Presse-Vielfalt, wo bist du hin?

Liebe Leserinnen und Leser.
Andere Länder, andere Sitten, sagt man. Darin liegt eine tiefe Wahrheit.
Nehmen wir als Beispiel die Freiheit der Meinung und die Vielfalt in der Presse und den Medien.
Da gibt es Länder, in denen jeder, der nicht laut genug sagt, dass er hinter dem Machthaber steht, plötzlich spurlos verschwindet. Nordkorea ist ein solches Land.
Dann gibt es Länder wie Russland, wo jemand, der Kritik an der Regierung äußert, ohne viel Federlesens ein paar Jahre im Straflager verbringen kann.
In manchen Ländern werden sogar blutige Bürgerkriege geführt, weil die Menschen das Recht haben wollen, frei ihre Gedanken zu äußern und in den Medien eine Vielfalt der Meinungen statt des immer gleichen und regimetreuen Einheitsbreis zu finden.
Und dann gibt es da noch unser Land, die Bundesrepublik. Hier muss niemand sitzen, weil er nicht hinter der Regierung steht. Und bei Nacht und Nebel im Nirgendwo verschwindet auch niemand, wenn er oder sie sich als kritischer Geist outet. Wir haben die Rechte und Möglichkeiten, um die uns weltweit andere Völker beneiden.
Mutet es da nicht traurig an, ja ist es nicht beinahe ein Schlag ins Gesicht für Menschen weltweit, wenn unsere Medien sich freiwillig wirklich kritischer Berichterstattung enthalten? Wenn sie sich aus eigenem Antrieb auf die Darstellung von nur noch ein oder zwei Meinungen beschränken, ohne dass äußere Umstände sie dazu zwingen?
Wozu soll ich noch eine Zeitung kaufen, wozu noch online Nachrichten lesen, wenn ich darin doch immer wieder nur die gleichen Inhalte finde und - wie jetzt im Wahlkampf zum Amt des Regionspräsidenten - statt fünf Meinungen von fünf Kandidaten nur die zwei Meinungen des Amtsinhabers und seines stärksten Herausforderers zu lesen bekomme?
Jemand sagte einmal, Wahlen würden durch Bratwurst und Bier gewonnen, nicht durch Informationen. Das könnte, zumindest in meinem Falle, stimmen, denn anstatt eine Zeitung mit ihrer Meinungseinfalt zu kaufen, esse ich von dem Geld lieber eine Bratwurst. Und wählen werde ich dann, wen ich will. Da lasse ich mich nicht von der Einseitigkeit der Medien manipulieren.

Rainer Stieg

(Degersen)
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