von Christel und Hans-Martin Scheibner
Am Donnerstag, dem 30.03.2012 wurde der von der ARD der im Jahre 2011 produzierte 90minütige Fernsehfilm "Eine halbe Ewigkeit" erstmals gesendet. Mehrfach auf den öffentlichen rechtlichen Sendern wiederholt, avancierte er inzwischen zum beliebten Klassiker. Allein schon die Klosteraufnahmen sind sehenswert. Ich sah mir diesen Film bereits im März 2012 an - ein unterhaltsamer und spannender Blick hinter evangelische Klostermauern - romantisch, sensibel und doch humorvoll, teils aber auch nachdenklich stimmend und melancholisch - alles in allem: ein rundum gelungener Filmbeitrag!
Gedreht wurde im Benediktiner- Kloster Lüne, der Klosterkirche St. Bartholomäi aus dem Jahre 1410, in Lüneburg und Umgebung. Die noch heute erhaltenen Klostergebäude - das Kloster brannte seit seiner Gründung im Jahre 1172 zweimal ab - sind aus der Zeit ab 1372 und befinden sich nahe der Salz- und Hansestadt Lüneburg, der "Heidehauptstadt" aus dem 8. Jahrhundert. Elf Klöster wurden zwecks Dreharbeiten begutachtet, bis man sich letztendlich für dieses Kloster entschied.
Viele Komparsen wirkten mit, darunter auch einige der Klostermitarbeiter sowie Mitglieder des Kirchenvorstandes.
"Eine halbe Ewigkeit" wurde von Krebs & Krappen Film im Auftrag der ARD Degeto für "Das Erste" produziert. Produzenten sind Claudia Krebs und Volker Krappen, von letzterem stammt auch das Drehbuch. Die Redaktion liegt bei Katja Kirchen (ARD Degeto).
In den Mediatheken und auf Youtube ist der Film derzeit nicht verfügbar, er wird aber sporadisch auf den öffentlich-rechtlichen Sendern wiederholt und ist anschließend für einen kurzen Zeitraum in der entsprechenden Mediathek abrufbar. Im Handel ist diese Filmproduktion bisher leider nicht erhältlich.
Inhalt des Films:
50 Jahre haben Elly, welche in einem evangelischen Kloster in der Lüneburger Heide als Ordensfrau unter dem Namen "Schwester Elisabeth" arbeitet, und Harry nicht mehr gesehen. 1958 verschwand er urplötzlich nach einem Bill- Hayey-Konzert in Hamburg, begleitet von seinem besten Freund Paul, aus ihrem Leben, warum, das blieb bisher ungeklärt. In den USA verdingten sie sich als Roady und verbrachten ein unstetes Leben unter Rockbands.
Nun kehrten die Beiden überraschend zurück. Er hatte während der ganzen Zeit seine Elly nicht vergessen, und auch Sie dachte immer noch an ihn, wenn auch mit großer Verbitterung.
Doch welche Rolle in dem tragischen Fortgang ihrer Beziehung spielt ein gemeinsamer Freund aus den Jugendtagen, Fred Schmidt, immer noch entster Vertrauter von Elly, welche auch er liebte? Als Ruheständler engagiert er sich ehrenamtlich im Kloster und macht sich so unentbehrlich. Erst nach und nach kommen die Hintergründe für die rätselhafte Trennung von Elly und Harry an's Licht.
Wie soll sich Elly entscheiden - für Harry oder das Leben im Kloster?
Darsteller:
Elisabeth Lange: Cornelia Froboess Harry Berg: Matthias Habich Paul Keller: Peter Franke Fred Schmidt: Lambert Hamel Schwester Hilde: Anna Maria Sturm Schwester Lydia: Ulrike Grote Oberin: Elisabeth Schwarz Apotheker Bruno: Peter Meinhardt Arzt: Martin Becker Oberer: Oliver Törner Elisabeth (jung): Liv Lisa Fries Harry (jung): Ferenc Graefe Drehbuch: Volker Krappen Musik: Biber Gullatz, Kamera: Klaus Merkel Regie: Matthias Tiefenbacher
Mehr auf der Seite der ARD - mit Fotostream:
http://programm.ard.de/TV/daserste/eine-halbe-ewig...
Die Homepage des Benediktiner- Klosters Lüne bei Lüneburg:
http://www.kloster-luene.de/
You-Tube Film über einen Rundgang durch das Kloster Lüne:
http://www.youtube.com/watch?v=LOvvJ0slEfA&feature
Das Kloster-Cafe:
http://www.cafe-im-kloster.de/
Die Kloster-Weberei:
http://www.weberei-im-kloster-luene.de/
http://www.heinz-friedrich-meyer-stiftung.de/weber...
Die Restaurierung der Lüner Klosterkirche:
http://www.klosterkammer.de/html/pdf/Restaurierung...
Kleine Touristeninformation über das Kloster Lüne, Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
http://www.lueneburger-heide.de/sehenswuerdigkeite...
Geschichtliche Hintergründe:
http://www.elbpilgerweg.de/karte/luene.htm
Der Ursprung dieser evangelischen Heideklöster
Die Heideklöster in Niedersachsen wurden vor 800 Jahren gegründet und waren immer den jeweiligen Landesherren unterstellt. Herzog Ernst schloß sich 1524 der Reformationsbewegung an und zwang den Nonnen den Übertritt zum lutherischen Glauben auf, was fast 30 Jahre zu erheblichen Protesten und den sogenannten Nonnenkriegen führte. Erst 1555 schlossen sich die Nonnen vereint der Reformation an.
Die strengen Regeln der wurden in den nun evangelischen Klöstern nach und nach gelockert, und 1559 wurde daraus das Evangelische Damenstift. Seitdem ist den Konventualinnen (Ordensfrauen) auch ein Aufenthalt außerhalb des Klosters erlaubt und sie dürfen dieses sogar wieder verlassen, wenn sie sich doch für eine Eheschließung entschieden haben. Wegen ihrer hervorragenden Ausbildung waren sie in damaligen Zeiten als Ehepartner äußerst gefragt.
Alle sechs Heide- oder Lüneburger Klöster sind heute evangelische Frauenklöster, der jeweiligen Äbtissin unterstellt und werden von der Klosterkammer Hannover beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur verwaltet.
Für alle, die mehr über die Heideklöster und das Leben und die Aufgaben der evangelischen Nonnen dort wissen möchte, hier einige sehr interessante Links:
1.) Geschichtliches über die sechs Lüneburger Heideklöster:
http://www.musicadevota.com/heidekloester.htm
2.) Generalkonvent der Äbtissinnen evangelischer Klöster und Stifte in Niedersachsen mit Links zu den Webseiten der Klöster und Stifte:
http://www.generalkonvent.de/index.php?cPage=intro
3.) Klosterkammer Hannover mit umfangreichen Informationen:
http://www.klosterkammer.de/html/k_s_frauen.html
4.) Das Leben im evangelischen Kloster:
http://www.kloster-aktuell.de/kloster/evangelische...
5.) Das außergewöhnliche Konzept der evangelischen Kirchengemeinde Lüne:
http://www.viaduk.de/fileadmin/userfiles/users/17/...












