Texte und Musik um Matthias Claudius in Weetzen mit dem Chor Cantate,Instrumentalisten und Solisten

Ein Nachmittag in Weetzen war ganz dem Dichter Matthias Claudius gewidmet. In der voll besetzten Kirche erlebten die Zuhörer am 22.5. eine bunte Revue mit Text und Musik. Egbert Rosenplänter hatte Texte von und über Claudius zusammengestellt, dazu Vertonungen von Claudius- Gedichten. Gekonnt und einfühlsam wurden die Texte von Andreas Lemmel und Juliane Consbruch vorgetragen. Da hörte man von den Festen, die Claudius für seine Kinder erfand, um dem Alltag Glanz zu geben, etwa vom Herbstling und vom Eiszäpfel. Ein Brief an den Mond kam vor – und auch ein sonderbares Bewerbungsschreiben an den Prinzen von Dänemark. Claudius war in seiner kauzigen Art Weiser und Narr zugleich, einer, der viele Masken aufsetzen konnte, ein Eulenspiegel, der Leute an der Nase herumführte. Aber zugleich auch ein harter Kritiker seiner Zeit, wenn er den Regierenden den Spiegel vorhielt und das Unrecht beim Namen nannte. Seine Mahnung zum Frieden ist bis heute bewegend: „S' ist leider Krieg – und ich begehre, nicht schuld daran zu sein!“
Der Chor Cantate gestaltete einige Vertonungen von Claudius-Gedichten mit großem Einsatz und Freude am Singen. Die Kompositionen hatte ihnen Egbert Rosenplänter geschrieben. Begleitet wurde der Chor von einer Instrumentalgruppe. So wurden die Chorsätze in vielfältige Klangbilder der Instrumente eingebettet. Auch andere Kompositionen erklangen. Viele Gedichte waren von Joseph Martin Kraus vertont worden, einem Zeitgenossen, damals schwedischer Hofkapellmeister. Die in Uppsala handschriftlich vorliegenden Kompositionen waren eigens von dort zur Verfügung gestellt worden. Andreas Lemmel sang die kräftig – humorvollen Lieder „Ich bin vergnügt“ und das „Rheinweinlied“. Anrührend und komisch zugleich das „Wiegenlied beim Mondschein zu singen“, das Oda Braje vortrug. Sie sang auch zwei Lieder von Franz Schubert. Sein Wiegenlied „Schlafe, schlafe, holder süßer Knabe“ ist vielen bekannt. Eine Überraschung war Schuberts Vertonung von „Der Mond ist aufgegangen“ mit seiner ganz anderen Melodie, von Oda Braje schön und innig gesungen. Mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ von Chor, Solisten, Instrumenten,Chor und Zuhörern gemeinsam musiziert, klang die Veranstaltung aus. Anhaltender Beifall belohnte die Mitwirkenden.
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