Nicht nur in Syrien ...

 

Nicht nur in Syrien …



Die Hoffnung sie keimte -
sie blieb immer grün,
doch nie sah am Stamme
man Früchte erblüh’n.
Sie macht das Geschehen
nur immer erträglich-
doch beim verhindern des Bösen,
da versagt sie ganz kläglich.
Sie grünt stets solange
bis alles Leben verschwunden,
und dann im Lande
man nur noch Ruinen gefunden.
Dann loben sich alle -
und mit sehr vielem Pultern
klopft einer dem anderen
noch begeistert die Schultern.
Was hat man doch wieder „Großes“ vollbracht,
indem zum Verhindern man gar nichts gemacht -
ausser um der eigenen Pfründe Willen
geliefert die Panzer und die tödlichen Zwillen.

© ewaldeden

Mein Land . . .


Ich kehre weiß gekleidet zurück
und weine viel - wie sie wissen
ich werde begraben hinter dem Glück
und schwebe über den Wolken
ich werde Nebel - ich werde Zeit
ich kehre zurück - wie sie wissen
ich gewande mich schwarz und weine in Trauer
ich harre in Stille für die Toten der Mauer
ich bezeichne die Täter
und schlucke die Tränen
ich kehre zurück - wie sie wissen
ich male die Farbe der Unschuld
und lasse das Land dem Verbrecher
ich kehre zurück - eine fliegende Seele
die über den Wohnstätten schwebt
ich schütze die Kinder - und werde zur Rose
damit die Liebe weiter lebt
ich kehre zurück - wie sie wissen
ich werde zur Blume
die sprießt auf den Gräbern
es schließt sich der Ring um den Sand
ich werde mich freuen
der alten Getreuen
und grün wird das blutige Land
ich kehre zurück - wie sie wissen

Die Gefühle meines syrischen Freundes Muhamad in deutsche Worte gesetzt

© ewaldeden 2002


Ich habe zu der Zeit den Empfindungen seiner arabischen, seiner orientalischen Seele eines Nachts ein deutsches Kleid angezogen – er hat mir erlaubt seine Seele zu durchwandern.
Nach einem langen Abend und einer kurzen Schlafensphase trieb es mich im Morgendunkel aus dem Bett, weil der Text in mir fertig war.
Muhamads Deutsch in Sprache und Schrift war noch sehr wenig ausgeprägt, aber wir brauchten nur bedingt Wort und Schrift, um uns zu verstehen …

Leider ist er nicht mehr unter uns. Sein Wunsch, seiner Mutter in der Stunde ihres Fortgehens aus der weltlichen Welt nahe zu sein, der hat ihm sein Leben gekostet.
Er entstammte einer einflußreichen syrischen Familie - durchweg alle männlichen Mitglieder waren Angehörige der Baath-Partei in höchsten zivilen und militärischen Rängen - ein Jahr hatte er in der Armee zugebracht, bevor er die Desertion und damit den Ausstoß aus der Familie der weiteren Anhäufung von Schuld in seiner Seele vorzog - er war fortan ein Geächteter und und für ALLE Syrer vogelfrei - nirgendwo auf dem Globus sind diese Menschen sicher vor ihren Verfolgern - und es wird überall auf der Welt von den Regierungsorganisationen geduldet, wenn sie liquidiert werden - ein Onkel ein Vaterbruder (General der syrischen Armee) hat von seinem Vorhaben Wind bekommen und meinen Freund seinen Henkern ausgeliefert - er starb noch vor seiner Mutter ...
ich bin dankbar dafür, dass ich ein Stück meines Lebensweges mit ihm unter meinem Dach wohnen durfte ...

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Fatmas Gedanken . . .


Leises Rufen in der Frühe
kam mit der Sonne von dir
es war mir, als wäre mit zartem
Gefühl deine Stimme in mir
durch die Fenster zum Garten
hört’ ich dein Sagen
es war wie das flüstern des Windes
es klang mir im Ohr wie trauriges Fragen
wie das Sehnen eines verlassenen Kindes
es umweht mich ein Hauch
in der Frische des Tages
herzkühl und begehrend heiß
ich kann es nicht sehen – ich mag es
obwohl ich dich weit von mir weiß
eine silberne Träne schleiert mein Schauen
mein Denken flüchtet zu dir
ich möcht’ eine Brücke mir bauen
hoch über des Lebens Gewirr
ein Vogel löst sich vom Baume
er verläßt seinen sicheren Hort
ich seh’ ihn in meinem Traume
er fliegt mit mir an fernen Ort
sei vorsichtig kleiner Geselle
das dir kein Leid widerfährt
eile dich - fliege ganz schnelle
trage mich in das Licht
finde für mich dort den Liebsten
weil sonst meine Seele zerbricht

ewaldeden
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Roswitha Bute aus Soltau | 14.06.2014 | 10:39  
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Silvia B. aus Neusäß | 14.06.2014 | 11:32  
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Christel Löhle aus Wedemark | 14.06.2014 | 16:13  
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