Flüchtlingsrat übt Kritik

Osterode (dx). In die Kritik an der Firma „Princess of Finkenwerder“ als Betreiber einer möglichen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der ehemaligen Rommelkaserne in Osterode (der Harzer WochenSpiegel berichtete) reiht sich jetzt auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen ein. „Es erscheint in der Tat erklärungsbedürftig, warum die Landesregierung die staatliche Aufgabe, eine Erstaufnahme von Flüchtlingen und ihre Verteilung auf die Kommunen zu gewährleisten, einem Privatunternehmen übertragen will“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Orientierung am Gemeinwohl"
Eben jener dafür vorgesehene Generalunternehmer, die Hamburger Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG, besitze weder Erfahrungen noch Qualifikationen für die Übernahme einer solchen Aufgabe. „Im Übrigen verlangt die Durchführung einer solchen Aufgabe eine strikte Orientierung am Gemeinwohl – das verträgt sich schlecht mit dem Ziel, über den Betrieb einer solchen Einrichtung private Gewinne zu erwirtschaften“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Vermieter statt Betreiber
Der Flüchtlingsrat sieht eine andere Option als Möglichkeit für eine Zusammenarbeit. „Princess of Finkenwerder“ solle lediglich als Eigentümer der Kaserne, aber nicht als Generalunternehmer für die Erstaufnahmestelle agieren. In diesem Zusammenhang treffe die Aussage des Osteroder Kreistagsabgeordnete Frank Kosching (Die Linke) „den Nagel auf den Kopf“, wenn er vorschlägt, das Land Niedersachsen könne das Objekt anmieten und die Erstaufnahmeeinrichtung selbst betreiben - oder einen Wohlfahrtsverband wie etwa die Diakonie damit beauftragen.

Seriöser Sicherheitsdienst
Kosching hatte gesagt, mit dieser Lösung wären die Flüchtlinge gut untergebracht „und Osterode würde von Sekundäreffekten profitieren“. Zugleich hatte er dazu gemahnt, einen „150-prozentig seriösen und zuverlässigen Sicherheitsdienst“ zu beauftragen.

Kritik wegen Kontakten
Das Unternehmen „Princess of Finkenwerder“ war in die Kritik geraten, weil es Kontakte zu dem Sicherheitsunternehmen Greenzone Consulting hält. Diese bietet laut der eigenen Firmenwebsite „weltweite Dienstleistungen“ an, zu denen laut dem Internetauftritt der individuelle Schutz von Personen oder Objekten durch „ehemalige und erfahrene Militärangehörige“ gehöre.

Entscheidung noch nicht getroffen
Eine Entscheidung, ob Osterode als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge infrage komme, gibt es bislang noch nicht. Man befinde sich weiter noch in Verhandlungen und prüfe heißt es weiter aus dem Niedersächsischen Innenministerium.

Der Artikel ist auch im Harzer WochenSpiegel vom 8. April 2015 nachzulesen.
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