Bon Camino – der Weg ist das Ziel
Günther war zurück. Er war anders. Zwölf Kilogramm leichter. Das schlohweiße Kopfhaar betonte die sonnengebräunte Haut seines Gesichts. Aber was war anders an ihm? Natürlich: Ein schlohweißer Vollbart zierte nun sein gewöhnlich glattrasiertes markantes Kinn. Wo warst du, fragte ich ihn. Ich habe den Camino gemacht, sagte er. Camino? Günther sah mich ratlos, ohne Erinnerung. Und half mir. Hape Kerkeling, sagt dir das was? Natürlich, der Entertainer. Aber was hat der mit Camino am Hut? Den ist er gelaufen. Hat ein Buch darüber geschrieben. Bestseller. Noch nie davon gehört?
Nun erinnerte ich mich. An diesen Pilgerweg von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela. Ich kannte ihn nur als den Jacobsweg. Rund achthundert Kilometer lang. Über Stock und Stein und murmelnde Bäche, romantische Brücken. Alleine, zu zweit oder in Gruppen. Zwanzig bis fünfundzwanzig Kilometer am Tag. Den Hausstand auf dem Rücken, oft mit "Mikrowelle und Waschmaschine", wie es scheint. Nur als Schlafstatt haben ...