Die stille Gefahr. Bluthochdruck kann tödlich sein.

Hans-Josef Berchtold und Dr. med. Ulrike Bechtel, Bild und Text: SGW
Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Volkskrankheit. Nach den Angaben der Deutschen Hochdruckliga sind hierzulande über 35 Millionen Menschen betroffen. Das Risiko für diese Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Bei den über 60-jährigen hat heute bereits jeder zweite eine Hypertonie.
Dies war für die SeniorenGemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen Anlass sich diesem lebenswichtigen Thema im Rahmen eines Mitgliedertreffens zu widmen. Auf Einladung des Vereins hielt vor kurzem Frau Dr. Ulrike Bechtel, Chefärztin der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen, Internistin und Fachärztin für Nieren- und Hochdruckkrankheiten einen beeindruckenden Vortrag. Vor zahlreich an der Veranstaltung erschienen Senioren stellte Dr. Bechtel fest, dass viele Menschen das Thema Bluthochdruck auf die leichte Schulter nähmen. Das tückische an Bluthochdruck sei, dass die Betroffen keine Symptome spürten – bis es irgendwann zu spät sei. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen seien die Folgen.
Als erstes erläuterte Dr. Bechtel was unter „Bluthochdruck“ zu verstehen sei. Ab einem permanenten Blutdruck von 140/90 und mehr würde man von einer Hypertonie sprechen, ab der dann eine Behandlung dringend angeraten sei. Bei Patienten, die zudem Nieren- oder Herzkrank seien, sollte der Blutdruck nicht höher als bei 130/80 liegen.
Oft seien keine unmittelbaren Auslöser für eine Hypertonie erkennbar. Aber Risikofaktoren, die den Blutdruck weiter steigen lassen sind eindeutig hohes Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, erhöhter Speisesalzkonsum, sowie ein erhöhter Alkohol- und Kaffeegenuss. Zusammen mit dem Bluthochdruck sei das Risiko der Arterienverkalkung bei diesen Gruppen noch größer und die Folgeschäden seien vorprogrammiert.
Würde der dauerhaft erhöhte Druck in den Gefäßen nicht behandelt, würden diese verkalken und es drohten schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder eine chronische Herzmuskelschwäche. Was viele nicht wüssten sei, dass Bluthochdruck auch zu Impotenz oder erhöhter Demenz führen könnte.
Klare Anzeichen für einen großen Blutdruckanstieg (Blutdruckkrise) seien, so die Expertin, Schwindelgefühle, Kopfschmerz, Müdigkeit, häufiges Nasenbluten. Kurzatmigkeit, rote Gesichtsfarbe, Sehstörungen, Übelkeit sowie Beklemmungsgefühle mit Herzklopfen. Spätestens dann sollte ein Gang zum Arzt erfolgen.
Zum Schluss ihres Vortrages klärte die Fachärztin noch auf, dass es doch viele Möglichkeiten gäbe den Blutdruck rasch und nachhaltig zu senken und damit ein Erkrankungsrisiko drastisch zu reduzieren. Dies seien eine schrittweise Gewichtsreduzierung, regelmäßige körperliche Bewegung, eine ausgeglichene und gesunde Ernährung mit salzarmen Speisen. Ein reduzierter Alkoholkonsum, der Verzicht von Rauchwaren, sowie eine regelmäßige Entspannung wie autogenes Training oder Yoga. Wichtig sei, so die Medizinerin, dass jeder möglichst bald seinen Blutdruck misst, um dann bei Bedarf konsequent Maßnahmen einzuleiten, denn für eine Kurskorrektur sei es im Leben nie zu spät. (PM)
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