Von Straßenkindern, Folterkammern und der Krönung des Waldkönigs

Madita Heubach, Hauke Hirsinger und Almut Stein bei Litin WOB-Autorenlesungen
Buntes Programm bei Litin WOB - mit vielen Zuhörern.

Trotz vieler anderer Veranstaltungen, dem sonnigen Wetter und dem verkaufsoffenen Sonntag kamen etwa dreißig
Zuhörer am Nachmittag in die Lesung im Cafe` Schrill. Christoph Peter Ehrlich und Tobias Tantius hatten erstmals unter eigener
Regie durch die Veranstaltung geführt. Sie boten ihren Gästen ein gemischtes Programm.

Die Lesung begann mit einer literarischen Reise nach Kenia. Die Autorin Almut Stein las Geschichten von Straßenkindern und berichtete im
Anschluss über ihre eigenen Erfahrungen in Afrika „Die Texte sind eine Mischung aus vielen Eindrücken und Momentaufnahmen.“

Als einziger Mann in der Runde, erwies sich Hauke Hirsinger (ein gebürtiger Wolfsburger) mit Passagen aus seinem ersten Roman „Pech“ als Publikumsmagnet.
Erstmals überhaupt las er in der Öffentlichkeit, was dem gelernten Journalisten eines Bremer Fernsehsenders jedoch nicht schwer fiel. Seine vorgetragene Folterszene kam mit dem nötigen Augenzwinkern bei den Zuhörern gut an.

Auch ein weiteres Buch konnte auf der Litin WOB Bühne sein Debüt feiern; die Wolfsburgerin Madita Heubach präsentierte ihr Erstlingswerk „Ein Königreich im Waldland“ im Selbstverlag. Die Autorin nahm die Zuhörer mit in ein fernes Land, wo sie die Krönung des Königs eindrucksvoll beschrieb.

Zwischen den Lesungen spielte Wulf Winter mit Begleitung die passende Musik. Auch hier eine Prämiere, denn erstmals kam eine Querflöte zum Einsatz.

Die Gäste zeigen sich angetan, vom neuen Konzept. „Es ist leicht und locker“, sagte Reiner Pawalk, der ehemalige Veranstalter von Literatur im Café. „Mir gefällt das sehr gut!“. Auch Sibylle Schreiber, die selbst viele Jahre eine Lesebühne und andere Kleinkunstveranstaltungen im ehemaligen Cafe Extrem durchführte, nickt bestätigend: „Es ist in Wolfsburg sehr schwer, eine Lesung auf die Beine zu stellen und Publikum zu bekommen. Aber die beiden kriegen das hin.“

Tantius und Ehrlich blicken zurück auf einen erfolgreichen Nachmittag. „Den Autoren und Gästen gefiel unser Konzept“, sagt Tantius. Und Ehrlich, zuständig für die Technik stellt fest: „Wir haben heute viele neue Erfahren gemacht. So benötigen wir zum Beispiel für den Aufbau doch mehr Vorlaufzeit als gedacht. Bei der nächsten Lesung läuft es runder.“

Die nächste Lesung ist für September angedacht. Ein Termin steht noch nicht fest. So viel sei jedoch schon verraten: thematisch wird es „kriminell“.
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