Wulffen ....
Wulffen ….
Meine Abneigung gegen das sonntagabendliche Jauchpalaver in einem ausgedienten „Gasometer“ inmitten der reichshauptstädtischen Idylle, als einstmals zentralem Ort perfider Endlösungspraktiken und Praktiker habe ich gestern mit einiger Mühe überwunden, weil mich der Neubegriff „Wulffen“, der quasi über Nacht Einzug in den deutschen Sprachgebrauch gehalten hat, dazu trieb.
Als Erkenntnis blieb mir nur die Erkenntnis, dass das, was die Generation 30 minus mit dem Neubegriff apostrophieren will – nämlich dass Politikermünder in der Regel viel und oft formulieren oder treffender fabulieren, aber selten etwas „bißfestes“ ihren Kauwerkzeugen entfleucht, nicht treffender bezeichnet werden kann.
Dass an diesem Abend im berlinerischen Gaskessel dargebotene Gefasel der Gesprächsrunde (von einigen Wortbeiträgen abgesehen) war für mich ein Gestolper und Geholper über Rechtfertigungen und Abwiegelungen der Untaten der in unserem Lande politisch sich betätigenden Mitglieder der Hannover-Connection. Besonders den Auslassungen der Süßmuthigen Rita standen offenbar die verkrüppelten Füße ihrer deformierten Denkweise beständig im Wege. Der blaugelbe Nordstaatler Kubicki – im politischen Alltagsgeschäft oftmals als unbequemer Rebell eingestuft – entblätterte sich bis auf den unverhüllten Kern seiner wahren Überzeugung. ‚Entblättern’ ist vielleicht zu schwach ausgedrückt – es war schon mehr ein blitzschneller und bekennender Gesinnungs-Striptease des spagaterfahrenen Politadvokaten aus Kiel. Beabsichtigt war dieses Geistesentblößen sicherlich nicht. Seine Interpretation bestimmter Vorgänge und Handhabensarten und deren Folgen für betroffene, erleidende oder handelnde Personen und Individuen als rechtmäßig, bzw. gesetzeskonform zu bezeichnen, hat in meinem Empfinden einen Doppelkordon spanischer Reiter entstehen lassen. Solcherart Auffassungen verleiten ja förmlich Führer und deren willige Gefolgschaften immer wieder zu kollektiver Menschenverachtung.
Beispielhaft dafür sind die jüngsten Äußerungen des Wulff, zu den sich verfestigenden Unregelmäßigkeiten, Gesetzesverstößen bzw. –übertretungen im Korpus der niedersächsischen Landesregierung während seiner Amtszeit als Ministerpräsident, die er aalglatt wie stets – in der nichtfassbaren „man“ oder "wir" Form formulierte.
Ein Alleinstellungsmerkmal hat der jetzige Hausherr in Bellevue auf jeden Fall schon einmal sicher: Noch nie zuvor in der kurzen Geschichte des föderalen Deutschland residierte in diesen Staatsgemächern ein so aalglatter, doppelwendiger und mit allen Wassern gewaschener Amtsinhaber.
ewaldeden
Den Begriff "wulffen" finde ich gut. Hab ich noch nicht gehört. Labern, etc. war klar ;)
Ich habe die Sendung verfolgt, die Frau Süßmut hat durch ihren betonten Freispruch, kein Unrechtsbewußtsein oder Altersweisheit bekommen.
Der Kubicki, ist durch seinen Auftritt , sicher unter die 3.% Grenze gerutscht.
Die Linke war besser als der Moderator, der nur in alter Scheiße rührte
und nicht Neues brachte.
@Silvia
Benutze das Wort ruhig ungeniert - es muß dem Zurechner bei jedem seiner Schritte entgegenschallen.
@Jürgen
Treffender benennen geht fast nicht mehr.
Ewald, auf meiner Home habe ich auch etwas Feines. Gruß Jürgen
Setz doch Deine Home für alle sicht- und nutzbar hier ein, lieber Jürgen
Insbesondere für die, die Günther Jauch am Sonntagabend nicht gesehen
haben:
Wulffen bedeutet:
1. eine mailbox vollquatschen
2. unklar reden, "labern"
3. Schnäppchen-Angebote annehmen, obwohl man es nicht sollte
Leider tun noch viele Politiker und andere "wulffen", sie sind allerdings nicht bei der CDU/CSU und werden daher in Ruhe gelassen.





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