SeniorenGemeinschaft Wertingen informiert über Schutzmaßnahmen

Bild (sgw) Kriminalhauptkommissarin Andrea Grimminger und SGW-Vorsitzender Hans-Josef Berchtold
 

Trickdiebe spezialisieren sich auf Senioren

Immer wieder werden gerade ältere Menschen Opfer von Trickdiebstählen oder -betrügereien. Rücksichtslose Täter nutzen gezielt das Vertrauen oder die Unwis-senheit von Seniorinnen und Senioren aus. Zudem zeigt die demographische Ent-wicklung, dass die Menschen immer älter werden und, dass es aufgrund von oft-mals fehlenden Bindungen innerhalb der Familie immer mehr alleinstehende Seni-oren gibt. Wer jedoch die Methoden der Trickdiebe und Einbrecher kennt, kann sich besser schützen und entsprechend reagieren.

Im Rahmen eines Mitgliedertreffens nutzten vor kurzem über 60 Seniorinnen und Senioren des Vereins die Möglichkeit sich über die Methoden der Ganoven zu in-formieren. „Allein von Januar bis Oktober gab es in Bayern in diesem Jahr über 5000 Einbrüche“, informierte Vereinsvorsitzender Hans-Josef Berchtold in seiner Begrüßung. Deshalb stand die Veranstaltung unter dem Motto „Sicherer leben – Gefahr erkennen – Risiken ausschließen“. Kriminalhauptkommissarin Andrea Grimminger von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Kripo in Dillingen in-formierte an diesem Nachmittag über Betrügereien im Alltag. In einem kurzweiligen Vortrag berichtete sie über zahlreiche Methoden von Trickbetrügern und Trickdie-ben.
Sie warnte vor Haustürgeschäften, weil dabei allerhand passieren kann. So werde auch gestohlene Ware zum Kauf angeboten. Die Verkäufer seien oft unterwegs, um die Gegebenheiten auszuspionieren. Sei die Haustüre mal geöffnet, könnten sie mit wenigen Blicken in die Eingangsgarderobe Rückschlüsse auf die Bewohner ziehen. Beliebt seien auch falsche Grußbestellungen, der „Enkeltrick“, falsche Amtspersonen, der Glas-Wasser-Trick oder vorgetäuschte Notlagen.
Die Betrüger nutzen die Hilfsbereitschaft der Senioren aus, warnte Grimminger. Oft nutze eine zweite Person die Gelegenheit, um ebenfalls in die Wohnung einzu-dringen. Deshalb rät die Polizei dazu, die Tür nicht zu öffnen, durch die geschlos-sene Tür zu sprechen und eine Türsperre anzubringen. Erfahrungsgemäß seien Hausierer anfangs sehr freundlich und würden bei Misserfolg ungehalten und auf-dringlich.
Betteln sei in Deutschland zwar grundsätzlich erlaubt, organisiertes Betteln jedoch verboten. Dies würde üblicherweise von mehreren Personen ausgeübt und diene vorrangig dem Ausspionieren von Gegebenheiten. Deshalb riet die Kriminalbeam-tin: „Rufen sie die örtliche Polizei an, wir kommen zur Kontrolle in das Wohngebiet.“ Sie vermittelte den Senioren: „Eine Polizei kann nur so gut sein, wie Sie die Polizei unterstützen.“
Vor der Teilnahme an Kaffeefahrten wurde gewarnt. Die Polizistin Andrea Grimmin-ger berichtete an einem Beispiel von einer Kaffeefahrt von Dillingen nach Ulm, bei der allein die Fahrtzeit ganze drei Stunden dauerte. Der Bus fuhr kreuz und quer über Land, bis die Teilnehmer die örtliche Orientierung verloren hatten und nicht mehr wussten, wo sie denn nun angekommen waren. Das war beabsichtigt, denn bei der anschließenden Verkaufsveranstaltung wurde eine Matratze zum stolzen Preis von 1299 Euro zum Verkauf angeboten. Gleichzeitig wurde darauf hingewie-sen, dass bei Nichtkauf kein Anspruch auf die Rückfahrt bestehe und man diese selbst organisieren müsse. Die Polizei rät in einem solchen Fall: „Schauen sie auf die Speisekarte des Lokals, darauf finden sie die Standortadresse und rufen sie die Polizei.“ Grundsätzlich solle man nichts unterschreiben.
Im Supermarkt solle man auf die Geldbörse achten. Häufig liegt sie einfach im Ein-kaufskorb. Jeder vierte Einbruch gehe auf irgendein Fehlverhalten zurück. Eine nur zugezogene Haustüre sei wie eine offene Haustüre. Ein dunkles Haus und eine offene Garage sei eine eindeutige Information und mache es den Einbrechern leicht, warnte die Polizistin. Seit sechs Jahren ist unerlaubte Telefonwerbung verboten.

In der sich dem Vortrag anschließenden Diskussion berichteten einige Senioren über ihre eigenen Erlebnisse. Unter Anderem hatten sie bereits mehrfach Erfah-rungen mit Telefonterror gemacht und dabei viel dazu gelernt. „Man muss alles do-kumentieren um eine wirkungsvolle Anzeige erstatten zu können“, so die Empfeh-lung. „Wenn Sie in Not geraten sind, scheuen sie sich nicht, die 110 für polizeili-chen Notruf oder die örtliche Polizei zu verständigen – wir kommen gerne zu Hilfe“, sagte die Kommissarin. Sie riet, die Nummer der örtlichen Polizei im Handy oder dem Festnetztelefon einzuspeichern.(sgw)
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