Auf der Suche nach dem Sinn
Auf der Suche nach dem Sinn
der Mensch, er lebt so dahin
in der Hektik unserer Zeit
strebt im Grunde nach dem Sinn
doch ist dieser manchmal weit . . .
der Mensch ist doch gefangen
vom Alltag marionettengleich,
kann zum Sinn so kaum gelangen
wird er durch ihn erst wirklich reich . . .
der Mensch, er muss sich schütteln
um manches Falsche abzustreifen,
wenn zu viele Dinge an ihm rütteln
kann das Wichtige nur schwerlich reifen . . .
ist der Alltag dann befreit
kann der Sinn des Weges schreiten,
verschüttet nur für kurze Zeit
verhilft dem Mensch zu neuen Weiten . . .
.
Von Anbeginn der Zeit war der Mensch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er hat Bauwerke nach dem Sonnenlauf und den Sternen errichtet. Er hat Bücher geschrieben und Filme gemacht, die sich um diesen Sinn des Lebens drehen.
In unserer jetzigen Zeit können wir noch nicht einmal mehr den Sternenhimmel bei Nacht sehen, weil es überall auf unserer Erde so hell ist.
Der Mensch verliert den Bezug zu der Natur, zum Kreislauf des Lebens und damit zum Sinn des Lebens.
Was es nur bedeutet, wenn jemand sagt: "Das macht Sinn"? Meint derjenige damit vielleicht, dass man den Sinn machen muss? Dass also jeder für sich selbst und ganz persönlich herausfindet, was für diese Person den Sinn ausmacht?
Das würde für mich Sinn machen.
Wer hingegen meint, leicht und unbeschwert denn "Sinn des Lebens", den andere für ihn präsentieren und vorgekaut vorlegen, nun in sich aufnehmen und als den seinen ansehen zu können, der wird, genügend Glück und Ausdauer vorausgesetzt, bis zu seinem Lebensende dieser Fantasie (positiv ausgedrückt) nachhängen und sie vielleicht auch anderen weiter vermitteln. So geht das mit Religionen oft. Und oft hat das schon Menschen sehr geholfen, mit ihrem Leben zurecht zu kommen.
Vielleicht kommen wir dem Sinn des Lebens wieder ein wenig näher, wenn wir uns nicht so sehr zu Gefangenen des Alltags machen lassen.
Täglich wird uns von einer gigantischen Medien- und Werbemaschinerie vorgekaukelt, was wirklich wichtig ist; welche Reise wohin am besten für die Seele ist und welches neue technische Gerät am besten für die Bewältigung des Alltags ist.
Wir werden ständig berieselt und jagen den Dingen nach, die wir für erstrebenswert erachten, bzw. von denen man uns vorgaukelt, dass sie erstrebenswert sind.
In die entlegensten Winkel der Erde kann man reisen; ja, sogar ins All soll es bald für Touristen gehen.
Aber. die Reise zu uns selbst, das scheinen wir irgendwie fast verlernt zu haben.
Wieviele Quellen von Kraft, Hoffnung und Liebe könnten wir finden, würden wir erst mal uns selbst entdecken.
Es ist gewiss nicht leicht, in unserer heutigen Welt den Sinn des Lebens zu finden, in erst mal zu definieren.
Aber, ein bißchen mehr weniger ich und ein bißchen mehr Du wäre schon mal ein Anfang.
Otto, die Reise ins ICH ist für viele beschwerlicher, als in den Urwald zu fahren.
Irene, gut gesagt. Könnte man die Reise ins Ich im Reisebüro buchen, mit Ankunft- und Abreisetermin, Vollpension, Animateuren und geführten Ausflügen, würde es manchen Menschen leichter fallen ;o)
Manche brauchen sicherlich gar keine Reise ins ICH. Die sind so in der Gegenwart verwurzelt und stehen mit beiden Beinen im Leben, dass es ihnen reichlich egal ist, sich solcherlei Gedanken zu machen.
Übrigens Otto, das ist ein sehr stimmungsvolles Bild.
Sehr schöne Aufnahme und ein sinnvolles Gedicht.
ja, wie wahr rainer! danke!
Die Betrachtungen über den Sinn des Lebens
haben zu einem guten Schluß geführt.
LG Brunhild
Darüber sollte man sich Gedanken machen. Ein schönes Bild.
Ab und zu sich einfach mal dem fremdbestimmten Alltag entziehen und Herz und Sehnsucht auf die Reise schicken.
Sich selbst treu bleiben und schon sind wir Partner und nicht mehr Gefangene des Alltags.
Und dann sind wir auf dem besten Wege, dem Sinn des Lebens nicht mehr nur hinterher zu laufen, sondern ihn zum eigenen Alltag zu machen, mit ihm dem mehr glückliche Zeiten und Momente erleben.
Die Zeit
die Tage sind so fließend
gehen viel zu schnell vorbei,
den Augenblick genießend
danach ist wieder Einerlei . . .
man ist täglich eingespannt
hat viel zu wenig Zeit,
hat die Muße kaum erkannt
ist schon wieder weg, so weit . . .
wer hält noch manchmal an
hört der Zeit ihr leises Flehen,
wer will auch dann und wann
für sie vom Weg abgehen . . .
wer will sie wieder finden
als Partner anerkennen,
mit ihr in den Alltag münden
nicht vergeblich nach ihr rennen . . .
dabei ist sie doch da
überall und immerzu,
sie ist uns immer nah
mit ihr kehrt ein die Ruh . . .
Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens
im Herzen sucht, der sucht vergebens,
kein Geist, und sei er noch so reich
kommt dem edlen Herzen gleich.
(Friedrich Martin von Bodenstedt, 1819 - 1892)




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