Frostige Zeiten am Niederrhein - mit eigenem Video
12.02.2012
Frostige Zeiten am Niederrhein - mit eigenem Video
Deutschland und weite Teile Europas frieren seit einigen Wochen ein, verursacht durch eine äußerst seltene Wetterkonstellation mit einem extrem großen und sehr starken Sibirienhoch mit einem Kerndruck von 1066 hPa. Seit Ende Januar ist der Winter auch am Niederrhein mit Tages- und Nachttemperaturen teilweise bis in den zweistelligen Frostbereich von - 3°C am Tag und kälter und nachts bis zu - 23°C eingekehrt. Raureiftage waren bisher selten - meist war die Luft extrem trocken. Bei Luftbewegung fühlen sich die Minusgrade durch den Windchilleffekt noch kälter an.
Menschen, welche mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, müssen sich warm anziehen. Nicht nur frühmorgens ist es an den Haltestellen sehr kalt. Morgens springen oft die Fahrzeuge nicht an, Eiskratzen ist angesagt. Auch sportliche Aktivitäten sind momentan nicht im gewohnten Umfang möglich. Die Heizkosten stiegen im Gegensatz zu den Vormonaten rapide an, und das bei der momentan eher unsicheren Lage auf dem Gas- und Heizölmarkt. Frankreich muß wegen einer dortigen extremen Kältewelle Strom von uns zukaufen. Bleibt nur zu hoffen, daß die Kälte in unserem Land nicht zu lange anhält, da es sonst auch hier zu Engpässen kommen könnte. Wo nicht ausreichend geheizt wird, wachsen an den Fenstern Eisblumen. Wasserleitungen im Außenbereich laufen Gefahr, einzufrieren und zu platzen.
Die Müllentsorgungsunternehmen weisen darauf hin, daß momentan die Möglichkeit besteht, daß der Müll in den Tonnen anfriert. Auch durch entsprechendes Rütteln der Tonne ist er dann nicht mehr zu lösen. Eine Abhilfe sind hier in erster Linie die Verwendung von Müllbeuteln und das zusätzliche Einwickeln nasser Abfälle in Zeitungspapier - den Abfall keinesfalls in die Mülltonne pressen.
Mit Streusalz haben sich Händler und Bauhöfe reichlich eingedeckt, und es kam hier schon mehr als reichlich zum Einsatz.
An die 200.000 Arktische Wildgänse überwintern jährlich von Anfang November bis Ende Februar am Niederrhein zwischen Duisburg und Nijmegen. Seit den 60ern finden sie regelmäßig den 6000km langen Weg von Sibirien zu uns. Am häufigsten sind hier die Blässgänse anzutreffen. Bisher waren diese Tiere durch grüne Wiesen, milde Temperaturen und offene Gewässer verwöhnt. Ihr Rufen und Schnattern ist schon von weitem hörbar. Hunderte von Wildgänsen ziehen tagsüber auch hier über Marienbaum ihre Kreise und lassen sich zwischenzeitlich auf den landwirtschaftlichen inzwischen gefrorenen Flächen nieder, wo sie noch Nahrung finden und den größten Teil des Tages verbringen. Sie müssen viel fressen, um ihren Energiehaushalt ausreichend zu versorgen.
Etliche der schneefreien Weidegründe sind jedoch staubtrocken und dunkelgrün bis gelbbraun durch den Kahlfrost. Viel Schnee fiel hier nicht, der Dauerfrost hat ihn schon bis zum nächsten Tag zum Verschwinden gebracht, indem er ihn einfach "wegtrocknete" (Sublimation). Den Landwirten wäre es lieber, wenn die schon so weit entwickelte Wintersaat eine mindestens 10cm dicke Schneedecke hätte, welche die Pflanzen vorm Erfrieren schützt.
Abends kehren die Gänse dann auf die umliegenden Gewässer zurück, welche allerdings immer mehr zufrieren. Der Rhein sowie viele Entwässerungsgräben und kleine Flüßchen wie die Niers oder die Ley in Marienbaum sind jedoch größtenteils noch eisfrei. Noch sind jedoch für menschliche Aktivitäten die Eisdecken zu dünn und deshalb wegen Einbruchgefahr noch nicht freigegeben.
Für die nächsten Tage ist für die niederrheinische Region Schneefall sowie ein Anstieg der Temperaturen in den leichten Plusbereich angekündigt. Die tatsächliche Entwicklung steht noch offen.
Alle Fotos in nachstehender Bildergalerie entstanden in den letzten 14 Tagen im Umkreis von Xanten-Marienbaum.
Mit eigenem Video auf Youtube:
Hier zwei Nabu-Link, welche über Wildgänse am Niederrhein informiert:
http://www.nabu-naturschutzstation.de/v1/inhalte/n...
http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoeg...





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