MdL Dr. Leopold Herz und Landratskandidat Dr. Philipp Prestel: Agrarpolitik - Sinn und Unsinn neuer Verordnungen

Auf dem Foto von links nach rechts: MdL Dr. Leopold Herz, Landratskandidat FREIE WÄHLER Dr. Philipp Prestel, BDM Bundesvorstand Romuald Schaber, BDM Kreisvorsitzender Oberallgäu, Andreas Steidele und BDM Kreisvorsitzender Oberallgäu Stellvertreter, Hans-Peter Uhlemayr
Zu einem Austausch über die aktuelle Agrarpolitik trafen sich MdL Dr. Leopold Herz, agrarpolitischer Sprecher der Freie Wähler Landtagsfraktion sowie Dr. Philipp Prestel, Landratskandidat Oberallgäu, Freie Wähler mit dem Bundesvorsitzenden des BDM, Romuald Schaber und dem Kreisvorsitzenden Oberallgäu, Andreas Steidele und seinem Stellvertreter Hans-Peter Uhlemayr.

Im Vordergrund des Gesprächs stand die Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik (GAP) bis zum Jahr 2020. Die Neuregelung bedeutet für die landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern eine Veränderung bei den Direktzahlun-gen. "Vor allem für die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe, wie bei uns im Allgäu bedeutet die Agrarreform eine finanzielle Verbesserung für die Landwirte", so MdL Dr. Herz. Zukünftig bekommt jeder Betrieb für die ersten 30 Hektar, die er bewirtschaftet, jeweils 50 € zusätzlich und für weitere 16 Hektar gibt es 30 € mehr. Wer mehr als 46 Hektar hat, erhält für die weiteren Flächen wie bisher nur die Grundprämie.

Der BDM Bundesvorsitzenden Schaber und seine Kollegen fordern einen relativ kostendeckenden Preis und die staatlichen Förderungen nur dort, wo der Marktpreis nicht ausreicht, einzusetzen. Dies unterstützt MdL Dr. Herz voll und ganz. "Wenn die Landwirte keine Perspektive haben, steigen sie irgendwann aus", so MdL Dr. Herz.

Die derzeit recht guten Milchpreise haben die Produktion angekurbelt und auf den internationalen Märkten ist die Nachfrage recht groß. Deshalb könnten die Bauern von einer flexiblen, marktangepassten Handhabung der bestehenden Milchquote im letzten Jahr ihres Bestehens besser profitieren, so BDM Vorsitzender Schaber. Er betrachtet auch nach dem Quotenende im Jahr 2015 ein weiteres Sicherheitsnetz mit entsprechenden Regelungen als notwendig.

Auch die geplante verschärfte Düngeverordnung führt zu enormen Erschwernissen, so die Vertreter des BDM! Bei der neuen Verordnung sollen zukünftig starre Düngevorgaben ohne Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten erfolgen sowie längere Lagerzeiten von Gülle. MdL Dr. Herz befürchtet dadurch einen Strukturwandel in der Landwirtschaft durch die Hintertüre. Die vorherrschende Denkweise "Gülle ist Abfall" muss verändert werden! Fakt ist, dass jeder Liter Gülle wertvoll ist, denn ansonsten muss synthetischer Stickstoff zugekauft werden.

Für großen Ärger bei den Landwirten sorgt die neue Sachkundeverordnung für den Pflanzenschutz! Auf Unverständnis stößt dabei, dass die bislang übliche Vorlage eines Nachweises über eine bestimmte Berufsausbildung, ein entsprechendes Studium oder eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung als Beleg nicht mehr ausreicht! Alle Gesprächsteilnehmer sehen in dieser Neuregelung der Verordnung keinen Sinn und können den Ärger der Landwirte voll verstehen. Bei uns im Allgäu mit seinem Grünlandbereich ist es vor allem notwendig den Ampfer mithilfe von Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen und das ist Unkrautbekämpfung! Hierfür im Anschluss an die Ausbildung einen Sachkundenachweis zu erbringen und diesen alle drei Jahre zu wiederholen, das ist völlig unsinnig. MdL Dr. Herz hat einen Antrag im Bayerischen Landtag gestellt, diese Regelung aufzuheben.

Der Landratskandidat Dr. Prestel sprach das Thema Landwirtschaft - Fremdenver-kehr an, das im Oberallgäu von großer Bedeutung ist! Die BDM Vertreter würden sich hierzu eine generelle Bewußtseinsänderung wünschen, dass die Landwirt-schaft notwendig ist. Die bäuerliche Landwirtschaft im Oberallgäu leistet einen sehr hohen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft! Dazu zählt die Alpwirtschaft aber auch die Betriebe im Tal! Für Dr. Prestel hat die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert als Beitrag zur Lebensqualität und Attraktivität der Region Oberallgäu. Die gepflegte Landschaft ist eine gute Grundlage für die Tourismusbranche und trägt dazu bei, dass die Gäste gerne ins Allgäu kommen und das soll auch in Zukunft so sein!

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