Wärmstes Jahr auf dem Brocken

Brocken (dx). Gibt es den Klimawandel oder gibt es ihn nicht? An dieser Frage scheiden sich immer wieder die Geister. Kritiker argumentieren oft damit, dass es auch früher schon ungewöhnlich warme Jahre gab und Ausreißer durchaus normal seien. Ein Blick auf die jährlichen Durchschnittstemperaturen auf dem Brocken scheint diese Theorie allerdings eindeutig zu widerlegen. Das vergangene Jahr 2014 brach alle bisherigen Wärmerekorde: durchschnittlich 5,1 °C betrug die Lufttemperatur auf Norddeutschlands höchstem Gipfel.
Daten vom Deutschen Wetterdienst (DWD), die jetzt von der Verwaltung des Nationalparks Harz veröffentlicht wurden, zeigen, dass die durchschnittlichen Lufttemperaturen seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen deutlich angestiegen sind.

Bereits im Jahr 1895 wurde auf dem Brocken die erste Wetterstation gebaut. „Seitdem haben wir verlässliche Klimadaten von diesem Berg und können den Klimawandel sehr genau verfolgen“, betont Dr. Friedhart Knolle, Pressesprecher des Nationalparks Harz. Heute hat der DWD eine sogenannte Klimareferenzstation auf dem Brocken, das heißt eine mit Personal besetzte Station seines hauptamtlichen Messnetzes, die jahrzehntelange und ununterbrochene Klimabeobachtungen vorweisen kann.

Dass der Trend bei den Temperaturen auf dem Berg nach oben geht, ist dabei unübersehbar: Während sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch deutlich unter drei Grad lagen, betragen sie mittlerweile im Durchschnitt bereits über vier Grad.

Auch an den Höchsttemperaturen lässt sich der Klimawandel ablesen. Der 20. August 2012 war mit einer Spitzentemperatur von 29 Grad der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Zuvor waren bereits 2003 (28,2 °Celsius) und 2006 (28 °Celsius) neue Rekorde für die Maximaltemperatur aufgestellt worden.

Ebenfalls ungewöhnlich warm waren der Winter 2006/2007 und das Frühjahr 2007. Der April 2007 war der wärmste je auf dem Brocken gemessene April.

Begründet wird der Temperaturanstieg unter anderem mit dem erhöhten Kohlendioxidgehalt der Luft, der in den vergangenen Jahren um rund 13 Prozent zugenommen hat.

Wer sich über die Harzer Messwerte informieren möchte, dem steht die Webseite www.wetteronline.de mit den Wetterstationen Braunlage und Brocken zur Verfügung. Benachbarte Stationen der engeren und weiteren Nationalparkregion sind z.B. Osterode. Mit der Funktion „Rückblick“ kann man Messwerte der vergangenen Jahre abrufen.

Entnommen ist der Artikel aus dem Harzer WochenSpiegel.
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