Hand aufs Herz – Senioren üben die Wiederbelebung

Begeisterte Teilnehmer und Mitglieder der SeniorenGemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen
 
Joachim Keil, Geschäftsführer der ASB-Wertingen, bei der Herz-Druck-Massage
In Deutschland sind die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand weitaus schlechter als in anderen europäischen Ländern. Nur ein Drittel aller Deutschen wäre im Ernstfall in der Lage, eine Reanimation durchzuführen. Das belegt nun eine Europa-weit angelegte Studie unter der Leitung des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin an der Uniklinik Schleswig Holstein.
Der Grund für die geringe Hilfsbereitschaft, so die Studie, liege häufig in der großen Angst etwas Falsches zu machen. Außerdem sei das Thema „Erste-Hilfe“ und „Wiederbelebung“ in der Deutschen Gesellschaft nicht ausreichend verankert. Der beste Rettungsdienst nutze wenig, so die Experten, wenn die am Unfall direkt Betroffenen nicht fähig seien, effektiv zu handeln. Eine rasche und richtig angewandte Soforthilfe könne vielen Menschen mit plötzlichem Herzstillstand das Leben retten.
Dieses aktuelle Thema griff die SeniorenGemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen auf, und bot seinen Mitgliedern vor kurzem einen „Erste-Hilfe-Kurs für Senioren“ an. In Zusammenarbeit mit dem ASB-Mehrgenerationenhaus-Wertingen wurde ein kompakter Schnellkurs angeboten bei dem den Teilnehmern die Angst zur Soforthilfe genommen werden konnte. Herr Joachim Keil, Geschäftsführer des ASB-Wertingen und selbst ausgebildeter und zertifizierter Ersthelfer, ging im theoretischen Teil des Seminars auf die gängigsten Situationen bei Herzinfarkt, Schlaganfall, Schock, Bewusstlosigkeit sowie bei Vergiftungen und Verbrennungen ein. Dabei versuchte er klar zu machen, dass man grundsätzlich nichts falsch machen könne – nur die unterlassene Hilfe sei ein grober Fehler und könnte rechtliche Schritte nach sich ziehen. Die Überlebenschancen eines Patienten nach Herzstill-stand würde sich verdoppeln bis verdreifachen, wenn der Ersthelfer mit der Wiederbelebung direkt beginnt.
Wenn eine Person reglos am Boden läge solle man zuerst prüfen, ob sie ansprechbar sei und auf Fragen reagiere. Sei dies nicht der Fall, sollte festgestellt werden ob sie atmet. Dies erkenne man am Brustkorb der sich hebt und senkt oder an einem Atemgeräusch. Als nächstes sollte die die nächste Rettungsleitstelle über die Rufnummer 112 informiert werden. Schließlich sollte man versuchen den Herzschlag zu stimulieren. Wenn kein Blut mehr durch die Adern fließt, so der Refe-rent, würde nach kurzer Zeit die Hirnfunktion beeinträchtigt sein. Die Folge sei Bewusstlosigkeit. Bereits nach fünf bis sieben Minuten könne das Opfer irreversible Schäden davon tragen.
In einem anschließenden praktischen Teil konnten die Teilnehmer dann selbst „Hand anlegen“ und die Herz-Druck-Massage üben. Dabei knieten sich die Ersthelfer neben den Bewusstlosen (eine Kunststoffpuppe) etwa auf Höhe des Brustkorbes. Ein Handballen wurde auf der Mitte der Brust positioniert, der andere wurde auf diese Hand gelegt. Gedrückt wurde dann mit ausgestreckten Armen. Der Kursleiter riet etwa so viel Druck aufzubringen, dass sich der Brustkorb gut fünf Zentimeter senkt. Diese Bewegung sollte dann gut 100-mal pro Minute wiederholt werden.
Am Schluss wurde dann noch die „stabile Seitenlage“ geübt die bei Personen angewendet werden soll die noch atmen, aber noch nicht bei Bewusstsein sind. Bis der Rettungsdienst eintrifft sollte der Mund geöffnet und die Atmung regelmäßig kontrolliert werden. Um zu verhindern, dass die Zunge in den Rachen rutscht, sollte der Kopf vorsichtig nach hinten über streckt werden.

Alle Kursteilnehmer waren begeistern von der qualifizierten Vermittlung der lebenswichtigen Thematik durch Herrn Keil und bedankten sich mit anhaltendem Applaus.
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