Auf den Spuren der Waldenser und Hugenotten

Das Waldenserwappen
 
Die Waldenserkirche in Gewissenruh
UHUs unterwegs!

Wer kennt die Waldenser in Gottstreu und Gewissenruh?
Die beiden Pastoren im Ruhestand Burkhard Gums und Dirk Steffens von der Marien-Petri-Gemeinde Wennigsen waren dieser Frage nachgegangen und führten 54 Reiseteilnehmer mit einem Bus ins sommerlich-sonnige Weserbergland bis nach Bad Karlshafen und darüber hinaus in die Waldenserdörfer Gottstreu und Gewsissensruh. In Gottestreu empfingen Vertreter der Kirchengemeinde und des dortigen Waldenser-Museums die Wennigser Reisenden und das Rätsel konnte gelöst werden.

Die Waldenser berufen sich auf den Gründer ihrer Kirche, Petrus Valdes. Der hatte als reicher Kaufmann in Lyon im 12. Jhdt seinen Besitz verkauft und mit dem Erlös die Armen seiner Stadt unterstützt. Sein Ziel war es, ganz nach den Regeln der Bergpredigt zu leben, friedfertig und frei von übermäßigem Besitz zu sein. Die römische Kirche sah in der Gemeinschaft, die sich um Valdes bildete, eine Bedrohung ihrer Autorität. Zumal Valdes die Bibel schon damals in seine Landessprache übersetzen und Frauen zu Predigerinnen ausbilden ließ. In den folgenden Jahrhunderten wurde die „Kirche der Armen“, wie sich die Anhänger des Petrus Valdes auch nannten, von der damals herrschenden Kirche als Irrlehrer verfolgt. In den Bergen der französischen Alpen fanden sie Zuflucht. Während der Reformationszeit schlossen sie sich den Calvinisten in Frankreich an und teilten das Schicksal der von Ludwig IV. und der römischen Kirche unterdrückten Hugenotten.

Als sie 1685 zur Rückkehr in die römisch katholische Kirche gezwungen werden sollten entschlossen sich viele zur Flucht. Mit Hilfe des Landgrafen Carl von Hessen gründeten sie 1722 mit jeweils 12 Familien die Orte Gottstreu und Gewissenruh bei Karlshafen. Einige Fachwerkhäuser und 2 Kirchen sind noch erhalten. Nach der Besichtigung der Kirche besuchte die Reisegruppe das Waldenser-Museum mit vielen interessanten Exponaten und Bildern aus der Vergangenheit.

In den Kirchen waren die Wennigser von einer schlichten Wandmalerei beeindruckt. Eine brennende Kerze von sieben Sternen bekränzt, umrahmt von den Worten: Lux lucet in tenebris (Joh. 1, 5.) fasste das Bekenntnis der Waldenser in einem Satz zusammen:
„Das Licht leuchtet in der Finsternis“. Während einer mittäglichen Andacht liessen die Gäste der Waldenser-Kirche die Schlichtheit dieser einfachen alten Kirche auf sich wirken. Lieder französischer Komponisten aus der Hugenottenzeit, die Eingang in das Evangelishe Gesangbuch gefunden haben, umrahmten die Andacht.

Weiter ging es jetzt auf den Spuren der Hugenotten nach Bad Karlshafen. Eine Stadtführerin erklärte anhand eines Modells die von Landgraf Carl geplante Stadt mit dem kleinen Hafen und führte durch die von weißen Häusern gesäumten Straßen der Barockstadt...

Im Cafè zur Krukenburg konnten die Reiseteilnehmer bei Torte und Kaffee die gewonnenen Eindrücke der Fahrt im Gespräche austauschen, bevor der Bus sie an der Weser entlang zurück nach Wennigsen brachte.

Dirk Steffens u. Gerhard Metzlaff
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Heike L. aus Springe am 01.08.2012 um 13:14 Uhr  
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