Walpurgisnacht - die Nacht der Nächte ! :-)

Mondphoto vom 29.04.2012/ Quelle der Hexe: www.animaatjes.de/
30.04.2015

Von Christel und Hans-Martin Scheibner

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, der Walpurgisnacht, gibt es wie in jedem Jahr für den aufmerksamen Beobachter am Nachthimmel ein außergewöhnliches Spektakel zu sehen: den alljährlichen traditionellen Hexenflug. Diese mysteriösen Gestalten benutzen als Transportmittel keine Flugzeuge, sondern Besen, eben Hexenbesen. Wie ich im Laufe der Jahre festgestellt habe, nimmt ihre Anzahl stetig zu. Da sie sehr schnell fliegen, ist es gar nicht so einfach, sie fotografisch festzuhalten. Deshalb bin ich außerordentlich glücklich, daß mir vor einigen Jahren dieser einmalige Schnappschuß gelang ! ;-)

Doch was hat es nun mit der Walpurgisnacht tatsächlich auf sich?

In der Nacht zum ersten Mai zündeten unsere Vorfahren Freudenfeuer an, um den Frühling zu begrüßen. Mit Beginn der Christianisierung verbot man Feste dieser Art, und diese besagte Nacht wurde der Heiligen Walburga (Walpurgis) geweiht, als Schutzpatronin gegen böse Geister und Hexen. Sie war eine gelehrte Äbtissin, ihr Leben war makellos und frei von Verbindungen zum Teufel oder zur Hexerei, was der Nacht auf den ersten Mai den Namen "Walpurgisnacht" eingebracht haben soll.

Jeden, der mit dem heidnischen Brauch weiterhin in Zusammenhang gebracht wurde, bezichtigte man der Hexerei oder des Bundes mit dem Teufel höchstpersönlich. Dieser Hexenglaube entstammt nicht etwa altem Volksaberglauben, sondern wurde seitens der Kirche im Zusammenhang mit der Inquisition in Umlauf gebracht. Die damalige Bevölkerung sogen die verbreiteten Schauergeschichten wie einen Schwamm auf. Vor allem im Harz verbreitete sich nach und nach das Gerücht, daß sich die Hexen eben in dieser Nacht auf dem Hexentanzplatz bei Thale versammeln, um von dort aus gemeinsam auf ihren Hexenbesen zum Blocksberg (Brocken) zu fliegen, wo man dann dem Teufel huldigte und sich mit ihm vermählte, falls dies noch nicht geschehen war.

So kam es dazu, daß In dieser Nacht die Glocken geläutet wurden, was die Bürger vor teuflischen Übergriffen schützen sollte. Aber auch geweihtes Salz auf Türschwellen von Haus und Ställen. Umgedreht aufgestellte oder zwei gekreuzte Besen galten ebenfalls als Mittel zur Hexenabwehr. Nach und nach waren immer mehr abschreckende Maßnahmen gebräuchlich. Den Tanz in den Mai, wie heute üblich, kannte man damals noch nicht. Im Gegenteil, in dieser Nacht ging niemand vor die Tür, ehe nicht der erste Hahnenschrei ertönte und/oder die Morgenglocken läuteten.

Erst ab dem 19. Jahrhundert durfte man die Walpurgisnacht wieder ungestraft begehen, nachdem Ende des 18. Jahrhunderts die letzte öffentliche Hexenverbrennung erfolgte. Nicht nur im Harz, sondern deutschlandweit feiert man inzwischen dieses Fest, kostümiert ähnlich wie zu Halloween. Gleichzeitig entwickelte sich, basierend auf dem alten heidnischen, das heute bei uns bekannte Maibrauchtum, wozu auch die heute weit verbreitete Sitte gehört, in den Mai hineinzutanzen - eine Rückkehr zur Tradition unserer Vorfahren, welche ebenfalls den Mai mit Gesang und Tanz begrüßten.
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3 Kommentare
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Dagmar Klinkert aus Xanten | 01.05.2015 | 18:16  
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten | 01.05.2015 | 19:10  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 11.05.2015 | 07:14  
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