Literarisches Quartett am Gymnasium Wertingen

Annika Müller, Amelie Krämer, Lukas Arend, Elisabeth Wiest und Ephraim Schmidt-Riese diskutierten im Gymnasium Wertingen
„Frisch, frech, fröhlich, frei“ – das leicht veränderte Turnermotto hätte auch über dem vergnüglichen Abend stehen können, den vier Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Gymnasiums Wertingen ihren gut 50 Zuhöreren bereiteten. Als Beitrag zu den diesjährigen Kulturtagen „DLG – Kultur und wir“ informierten sie über bekannte und nicht ganz so bekannte Romane und nahmen dabei kein Blatt vor den Mund. Alle vier Teilnehmer betrachteten die besprochenen Werke nämlich aus ihrer jugendlichen Leserperspektive und ließen wissen, was sie persönlich aus der Lektüre mitnehmen konnten – oder auch nicht. Tief greifende schematische Interpretationen waren nicht gefragt. Kleine Frotzeleien mit den anwesenden Deutschlehrern gaben folglich der Veranstaltung die erfreulich lockere Note. Besonders bemerkenswert war, dass die Diskutanten des Quartetts eben erst eine umfangreiche Theaterproduktion auf die Beine gestellt und sich daneben auf aberhunderte von Seiten anspruchsvoller Literatur gestürzt hatten.

Moderator Lukas Arend führte seine Mitschüler humorvoll, aber stets mit Blick auf die Uhr durch das straffe Programm. Geschickt bezog er dabei auch das Publikum mit ein. Ephraim Schmidt-Riese hatte sich speziell mit Pascal Merciers „Der Nachtzug nach Lissabon auseinadergesetzt “, freute sich an der etwas verwickelten Geschichte und gab zu, dass er mit den nicht immer besonders übersichtlichen Sätzen den Autors zu kämpfen hatte. Über Philip Roths Roman „Der menschliche Makel“ informierte Elisabeth Wiest. Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass auch dieses Werk einen langen Atem braucht, dass aber die Geschichte über versteckte Identitäten, Vorurteile und Rassismus den Leser am Ende bereichert zurücklässt. Amelie Krämer erinnerte an einen Bestseller aus dem 19. Jahrhundert, Alexandre Dumas’ „Der Graf von Monte Christo“, einen ursprünglich in mehreren Etappen veröffentlichten Fortsetzungsroman. Intrigen, Strafe, Belohnung, Abenteuer: Reichlich Stoff für Menschen, auch in Zeiten von Fernsehen, Kino und Livestreams noch Bücher regelrecht verschlingen. Den Schlusspunkt setzte Annika Müller mit ihrer Besprechung von John Greens Jugendbuch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Die bereits erfolgreich verfilmte Geschichte der 16-jährigen Hazel, die unheilbar an Krebs erkrankt ist, ist ebenso bedrückend wie aufmunternd.
Zum Schluss der kurzweiligen Veranstaltung konnten die Gäste, so sie denn auf den Geschmack gekommen waren, auf dem Büchertisch der Buchhandlung Gerblinger gleich ein Exemplar des betreffenden Werks erwerben.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.wertinger | Erschienen am 15.11.2014
myheimat-Regionalmagazin wertinger | Erschienen am 08.01.2015
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