Die Arbeitswelt von heute – macht sie wirklich krank?

Dirk Eickmeier (Die GESUNDE Seite am Meer, Steinhuder-Meer-Flair.de)

Die Arbeitswelt von heute – macht sie wirklich krank?

Die Zahl berufstätiger Menschen mit psychischen Problemen oder sogar Erkrankungen nimmt stetig zu.


Circa 100.000 Betroffene kommen laut AOK jährlich hinzu. Doch warum steigt die Zahl berufstätiger Menschen mit psychischen Problemen an? Und - ist die moderne Arbeitswelt mit erhöhtem Arbeitsdruck daran schuld?

Arbeitnehmer- und Arbeitgeber vertreten in gewohnter Regelmäßigkeit ihre unterschiedlichen Positionen. Für die eine Seite seien die gestiegene Arbeitsbelastung und ein erhöhter Arbeitsdruck in den Unternehmen ursächlich – von der anderen Seite hört man, dass die Berufstätigkeit an sich, nie die alleinige Ursache für das Entstehen psychischer Erkrankungen sei. Und das der starke Anstieg diesbezüglicher Fehl-/ Krankheitstagen weniger an einer Zunahme von psychischen Störungen läge, sondern eher daran, dass sie häufiger diagnostiziert würden.

Meines Erachtens – und wie so häufig im Leben – haben beide Standpunkte ihre Berechtigung, sie greifen aber möglicherweise etwas zu kurz. Denn heutige Beschäftigungsverhältnisse bzw. normale Arbeitsplätze werden zunehmend „schwach und zerbrechlich“ - es entsteht eine wachsende prekäre Beschäftigung mit immer mehr Zeitarbeit, Frist- und/ oder Minijobs. ... weniger Lohn, häufig keine soziale Absicherung, eine ungewisse Zukunft, Unternehmensbindung und Zugehörigkeitsgefühl = Null. Auch diese veränderten Rahmenbedingungen führen selbstverständlich zu einer verstärkten psychischen Belastung bei den Beschäftigten.

Desweiteren stehen heutzutage die Selbsthilfe und die Eigenverantwortung im Vordergrund – und auch den veränderten sozialen Strukturen in der Gesellschaft muss Rechnung getragen werden: Gesundheitliche Vorsorge, Private Vorsorge, Weiterbildung, für das Alter vorsorgen, u.v.m. ...all das müssen wir „regeln“ und sorgt bei vielen Arbeitnehmern sicherlich für einen Belastungsanstieg. In Großstädten und großstädtischen Regionen nehmen die Single-Haushalte zu und klassische Vater-Mutter-Kind-Familien sind eher die Ausnahme als die Regel. Somit nimmt die ehemals familiäre Unterstützung ab – wenn die Verwandtschaft zudem weit entfernt wohnt, werden Kleinigkeiten schnell zu einem stressigen Problem und erhöhen den Druck.

„In Deutschland leiden verstärkt Alleinerziehende und Studentinnen unter chronischem Stress. Das zeigt eine Untersuchung der DAK-Gesundheit über die Stressbelastung in der Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen. Die DAK-Gesundheit hat die Stressbelastung der 25- bis 40-Jährigen anhand einer wissenschaftlich anerkannten Punkteskala erforscht und dafür über 3.000 Männer und Frauen in ganz Deutschland befragen lassen. Dabei erzielten Alleinerziehende die höchsten Werte. Sie nannten in der repräsentativen Befragung besonders viele Situationen, in denen sie sich überfordert, für ihre Anstrengungen nicht anerkannt oder von Sorgen geplagt fühlten. „Stress ist nicht per se gefährlich“, erläutert Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstandes der DAK-Gesundheit. „Aber wenn eine intensive Stressbelastung über lange Zeit anhält und nicht kompensiert werden kann, führt das möglicherweise zu chronischem Stress. Und der macht auf Dauer krank.““ (...) (PM 17.06.14_DAK)

Bei den psychischen Erkrankungen erfahren in den letzten Jahren drei Diagnosen einen extremen Anstieg: Depressionen, Reaktionen auf schwere Belastungen und Angststörungen. Allein bei den Depressionen hat sich die Anzahl der Fehltage in den vergangenen 13 Jahren um 178 Prozent erhöht (DAK). Experten sehen hierbei die chronische Stressbelastung als einen wichtigen Risikofaktor an.

Wenn man als weiteren Gesichtspunkt den demografischen Wandel in Betracht zieht und sich vergegenwärtigt, dass eine steigende Anzahl von Beschäftigten sich um die Pflege ihrer Eltern kümmern müssen – so wird doch sehr schnell deutlich, dass die Ursachen von psychischen Problemen sehr vielschichtig sind.
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17 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 17.06.2014 | 16:29  
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Dirk Eickmeier aus Wunstorf | 17.06.2014 | 16:44  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 18.06.2014 | 03:07  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 18.06.2014 | 18:12  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 19.06.2014 | 13:47  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 19.06.2014 | 23:44  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 20.06.2014 | 01:21  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 20.06.2014 | 11:52  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.06.2014 | 16:39  
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Jana Behm aus Lößnitz | 20.06.2014 | 22:25  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 21.06.2014 | 00:16  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 21.06.2014 | 01:25  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 21.06.2014 | 16:02  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 21.06.2014 | 16:09  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 21.06.2014 | 16:22  
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Hans-Joachim Zeller aus Marburg | 22.06.2014 | 14:59  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 22.06.2014 | 16:13  
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