Kriegsreporterin Dr. Antonia Rados sprach in Wetzlar vor 2000 Menschen

Wetzlar: Rittal Arena | Ihre ständigen Begleiter heißen Vorsicht und Angst, wenn sie in Kriegsgebieten unterwegs ist. An dem Tag, an dem sie von einem Leibwächter erfuhr, dass auch er ständig von der Angst begleitet wurde, sprach sie offen darüber.

Auf der Mitgliederversammlung am gestrigen Abend lautete der Titel des Vortrags „Gefahr, Risiko und Mut“. Antonia Rados, ein sehr zierliches Persönchen, erzählte den 2000 Zuhörern, was sie in den Schurkenstaaten, die sie bereist hat erlebte.

Sie führte Interviews mit Diktatoren wie Saddam Hussein und Muammar al Gaddafi, sprach mit Terroristen und Islamisten.
Antonia Rados berichtet ohne großes Konzept in den Händen, das Publikum hört gespannt zu.

Angst nutzen die „Robespierres im Nahen Osten“ um die Ziele zu erreichen. Von der radikalisierten Masse sind mittlerweile 2/3 unter 30 Jahre. Sie sind mit den neuen Medien wie Smartphone und Satellitenfernsehen ausgestattet. Die Zahl der Analphabeten sei sehr hoch und die jungen, frustrierten Menschen im Nahen Osten kommen mit der radikalen Form der Religion in Berührung. Rados erzählt von den Ärmsten in den Gebieten die nicht über Strom verfügten, jedoch ein Handy besitzen und ihre Dienste als Lotsen für die Journalisten anbieten.

Antonia Rados zeichnet aus ihrer Erfahrung heraus eine düstere Zukunft von den Ländern die sich durch den „ arabischen Frühling“ Wohlstand erhofft hatten. Weil sie Geld bekommen wollen die einen zum "Islamischen Staat" (IS) übertreten, und die anderen sparen ihr Geld um mit Hilfe von Schmugglern nach Europa zu kommen.

Stabilität in den islamischen Ländern könnten nach Ansicht von Rados die Türkei bringen. Für viele junge Araber hat die moderne Türkei eine Vorbildfunktion. Die Türkei sei zwar kein arabisches Land, sei aber ein islamisches Land, in dem die Wirtschaft boomt. Ihre Auffassung sei auch, dass Präsident Erdogan mit der Türkei nicht in die EU wolle. Eine Führungsposition im Nahen Osten steure Erdogan an.

Im anschließenden Gespräch mit dem Vorstandssprecher der Volksbank, Dr. Peter Hanker sagte Antonia Rados, dass von außen nicht der Terror im arabischen Raum gestoppt werden könne. Für Ordnung können nur die betroffenen Länder selber sorgen.

Dr. Antonia Rados wurde 15. Juni 1953 in Klagenfurt geboren, ist promovierte Politologin, Chefreporterin im Ausland bei der Mediengruppe RTL und vor allem durch ihre furchtlose Berichterstattung in Krisengebieten bekannt. das Krisengebiet ist ihr Zuhause. Sie berichtete aus Chile, Somalia und Südafrika und erlangte große Aufmerksamkeit mit ihrer Berichterstattung über die Revolution in Rumänien, für die sie 1991 in Österreich als „Frau des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

Die Österreicherin lebt in Paris und Kairo.

Bei der anschließenden Buchsignierung gab es die Gelegenheit ein kurzes Gespräch mit einer für mich wunderbaren Frau zu führen.
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3 Kommentare
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Volker Beilborn aus Marburg | 19.03.2015 | 11:19  
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Johanna M. aus Stemwede | 20.03.2015 | 23:19  
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CHRISTINE Stapf aus Amöneburg | 21.03.2015 | 12:29  
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