Drehleiter für Windischeschenbach - Historische Feuerwehr bekommt Drehleiter von der Stadt Gerlingen

  Mit einer hydraulischen Drehleiter DLK23/12-SE geht die letzte von weltweit nur 14 ihrer Bauart außer Dienst. Bei dieser Variante ist der Leiterstuhl zwischen den Achsen montiert und der Leiterpark nach hinten abgelegt. Durch die Bauweise des im Heck getragenen Drehleiterkorb ermöglichte der Feuerwehr im Ernstfall die Hilfskräfte nach dem Anrücken der Gefahrenstelle „schnell einzusteigen“ (SE = Schnelleinstieg).


Die Historische Feuerwehr Windischeschenbach entstand mehr oder weniger durch einen Zufall heraus. Durch erfolgreiche Abgabe eines Gebotes auf den damals außer Dienst gestellten Schlauchwagen SW 2000 des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, gründeten die beiden Feuerwehrliebhaber Jürgen Härtl und Josef Bauer eine Interessengemeinschaft.


Die Interessengemeinschaft bekam schnell Zuwachs:
Einerseits durch das alte Löschgruppenfahrzeug LF16TS, das ihnen von der Feuerwehr Windisch-eschenbach überlassen wurde und zum Zweiten interessierten sich Gleichgesinnte, die ebenfalls Engagement zur Erhaltung alter Feuerwehrfahrzeuge haben und traten bei. Der Zuwachs an Mitgliedern lies die Interessengemeinschaft im Jahre 2012 zu einem gemeinnützigen Verein eintragen.


Der Vereinsvorstand Norbert Oeser legt Wert auf den Grundgedanken der Historischen Feuerwehr Windischeschenbach eV. Der ist es, alte und außer Dienst gestellte Fahrzeuge und Ausrüstung von den Wehren, Gemeinden, Städten oder Landkreisen zu übernehmen und vor dem sicheren Schrottpressentod zu bewahren. In Eigenleistung werden die Fahrzeuge vom derzeit angekauft und restauriert, wenn nötig wieder von Grund auf. Derzeit finanziert sich der Verein mit seinen aktuell 17 Mitgliedern größtenteils aus den Beiträgen und mitgebrachtes privates Eigenkapital. „Durch die Eintragung zum gemeinnützigen Verein sind Spenden für die Historische Feuerwehr immer gern gesehen, da die Unterhaltung ihrer jetzt bereits fünf Fahrzeug enorm ist“ so Oeser weiter.


Ebenfalls durch einen schönen Zufall kamen die Historiker in den Besitz dieser enorm selten gebauten Drehleiter DLK23/12SE. Die von Gerlingen bei Stuttgart übernommene hydraulische Leiter war die Letze ihrer Art die noch im aktiven Dienst war. Sie wurde am 1. Dezember 2015 außer Dienst gestellt. Durch ihr Baujahr von 1986 erreicht sie nächstes Jahr das magische Alter, damit eine Zulassung zum Oldtimer (H-Kennzeichen) beantragt werden kann. Um ein Fahrzeug in den Genuss eines H-Kennzeichens kommen zu lassen, muss es von einem Gutachter als sogenanntes „Kulturgut“ anerkannt werden. Dafür ist es notwendig, dass vom Tag der Erstzulassung bis zum Tag der Beantragung des H-Kennzeichens, mindestens 30 Jahre vergangen sind. Das Fahrzeug sollte möglichst im Originalzustand erhalten sein. So werden z.B. nur Lackierungen akzeptiert, die im Baujahr verfügbar waren.

Mit der Drehleiter ist der Verein nun in Besitz von fünf Oldtimern. Von diesen sind aktuell drei für Schaustellungen, Festzügen und Oldtimertreffen bereit und zwei befinden sich in der Restauration.
Die alten Feuerwehrfahrzeuge können am 19.März 2016 zum Starkbierfest der Historischen Feuerwehr im Pfarrheim bewundert werden.
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