Stadtkapelle Wertingen: Ein tierisches Vergnügen

Am Schluss des tollen Konzertes stellten sich alle Mitwirkenden für ein Erinnerungsfoto bereit.
  Kinderkonzert der Bläserphilharmonie

Einen tierischen Spaß hatten alle Beteiligten beim Kinderkonzert der Stadtkapelle Wertingen am vergangenen Wochenende in der Pausenhalle des Gymnasiums. Viele große und kleine Gäste waren gekommen, um sich das Spektakel rund um die zoologische Fantasie von „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint Saens anzuschauen. Es war eine Karnevalsfeier mit Gebrüll, Gezwitscher und Gegacker. Mit Flötenschülern und Kindern der musikalischen Früherziehung der Musikschule, Schauspielern und natürlich mit der Bläserphilharmonie Wertingen unter der Leitung von Tobias Schmid.

Eine Besonderheit dieses Werks ist die Besetzung von zwei Klavieren zusätzlich zum Orchester, welches normalerweise ein Symphonieorchester ist, aber in Wertingen durch ein symphonisches Blasorchester ersetzt wurde. Dank Dieter Mörtl, der das Werk für die Bläserphilharmonie bearbeitet hat, kommen auch die Bläser in Wertingen in den Genuss, solch reizvolle und humoristische Musik zu interpretieren und standen dem Original dann in nichts nach. Geschickt und mit Spaß lenkte Tobias Schmid seine Musiker durch die Inszenierung.
Die beiden Pianisten Evgeny Konnov und Sophia Gaidysheva, die ihre Ausbildung am Moskauer Konservatorium begannen und nun an der Musikhochschule Augsburg studieren, gaben dem Konzert mit ihrem virtuosen Spiel eine exklusive Note. Beinahe schwindlig wurde den Zuhörern, als sie den Pianisten auf die Finger schauten, während die wilden Esel auf die Bühne stürmten. In beeindruckender Weise meisterten sie technisch Anspruchsvolles und bewegten andererseits mit ihrer einfühlsamen Begleitung von tanzenden Elefanten und Schwänen. Für die beiden Pianisten, die in ihren jungen Jahren bereits Preisträger mehrere Wettbewerbe sind, jüngst gewann Evgeny Konnov den 1. Platz beim Klavierförderpreis Siegfried Gschwilm 2014, war die Aufführung dieses Werks Premiere, genauso wie für die vielen kleinen Künstler, die beim Konzert mitwirkten. Diese waren nicht nur ausschließlich Schüler der Musikschule. Auch Kinder des Kindergartens Sonnenschein und Schüler der Grundschule Wertingen waren mit von der Partie.

Herr Papagei und der Erzähler führten durch den Karneval

Der Erzähler Georg Mathias und seine Assistentin Anna Gaugler als Herr Papagei, konnten mit ausdrucksvoller Stimme, viele tierische Gäste bei der Karnevalsfeier ankündigen. So eröffnete Anna-Maria Hof, Korbinian Giersig und Valentin Kim als imposante Löwen das Konzert ehe zahlreiche Hühner scharrend und gackernd die Bühne betraten, unterstützt von jungen Flötisten und Flötistinnen der Musikschule unter Leitung von Karolina Wörle. Stürmisch sausten wilde Esel durchs Publikum, uralte Landschildkröten mussten sich mit schnellen und langsamen Tanzeinlagen verausgaben, begleitet von Klarinettenschülern (Viktoria Krebs, Lara Döhler, Nikola Woitcyk, Lisa-Marie Rehm, Tamara Aumiller) und den Blechbläsern des Vor- und Jugendorchesters Silas Balletshofer, Thomas Mordstein, Verena Gärtner und am Xylophon Sebastian Schweiger. Dass der Tanz der Elefantendame imposant wurde, dafür sorgte Jonas Meier als Solist an der Tuba. Wie fürsorglich Kängurumütter zu ihren Babys sein können, das zeigten die kleinen Schauspieler, die mit Jutesäcken über die Bühne hüpften.
Ein ganz besonders rührendes Schauspiel boten die Kinder der musikalischen Früherziehung unter der Leitung von Gabi Gentner. Mit Fischköpfen und bunten Tüchern verkleidet, erschien ein Schwarm zierlicher Fische und tanzte zu zauberhafter Musik und tausenden Seifenblasen. Ob Kuckuck oder Kolibris, Vögel durften natürlich auch nicht fehlen. Nachdem die Klarinettistinnen als Kuckuckspieler verstummt waren, flatterten aufgeregte Vögel mit fliegenden Federn auf die Bühne, während die Flötistin Barbara Mayr in einem virtuosen Solo die Flügelschläge musikalisch imitierte.
Dass sich die Pianisten auch selbst parodieren können, zeigten sie mit gezielt überzogenen und mit absichtlich platzierten falschen Noten in dem wie eine Tonleiteretüde komponierten Abschnitt.

Der Schwan ist weltberühmt

Noch bevor die Schwäne einschweben, verpasst der Komponist in seinem mit „Fossilien“ überschriebenen Satz, den althergebrachten Gewohnheiten der Zuhörer eine kleinen Seitenhieb, indem er allseits bekannte Melodien, die von der Klarinettistin Sabrina Steinle, dem Hornisten Patrick Sailer, dem Tubisten Silas Balletshofer und dem Trompeter Magnus Bauch vorgestellt wurden, in einen Tanz verpackt.
Ein Stück aus „Der Karneval der Tiere“ ist unabhängig vom Gesamtwerk weltberühmt geworden: "Der Schwan". Ursprünglich für Cello geschrieben, wurde das Solostück von der jungen, begabten Euphoniumspielerin Delia Geißler ausdrucksvoll und mit großem Klang vorgetragen. Dazu tanzten die zwei Ballerinas Emilia Karl und Nadine Fußan mit graziler Anmut im weißen Tüllrock und glitzernder Krone.
Zum krönenden Finale durften alle „Tiere“ in einer langen Polonaise noch mal durch den Konzertsaal schreiten und sich anschließend von zahlreichen Eltern und Freunden wie kleine Stars feiern und natürlich fotografieren lassen.
Im Anschluss an das Konzert stellten die Musiker der Bläserphilharmonie ihre Instrumente für interessierte Nachwuchsmusiker zum Ausprobieren zur Verfügung.
Heike Mayr-Hof ist es mit ihrem Team aus Simone Rigel, Gabi Mordstein, Patricia Rauch, Karolina Wörle, Tobias Schmid und der Bläserphilharmonie gelungen, eine kurzweiligen Konzertnachmittag zu gestalten, der den vielen Beteiligten bestimmt noch lang in Erinnerung bleiben wird.
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