feucht hält und so die Verrottung von Blättern und Pflanzenresten fördert. Dicht über dem Boden sowie in Senken und Tälern, aber auch an Waldrändern, tritt er zuerst auf.

Ist die Sichtweite geringer als 1 km, spricht man von Nebel, tritt er örtlich in kleinerem Umfang auf, von Nebelbänken. Beträgt diese über 1 km bis 4 km, handelt es sich um Dunst.

Nebel kann Harmloses in Unheimliches verwandeln, ein Umstand, welcher in früheren Zeiten zu Gruselgeschichten animierte. Man denke dabei an Nebelgeister wie im Gedicht vom Erlkönig, sich im Nebel auflösende Geistererscheinungen, geheimnisvolle Orte oder Inseln in Fantasyfilmen oder -geschichten wie Avalon oder Brigadoon, welche im Zaubernebel verschwinden. Friedhöfe, auf denen Einzelheiten nur noch schemenhaft im nächtlichen dichten Nebel auftauchen oder der berühmt berüchtigte Londoner Themsenebel sind gern verwendete Motive in Horror – und Kriminalfilmen. Tatsächlich hat es etwas Gespenstisches an sich, wenn Nebelschwaden sich wie weiße Schleier über Wiesen und Felder legen, im Nebelwald ein alter knorriger Baum wie ein Ungeheuer anmutet.

Nebel gilt nicht nur in psychologischer Hinsicht als Symbol des Verlustes und der Verwirrung, des Zweifels und der Unsicherheit sowie der Täuschung, der Vernebelung. Geräusche werden förmlich "geschluckt". Verkehrsteilnehmer fürchten den Nebel aufgrund der Unfallgefahr durch schlechte Sicht, Spaziergänger können sich verlaufen. Man sieht nicht weit, weiß also nicht, was einen im nächsten Moment erwartet. Vor allem an Ufern von Flüssen, Seen oder am Meer kann die Sichtweite auf das Minimum eines Schrittes begrenzt sein. Ich habe einmal solch eine Situation an der Nordsee erlebt. Der Nebel war so dicht, daß ich am Strand vollkommen die Orientierung verlor und nur noch auf das Geräusch der Brandung fixiert war. Es hatte den Anschein, als würde eine riesige Wasserwand auf mich zukommen – eine sehr beklemmende Erfahrung. Nebel kann im Moor, Gebirge oder auf einem Gewässer zur tödlichen Falle werden, hat früher so manche Schlacht als Freund oder Feind entschieden.

Vorwiegend der November, in unseren Breiten normalerweise der dunkelste und tristeste Nebelmonat, wird von vielen Menschen abgelehnt. Sie trauern um den verlorenen Sommer mit seinen bunten Blumen, seinem Licht und seiner Wärme, denken vermehrt über Tod und Vergänglichkeit nach. Melancholie macht sich breit. Läßt man sich jedoch Nebel harmloserer Natur ein, kann man die wundervollsten Entdeckungen machen. Er läßt bekannte Orte mystisch erscheinen, verzaubert sie im wahrsten Sinne des Wortes.

Diese Erfahrung habe ich letzten Sonntag an meinem Geburtstag gemacht. Das Thermometer zeigte 4°C an, und es herrschte dichter Nebel. Ich muß gestehen, es kostete meine Mutter und mich einige Überwindung, uns doch, warm eingepackt, gegen 9.00 Uhr nach draußen zu wagen. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, daß der Nebelniederschlag wie Regen von den Bäumen triefte. Wie für einen Aquarellmaler in Szene gesetzt schien die Landschaft. Die Eindrücke waren trotz der feuchtkalten Witterung einfach umwerfend. Im Wald war der Nebel nicht ganz so dicht, und aufgrund der Nässe hatten die Farben hier eine besonders intensive Leuchtkraft. Ein Geburtstagsgeschenk ganz besonderer Art !

Im Anschluß finden Sie eine Auswahl von Nebelaufnahmen, welche auf unserer Exkursion am 13.11.2011 im Nahbereich von Marienbaum (Alleenradweg Steingensstraße bis Wüldersweg, Wäldchen des Waldzwerge-Kindergartens, Feldweg) gemacht wurden.

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Bernd Hons aus Volkmarsen am 07.12.2011 um 12:11 Uhr  
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten am 07.12.2011 um 18:06 Uhr  
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