Übungswochenende der THW - Spezialeinheit Bergung ABC
Wunstorf – 7.-8. Mai. Am zweiten Maiwochenende fanden im Bereich des Technischen Hilfswerk des Ortsverbandes Wunstorf mehrere Einsatzübungen der Spezialeinheit Bergung unter ABC Gefahren (SEB-ABC) aus Niedersachsen statt. Die Teileinheit des Geschäftsführerbereichs Hannover übte mit verschiedenen Feuerwehreinheiten auf dem Gelände der Stadtentwässerung Hannover in Gümmerwald, sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut in Mariensee.
Mehrere umfangreiche Übungsszenarien absolvierten Spezialisten der SEB-ABC der Ortsverbände Burgdorf, Hameln, Hannover, Ronnenberg und Wunstorf im Rahmen eines Übungswochenendes. Zum ersten Mal war der Ortsverband Wunstorf Gastgeber für die mehrmals jährlich stattfindenden SEB-ABC Ausbildung.
Am Freitagabend trainierte die SEB-ABC auf dem Gelände in Gümmerwald in einem stillgelegtem Forschungsklärwerk. Hier war es Aufgabe der 15 Chemikalienschutzanzug-Träger (CSA) im Inneren eines fünf Meter tiefen Behälters einen Zugang zu einem benachbarten Raum zu schaffen um dort eine Person zu retten. Nach Aufbau der Basis mit ihren Unterabschnitten musste das Gebäudeinnere zunächst beleuchtet werden. Der Zugang war nur mit Steckleiterteile über eine im 1. Obergeschoss gelegene Empore möglich. Vor dem Abstieg mussten entsprechende Sicherungspunkte geschaffen werden. Die Trennwand konnte anschließend mit hydraulischen Hebegeräten angehoben werden. Vorher war aus der Tiefe noch ein Gefahrstoffgebinde zu bergen. Diese Aufgabe wurde von insgesamt fünf CSA Trupps, die von rund 40 Helfern hinter der Absperrgrenze unterstützt wurden, im Laufe der Nacht gelöst.
Das Unterkunftsgelände des Ortsverbandes Wunstorf wurde zur feldmäßigen Übernachtung hergerichtet. Am Samstagvormittag trafen weitere THW Kräfte ein. In zwei Ausbildungsabschnitten beschäftigten sich die Spezialisten mit den Messgeräten bei Gefahren durch radioaktive Strahler und mit den verschiedenen Stufen der Personendekontamination.
Am Nachmittag stand die Zusammenarbeit mit den ABC- und Gefahrstoff-Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren im Vordergrund. Gemeinsam mit Einsatzkräften der Ortsfeuerwehren Neustadt und Mariensee, der Messwagenbesatzung des Abschnitts 1, des Gefahrgutzuges der Stadt Laatzen, der Dekontaminationseinheit der Ortsfeuerwehr Osterwald Unterende, unterstützt durch den ABC-Zug und die Gefahrguteinheit des Landkreises Hameln-Pyrmont, übten die Spezialisten des THW auf dem Gelände des Instituts für Nutztiergenetik in Mariensee. Auf dem weitläufigen Gelände wurden auch drei Messwagen unter Leitung eines Messleitwagens aus Laatzen, sowie Versorgungs- und Rettungskräfte des DRK aus Neustadt/Garbsen und Empelde eingesetzt. Im Bereich einer großen Futtermühle und benachbarten Gebäude mussten die 60 geschützten Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW verschiedene Aufgaben aus dem Gefahrgutbereich lösen. An erster Stelle stand jedoch die Rettung von 7 Feuerwehrkameraden in ihren orangen ABC-Schutzanzügen, welche laut der Übungslage im Gebäude vermisst wurden.
Nach Aufbau der Bereiche „Schutzkleidung“, „Taktische Basis / Geräte“ und „CSA-Einsatz“ an der Grenze der Gefahrenzone rund 50 Meter vor dem Gebäude und Einrichten einer Dekontaminationsstelle für Einsatzkräfte und Verletzte, konnten die CSA-Träger vorgehen. Zur Rettung und Bergung waren Behälter und Trümmer zu Bewegen, einen Zugang zu einem versperrten Raum zu schaffen und mehrere Gefahrgutgebinde abzudichten oder umzupumpen.
Durch gemeinsame Anstrengungen aller Einsatzkräfte wurden alle Aufgaben bis zum Samstagabend erfolgreich gelöst, sodass die Einsatzkräfte des THW gegen 19 Uhr zurück zur Unterkunft Wunstorf fahren konnten.
Insgesamt nahmen an der Einsatzübung 170 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW mit über 40 Fahrzeugen teil.
Text: Cedrik Schlag & Bernhard Rodeck





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