Musikschule Wertingen: Musikalisches Brilliant-Feuerwerk

Die Münchner Künstler Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) begeistern ihr Publikum in der Musikschule Wertingen.
 
Langanhaltender Applaus als Dank für das faszinierende Spiel des homogenen Duos Raphalea Gromes und Julian Riem.

Die Münchner Künstler Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) begeistern ihr Publikum in der Musikschule Wertingen.

In einem der berühmten Konzertsäle Münchens wähnten sich die Hörer am vergangenen Freitag, als sie dem faszinierenden Spiel des unwahrscheinlich homogenen Duos lauschten.
Riem, durch verschiedene Veranstaltungen unter anderem mit der Bläserphilharmonie Wertingen hier kein Unbekannter, sagt von Gromes, dass sie eine musikalische Traumpartnerin ist. Das glaubt man gerne, so sehr wie die beiden gleichwertigen Künstler die Werke gemeinsam bis in feinste Nuancen gestalten!
Seit drei Jahres bildet Raphaela Gromes, die schon einige Preise errungen hat und auch als Solistin tätig ist, mit Julian Riem ein Duo von dem man noch viel hören möchte!

Das Programm des Abends spannt mit Werken von Beethoven, Dünser, Martinů und Franck einen Bogen von der Klassik über die Moderne zur Romantik.

Beethovens Cellosonate

Der erste Satz (Allegro con brio) aus Ludwig van Beethovens 5. Cellosonate wurde von dem geradezu trotzigen Gestus des Hauptthemas ausgehend als ein äußerst lebendiges – zwischen Staunen, Erwarten, Herausfordern und Sicheinlassen hin- und hergerissenes – Zwiegespräch gestaltet.
Die choralhaften Melodien, welche die Musiker im zweiten Satz (Adagio con molto sentimento d'affetto) aufspannten, vermittelten den Zuhörern die tiefe Sehnsucht und Schmerzen des Komponisten in den Jahren vor 1817 und regten an, eigenen Empfindungen nachzuspüren. Empfindsam und lyrisch tragen die Musiker das Stück in die Weite des sich nach Dur wendenden Mittelteils und finden für den in Stimmungsabgründe zurückfallenden Satz einen freundlich-meditativen Abschluss.
Den dritten Satz (Allegro fugato) präsentierten Raphaela Gromes und Julian Riem als ein gewitztes, dank ausgefeilter Artikulation und Phrasierung sehr gut nachvollziehbares und humorvolles Verwirrspiel um ausgefallen rhythmisierte Tonleitermotivik und ausladende Kontrapunktik.

Inspiriert durch ein Triptychon von Hieronymus Bosch

Das zweisätzige „Garden of Desires“ des österreichischen Zeitgenossen Richard Dünser ist durch das berühmte Triptychon „Der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch inspiriert.
In diesem zweiten Programmpunkt illustrierte und inszenierte das Duo in einer packend-farbenreichen Klanglichkeit die vertonten Anmutungen, Verlockungen und Gefahren des irdischen Lebens, die Qualen der Hölle sowie Ruhe und Innigkeit des verlorenen und – in der Coda des zweiten Satzes – erinnerten oder verheißenen Paradieses.

Das letzte Stück vor der Pause führt heraus aus der nachdenklichen Stimmung hinein in das heitere Staunen über die stupende Virtuosität der Musiker bei den ironisch-geistreichen Bravourvariationen des Tschechen Bohuslav Martinů.
Die Variationen über ein charmantes, gleichwohl etwas triviales Thema von Rossini verfügen souverän über die Tonsprachen des 18. bis 20. Jahrhunderts. Zudem nehmen sie auf einen Variationszyklus Paganinis über dasselbe Thema – gleichsam als Gegenbild – Bezug.
Sie ermöglichten dem Pianisten in donnernden Kaskaden, glockenhaften Akkorden und perlenden Einwürfen sein Instrument auszuloten. Die Cellistin kann ihre spielerische aber auch kraftvolle Virtuosität und elegische Sanglichkeit zeigen und die Musik mit enormer Ausdruckskraft füllen.

Langanhaltender Applaus und "Liebesgruß" als Zugabe

Die tief empfundene romantisch-lyrische Sonate in A-Dur von César Franck nach der Pause ließ in allen vier Sätzen keine gestalterischen Wünsche offen und das beeindruckte Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus.
Den Liebesgruß der Zugabe (Salut d’amour von Edward Elgar) nehmen die Zuhörer dankbar mit auf den kurzen Heimweg.
Bequemste Erreichbarkeit, ein klanglich und optisch hervorragender Rahmen, freundlicher Service, die Künstler hautnah erlebbar, faire Preise: man kann den Organisatoren der Musikschule Wertingen (federführend: Karolina Wörle) nur von Herzen danken, ein solch hochkarätiges Konzert in unserem kleinen Städtchen anzubieten – und wünscht sich weitere so nah gelegene Spitzenveranstaltungen, wobei man allen Musikinteressierten in Wertingen nur raten kann zu bemerken, wenn der Berg zum Propheten kommt ...
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