Der Weihnachtsmann aus Bad Lauterberg

Bad Lauterberg (dx). Bad Lauterberg ist nicht nur die Einkaufsstadt im Südharz, auch der Weihnachtsmann wohnt hier. Sein richtiger Name: Dirk Spicher. Seit dem Jahr 2001 beschert der 47-Jährige Familien im Landkreis ein schönes Weihnachtsfest. In diesem Jahr hat er acht Auftritte an Heiligabend. Im Gespräch mit der Redaktion des Echo zum Sonntag spricht er über seine Berufung, was die Kinder sich in diesem Jahr wünschen und wie man überhaupt Weihnachtsmann wird

Herr Spicher, die wichtigste Frage zuerst: Wie wird man eigentlich Weihnachtsmann?
Das war Zufall. Mein Versicherungsvertreter berichtete mir im Jahr 2001, dass er keinen finde für einen Auftritt bei sich zu Hause. Spontan sagte ich, dass ich das übernehmen würde.

Und damit begann die
Erfolgsgeschichte?

Ja, allein diese Familie buchte mich 16 Jahre lang. Dank Mundpropaganda wurden die Aufträge immer mehr, bis schließlich sogar die Agentur für Arbeit anfragte, ob sie mich offiziell als Weihnachtsmann vermitteln dürfen. Seit dieser Zeit bin ich nicht nur bei Familien, sondern wurde auch schon von Firmen gebucht. Insgesamt sehe ich meine Arbeit als Berufung an.

Was ist für Sie das besondere an dieser Tätigkeit?
Der Glanz in den Augen der Kinder, die sich aus dem vollem Herzen freuen – auch über die kleineren Dinge. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist eine Geschichte in Hattorf. Dort sollte ich einen Jungen besuchen, der im Rollstuhl sitzt. Als er mich in der Tür sah, richtete er sich auf und ging plötzlich ein paar Schritte auf mich zu. An diesem Tag habe ich drei weitere Termine verpasst, weil diese Situation so überwältigend war und der Kleine mich nicht mehr gehenlassen wollte.

Was wünschen sich denn die Kinder im Jahr 2014?
Leider viel zu oft Videospiele und Elektroartikel. Aber vereinzelt gibt es auch noch ideelle Wünsche wie beispielsweise eine schöne Weihnachtsfeier.

Ist die Jugend heute schwieriger? Und sagt sie noch Gedichte auf?
Nein, schwieriger keinesfalls. Sie sind viel reifer als ich beispielsweise in dem Alter war – und sie sind auch an vielen Stellen raffinierter. Allerdings gilt: Je kleiner die Kinder, desto ängstlicher sind sie. Deshalb sollten Eltern ihren Nachwuchs unbedingt auf meinen Besuch vorbereiten.

Was verschenkt eigentlich ein Weihnachtsmann?
Ganz klar: Freude am Fest.

Wenn man im Kostüm von einem Termin zum anderen rast, passiert einem dabei auch etwas Kurioses?
Lacht: Ja, aber das lass ich an dieser Stelle lieber.

Da sie sonst ja nur die Geschenke verteilen - was wünscht sich ein Weihnachtsmann selbst?
Ein ehrliches, nicht Konsum gesteuertes, Weihnachten. Und das all die, die es sich nicht leisten können, von denen, die es sich leisten können, unterstützt werden.
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