In der Welt zu Gast, in Schwaben zu Hause
Er saß bei Bill Clinton zum Frühstück. Seine Augen sahen einen müden, gebrochenen Michail Gorbatschow nach dem Putsch, seine Hände unterzeichneten für die Bundesregierung 1992 den Vertrag über die Währungsunion in Maastricht, seine Füße betraten geschichtsträchtigen Boden im Kaukasus. Neuneinhalb Jahre stand Dr. Theo Waigel an der Spitze des Bundesfinanzministeriums – so lange wie keiner seiner Amtsvorgänger. Ironisch bezeichnete der CSU-Politiker seine Zeit als Finanzminister einmal als „Hundejahre“. In einer schwierigen wirtschaftlichen Umbruchsphase bestimmte der 68-jährige Christsoziale die finanzpolitischen Geschicke der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich. An Helmut Kohls Seite kämpfte der gebürtige Schwabe für die Deutsche Einheit. Myheimat-Redaktionsleiter Joachim Meyer besuchte Theo Waigel in Oberrohr. Er traf einen aufgeräumten, sichtlich entspannten Bundesfinanzminister a.D., der amüsant über seine Liebe zur schwäbischen Heimat, die Schulzeit in Krumbach und die Vorzüge ...