Komasaufen bleibt ein Problem

Osterode (dx). Trinken, bis der Arzt kommt: Das Rauschtrinken bei Schülern bleibt ein Problem, auch wenn die Zahl der Betroffenen im Bundestrend zurückgeht. So landeten im Jahr 2013 mehr jugendliche Komasäufer aus dem Kreis Osterode mit einer Alkoholvergiftung in einer Klinik. Nach aktuellen Informationen der DAK-Gesundheit wurden 21 Kinder und Jugendliche eingeliefert.
Anstieg um 162,5%
Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2012 um 10,5 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren wurde im Kreis Osterode insgesamt eine Steigerung von 162,5 Prozent verzeichnet.
Einweisungen im Jahr
2014 verdoppelt
Den Trend zum sogenannten „Komasaufen“ bestätigen auch die Zahlen der Klinik Herzberg. Wurden 2013 noch 7 Minderjährige eingeliefert, hat sich mit 15 Kindern und Jugendlichen die Zahl im Jahr 2014 mehr als verdoppelt.
Besonderen Anlass zur Sorge bereitet der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen musste in der Region ein Kind behandelt werden.
Besonders schlimm
an Ostern
Das Thema „Rauschtrinken“ ist im Kreis Osterode aber schon lange akut. Erschreckend waren beispielsweise die Zahlen vom Osterwochenende 2007. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden 10 Jugendliche mit Werten zwischen 2,0 und 5,5 Promille in die Klinik Herzberg eingeliefert.
Jugendliche aufklären
Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (FSP) in Herzberg ist unter anderem auch aus diesem Grund seit Jahren mit ihrem Projekt HaLT beispielsweise in Schulen aktiv, dass die Kinder und Jugendlichen für die Gefahren des Alkoholkonsums sensibilisieren soll.
Aber nicht nur in der Vorsorge engagiert sich das Fachstellenteam. Seit vielen Jahren gibt es im Krankenhaus Herzberg eine HaLT-Kooperationsperson. Diese versuche mit den eingelieferten Jugendlichen zu reden und davon zu überzeugen, dass deren Eltern den jeweiligen Facharzt von seiner Schweigeplicht entbinden, damit dieser mit der FSP Kontakt aufnehmen kann.
Wenige nutzen
Gesprächsangebot
„Im Jahr 2014 gab es insgesamt vier Jugendliche, die aufgrund dieser Maßnahme nach ihrem Klinikaufenthalt beraten wurden“, beschreibt Anna von Wensiersky, zuständig für das HaLT-Projekt, die Situation im vergangenen Jahr. Auch insgesamt bewege sich die Anzahl an Beratungen seit Jahren auf einem niedrigen Stand. „Aus unsrer Sicht ist daher ein Trend zum Rückgang der auffällig, schwerstbetrunkenen Jugendlichen zu erkennen. Allerdings nutzen natürlich längst nicht alle Betroffenen unser Angebot.“
Hoffen auf
Trendwende
„Bundesweit zeichnet sich eine erste Trendwende ab. Ich hoffe, dass wir diese positive Entwicklung auch bei uns langfristig erreichen“, sagt Rüdiger Kurs, Chef der DAK-Gesundheit in Osterode. Zur Unterstützung setzt die Krankenkasse 2015 die erfolgreiche Aufklärungskampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ in Osterode fort. Auch die FPS wird mit ihrem HaLT-Projekt weiterhin versuchen, für die Gefahren zu sensibilisieren.
In der Region gibt es keinen einheitlichen Trend beim Komatrinken unter Jugendlichen. Im Kreis Göttingen wurden 2013 81 Minderjährige in eine Klinik eingeliefert (+11%), in Goslar sank die Zahl mit 23 im Vergleich zu 2012 (-30,3%). In den vergangenen zehn Jahren konnten beide Kreise eine Steigerung nachvollziehen, wobei diese mit 268,2 Prozent in Göttingen besonders stark ausfiel.
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