Private Schulden steigen weiter

Osterode (dx). Die Zahlen sind alarmierend: Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist 2014 nach einem leichten Rückgang der Schuldnerzahlen im Vorjahr wieder merklich angestiegen. Zum Stichtag 1. Oktober 2014 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Schuldnerquote von 9,90 Prozent gemessen. Damit sind rund 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet.
Diese Entwicklung spiegeln auch die Zahlen im Erscheinungsgebiet des Harzer WochenSpiegel wieder, wie Klaus Styra, Geschäftsführer von Creditreform Goslar, bei der Vorstellung des Schuldenatlas 2014 betonte.
Die Gründe für die negative Entwicklung bleiben unverändert: Arbeitslosigkeit, Scheidung, überhöhter privater Konsum, Internet, seien nur einige Beispiele, sagte Styra. „Viele Menschen haben sich zu viel zugemutet und sollten sich dringend entsprechende Hilfen suchen“, betonte der Geschäftsführer. Aus eigener Kraft sei es für viele Menschen zu schwer, dem Strudel zu entkommen.
Die Zahlen der Landkreise in der Region belegen, dass der Trend der Überschuldung bedenklich stabil ist. Die Schuldnerquote ist allein im Landkreis Goslar von 2009 bis 2014 von 11,34 auf 12,88 Prozent angestiegen, in Göttingen von 8,73 auf 9,02 sowie in Osterode von 10,98 auf 12,06 Prozent. Auch bei den Nachbarn in Thüringen und Sachsen-Anhalt sieht es nicht besser aus: Im Kreis Nordhausen stieg die Quote um 1,39 auf 9,82 Prozent, im Kreis Harz um 1,7 auf 12,42 Prozent.
Beim Blick in die Kommunen fällt auf, dass die Samtgemeinde Walkenried, die bereits bei der Betrachtung der kommunalen Verschuldung pro Einwohner einen Spitzenplatz in ganz Niedersachsen einnimmt (der Harzer WochenSpiegel berichtete), auch innerhalb des Landkreises Osterode vorn dabei ist. So liegt die Quote in Walkenried in diesem Jahr bei 12,95, in Wieda bei 14,0 und Zorge bei 15,24 Prozent. Allerdings konnten die Zahlen in allen drei Gemeinden in den letzten beiden Jahren zurückgefahren werden.
Der Rot-Ton in der Schuldnerampel ist nicht heller geworden, eine Entspannung der Lage sogar in weite Ferne gerückt“, so das abschließende Fazit von Klaus Styra.
Der 12. SchuldnerAtlas Deutschland untersuchte, wie sich die Überschuldung von Verbrauchern innerhalb der Bundesrepublik verteilt und entwickelt. Überschuldung liegt dann vor, wenn die zu leistenden Gesamtausgaben höher sind, als die Einnahmen.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.12.2014 | 16:16  
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