Peter Seefried: persönliche Stellungnahme zu meinem Verhalten am 20. Juli 2012

Bezüglich meines Verhaltens auf der Kreistagssitzung am 20. Juli 2012 ist sehr viel fragwürdiges Zeug geschrieben worden. Hierzu möchte ich folgende Punkte feststellen:
Es ist für mich eine Anmaßung sondergleichen, wenn ein Landrat glaubt, den Kreistag für seine persönliche Profilierung nach Außen zu missbrauchen. Gibt es für den Landrat des Landkreises Dillingen/Donau wirklich nichts Wichtigeres zu tun, haben wir keine anderen Probleme als auf ein Attentat im Jahr 1944 einzugehen?
Auch möchte ich betonen, dass mein „sitzen bleiben“ nicht etwa eine Sympathie-Bekundung zur damaligen national-sozialistischen Regierung darstellt, sondern dass ich es schlicht leid bin, dass fast 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges in diesem Land ein penetranter Schuldkult betrieben wird, der jede Sachlichkeit vermissen lässt. Die meisten Kreistagsmitglieder haben doch nicht im Ansatz einen Schimmer über die politischen Ziele der Verschwörer des 20. Juli. Wenn jetzt ausgerechnet der FDP-Landtagsabgeordnete Georg Barfuß mir versucht geschichtlichen Nachhilfeunterricht zu geben, so sei dem geantwortet, dass viele Äußerungen des Herrn Stauffenberg heute wohl einen Eintrag im sogenannten Verfassungsschutzbericht zur Konsequenz hätten.
Erschreckend war für mich die Reaktion nach den Vorkommnissen auf der Kreistagssitzung. Die typische linke Jagdgesellschaft der Gutmenschen kannte kein Pardon. Es wurde mir nicht mal im Ansatz die Möglichkeit gegeben mich zu erklären. Ich wurde niedergebrüllt und beleidigt. Die Szenerie erinnerte an die Vorkommnisse auf dem Parteitag der Putin-Partei „Einiges Russland“. Auch hier hatte es ein einzelner Delegierter gewagt, nicht für den großen Herrn Putin zu stimmen. Auch hier wurde zur Suche nach dem „Verräter“ in gleicher drastischer Weise aufgerufen. Das undemokratische Verhalten einiger Kreistagskollegen war in Wirklichkeit die Schande an diesem Tag.
Schlussendlich habe ich so meine Probleme, mit der immer weiter um sich greifenden Gutheisung von Gewalt in der Politik. Hier der gute Krieg gegen den Terrorismus im Irak, dort die verbrecherischen Kriege in Syrien und auf dem Kaukasus. Als vor ein paar Wochen in Syrien sogenannte Freiheitskämpfer einen Bombenanschlag auf Regierungsmitglieder verübten und dort einige Minister und Militärs ermordet wurden, überschlug sich die bundesdeutsche Presse mit klammheimlicher Freude über dieses Verbrechen. Als am selben Tag unschuldige israelische Urlauber in einem Reisebus ebenfalls Opfer eines Bombenanschlages wurden, war dies wiederum ein grausames Verbrechen. Ich spiele bei dieser Sache nicht mit. Ich lehne Gewalt zur Umsetzung politischer Ziel ab!
Als deutscher Patriot und als Demokrat sei es mir erlaubt auch sitzen bleiben zu dürfen, wenn ich hierzu eine begründete Meinung habe. Wenn dies ein deutsches Parlament nicht mehr aushält, so haben wir ganz andere Probleme. Wenn manchen Kreistagskollegen parlamentarische Demokratie zu kompliziert ist, so sollen diese doch ihr Mandat zurückgeben und nach Hause gehen. Solche Abnicker braucht unser Land sicher nicht!

gez.
Peter Seefried

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