Stadtkapelle Wertingen: Junge Talente auf dem Weg nach oben

Wann? 20.04.2014 20:00 Uhr

Wo? Stadthalle Wertingen, Landrat-Anton-Rauch-Platz, 86637 Wertingen DE
Der 22-jährige Michael Ahne spielt beim Osterkonzert der Bläserphilharmonie Wertingen das Werk "Concerto for Percussion and Wind Band" von Gary Ziek.
 
Der 1992 geborene Stephan Gerblinger wird das Publikum beim Osterkonzert 2014 mit dem Werk "Trombone Concerto" op. 114 von Derek Bourgeois erfreuen.
Wertingen: Stadthalle Wertingen | von Hertha Stauch

Beim Osterkonzert stellen sich junge Solisten vor.


Die Bläserphilharmonie der Stadtkapelle Wertingen bereitet sich derzeit intensiv auf ihr am Ostersonntag vor – alljährlich ein Höhepunkt im Musikleben der Stadt. Diesmal sind im ersten Teil des Konzerts zwei Solisten zu hören, die in der Musikschule und Stadtkapelle Wertingen groß geworden sind und den Weg als Berufsmusiker beschritten haben. Die WZ hat sich mit dem Schlagzeuger Michael Ahne aus Welden und dem Posaunisten Stephan Gerblinger aus Geratshofen unterhalten.

Herr Ahne, Sie spielen beim Osterkonzert eine Solopartie auf dem Vibraphon – um welches Stück handelt es sich denn?
Ahne: In Absprache mit dem Dirigenten Tobias Schmid habe ich mich für das „Concerto for Percussion and Wind Band“ von Gary Ziek entschieden. In diesem Werk ist nicht nur das Vibraphon, sondern ein Großteil des Schlagwerkinstrumentariums vertreten, unter anderem Marimbaphon, Glockenspiel, Crotales, Tom-Toms, Snare-Drum, Pipe-Drum und vieles mehr.

Das Vibraphon ist ein ungewöhnliches Instrument. Was macht seinen Reiz aus, was ist besonders schwierig?
Ahne: Das besondere am Vibraphon ist, wie der Name schon sagt, das Vibrato. Durch einen Motor werden Rotoren bewegt, welche sich unter den Klangplatten befinden und durch die rotierende Bewegung das Vibrato erzeugen. Der Reiz an diesem Instrument ist, dass man eine Großzahl an verschiedenen Klängen erzeugen kann, auch durch verschiedene Schlägel, Nutzung des Pedals, anstreichen der Platten mit einem Kontrabassbogen etc. Und genau das ist die Schwierigkeit, aber auch der Anspruch, diese verschiedenen Klangmöglichkeiten optimal herauszuarbeiten.

Sie studieren Musik – welche Fachrichtung und seit wann und wo?
Ahne: Ich studiere Musik im künstlerischen Studiengang Orchesterinstrument Pauke/Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater München. Von 2006 bis 2011 war ich Jungstudent, seit Oktober 2011 bin ich im Hauptstudium bei Arnold F. Riedhammer.

Wie viele Wertinger Berufsmusiker sind Sie in der Stadtkapelle „groß“ geworden...
Ahne: Meine ersten Orchestererfahrungen durfte ich im Jugendorchester der Stadtkapelle unter dem Dirigenten Klaus Kraus sammeln. Seitdem konnte ich an zahlreichen Konzerten, Konzertreisen (USA) und Wettbewerben teilnehmen. Zu den schönsten Erlebnissen und Erfolgen zählen beistimmt die Reisen in die USA (2002 und 2006 mit Gerhard Kratzer und 2010 mit Manfred-Andreas Lipp).

Wohin soll ihre persönliche musikalische Reise weiter gehen? In eine berufliche Zukunft?
Ahne: Seit den musikalischen Anfängen, aber insbesondere durch mein Studium ist es mein Ziel und Traum, eine Anstellung in einem professionellen Orchester zu bekommen. Durch Aushilfstätigkeiten (Münchner Symphoniker, Staatstheater am Gärtnerplatz München) und ein Jahres-Praktikum (Augsburger Philharmoniker, Spielzeit 2013/2014) habe ich viel Erfahrung sammeln können.

Herr Gerblinger, Sie haben sich der Posaune verschrieben und spielen beim Osterkonzert auch ein Solo – welches Stück?

Gerblinger: „Trombone Concerto“, op 114 von Derek Bourgeois.

Die Posaune ist ein ungewöhnliches Instrument...
Gerblinger: Sie hat einen edlen und vollen Klang. Der Reiz ist, dass man sehr markant über das gesamte Orchester strahlen und somit große Gefühle zum Ausdruck bringt, aber auch feine und schöne Cantilenen und Choräle spielen kann. Schwer an diesem Instrument ist, dass man nicht wie zum Beispiel bei der Querflöte eine Klappe drückt und der Ton kommt, sondern dass man auf dem Zug die richtigen Töne finden muss. Dies ist besonders heikel, wenn man schnelle Passagen spielen muss wie im dritten Satz meines Konzerts beispielsweise.

Auch Sie studieren Musik - welche Fachrichtung?
Gerblinger: Ich studiere seit drei Jahren bei Professor Wolfram Arndt an der Hochschule für Musik und Theater München. Vorher war ich hier auch Jungstudent. Mein Studiengang heißt KIA Posaune, was soviel bedeutet wie Künstlerische Instrumental Ausbildung an der Posaune. Ich lerne hier vor allem die klassische Musik kennen, bin aber auch in der Hochschul-BigBand tätig. Für mich ist es wichtig eine große Bandbreite an Musik zu machen. Sei es Marsch- bzw. Blasmusik oder eine klassische Sinfonie. In der Stadtkapelle mache ich Musik, seit ich Posaune spiele. Angefangen im Vororchester bin ich jetzt in der Bläserphilharmonie tätig. Natürlich habe ich während meiner Ausbildung auch an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen. Meine wichtigste Auszeichnung waren 22 Punkte bei dem Bundesentscheid von Jugend musiziert. Weiterhin war ich in verschiedenen Auswahlorchestern, wie zum Beispiel dem Bundesjugend-Orchester, tätig und durfte als Aushilfe in verschiedenen Orchestern mitwirken.

Und was ist Ihr persönliches Ziel?
Gerblinger: Mein Ziel und das meiner Ausbildung ist es natürlich auch, später einmal in einem Orchester mitzuspielen. Dafür muss ich auf Probespiele in ganz Deutschland fahren und vor der Posaunengruppe oder dem ganzen Orchester vorspielen. Nach zwei bis drei Runden entscheiden sich die Posaunen bzw. entscheidet das Orchester, welcher Bewerber im Endeffekt bei ihnen mitspielen darf.

Das Osterkonzert findet am Ostersonntag, 20. April um 20 Uhr in der Stadthalle Wertingen statt. Karten (12 Euro/9 Euro ermäßigt) bei Schreibwaren Gerblinger und bei allen Musikerinnen und Musikern des Orchesters.

0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.