Keine Daten weitergeben

Göttingen (dx). Es klingt wie die Charmeoffensive eines besonders kundenfreundlichen Unternehmens, tatsächlich handelt es sich um eine besonders dreiste Betrugsmasche: Angebliche Hotlinemitarbeiter ziehen aktuell Windows-Nutzern das Geld aus der Tasche. Und bringen arglose Microsoft-Kunden dazu, gefährliche Programme auf ihren PCs zu installieren. Darauf wies jetzt die Polizeidirektion Göttingen hin. Hinter dem hilfsbereiten Angebot stecke ein klug ausgetüftelter und äußerst erfolgreicher Betrug im Namen des weltweit agierenden IT-Konzerns. In den vergangenen Wochen hatten sich vermehrt Opfer der Masche bei den Beamten gemeldet.

Immer die gleiche Masche

Die Masche ist dabei immer die gleiche: In häufig gebrochenem Deutsch oder auch Englisch mit indischem Einschlag ruft ein angeblicher Mitarbeiter des Microsoft-Supports an. „Wir haben festgestellt, dass sich auf ihrem Computer ein Virus befindet“ – so laute meist der Einstieg in das Gespräch. Dann werde den Computernutzern erklärt, dass man ein Programm aus dem Internet herunterladen und auf dem Computer installieren müsse, dass dem vermeintlichen Techniker den Fernzugang zum PC erlaube.
Anschließend so die Polizei sei es dann ein Leichtes, den Opfern entsprechende Schutzprogramme gegen Online-Bezahlung zu installieren. Wenig später müssen die Betrogenen bei einem Blick auf ihren Kontostand feststellen, dass ihnen mehrere Hundert Euro vom Konto ins Ausland abgebucht wurden.

700 Euro ergaunert

So erging es beispielsweise auch einer 49-jährigen Göttingerin am vergangenen Wochenende, die mit Schrecken feststellen musste, dass Unbekannte über 700 Euro von ihrem Konto abgebucht hatten. Zuvor hatte sie ein Telefonat mit einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter geführt und online ein Schutzprogramm erworben.

Tipps von Microsoft und der Polizei

Microsoft rät seinen Kunden dazu, am Telefon weder irgendwelche Programme oder Dienste zu kaufen oder gebührenpflichtige Abonnements zu erwerben. Ein Sprecher der Polizei betont zudem, dass man auf gar keinen Fall Computer-Daten (z.B. ID-Nummer oder Passwörter) an Dritte weitergeben sollte, weder am Telefon, noch per Mail. Verdächtige Anrufe sollten zudem protokolliert und der Polizei gemeldet werden.
Wurde die angebliche Hotline-Offerte angenommen und das Programm installiert, sollte der PC unverzüglich vom Internet getrennt werden. Danach muss das Programm entfernt werden – von einem echten Experten und keiner dubiosen Hotline.

Der Artikel ist auch im Harzer WochenSpiegel vom 15. Juli nachzulesen.
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