Wanderung auf dem alten Osterwalder-Bergmannsweg

  Wennigsen (Deister): Wennigsen | Am 30. Oktober wanderte der Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. auf den Spuren der Vergangenheit mit Kurt Rennert auf einem Teilstück des ca. 21 km langen „Bergmannsweg“ von Bad Münder nach Osterwald. Die Fahrgemeinschaften erreichten den Parkplatz am Dörper Wasserbehälter an der alten Straße von Eldagsen nach Coppenbrügge; von dort aus wanderte die Gruppe gemeinsam mit dem Initiator für den Erhalt des Bergmannswegs Herrn Wilhelm Vespermann auf einem 10 km langen Teilstück über Ikenburg und Salzburg nach Osterwald.
Im Gebiet von Deister, Süntel, Nesselberg und Osterwald existierte schon in vorindustrieller Zeit ein Gewerberevier mit wirtschaftlicher Bedeutung aufgrund der zahlreichen vorhandenen Bodenschätze. Ein Fuß- und Fahrwegenetz überzog die Region. Viele Arbeitsplätze befanden sich in Steinkohlebergwerken sowie Sand- und Kalksteinbrüchen. Die hier abgebaute Steinkohle wurde in den Brennöfen der Töpfer verwendet, und Tonvorkommen führten zur Herstellung von Keramik sogar für den Export über die Regionsgrenzen hinaus. Mit dem Bau moderner Verkehrswege im späten 19. Jahrhundert und infolge der wirtschaftlichen Entwicklung verloren viele Gewerbe ihre Bedeutung und alte Straßen gerieten in Vergessenheit. Auf diesen alten Wegen wie dem Bergmannsweg gelangten Arbeiter zu den Bergwerken und Steinbrüchen und es wurden Material sowie Waren darauf transportiert. Die Wanderer überquerten unterwegs im Wald auch die alte Hannoversche Straße bei Dörpe, die später durch den Straßenneubau von Coppenbrügge nach Eldagsen ersetzt wurde.
Dieser gut gekennzeichnete Weg mit dem Symbol des Bergmannes auf gelbem Hintergrund schlängelte sich teilweise durch den wunderschönen Buchen- und Eichenwald und über liebevoll hergerichtete Holzbrücken. Jahreszeitlich bedingt war es eine Freude, durch das raschelnde Laub zu wandern. Neben den zahlreichen und lehrreichen Informationen von Herrn Vespermann über die Dörper Bergbaugeschichte stand auch die Natur im Mittelpunkt dieses Wanderweges. Über die Tierwelt, z.B. den Viehtransport zum Masten in den Hutewald, und zum Thema Laubwald gab es interessante Erläuterungen entlang des Weges.
Der Hinweg führte über den oberen Burghardtsweg und zurück ging es entlang des unteren Burghardtsweges. Das herbstliche Traumwetter ermöglichte immer wieder Panoramablicke bis weit ins Weserbergland, zum Ith und in Verlängerung bis zu den Sieben Bergen bei Alfeld.

Auch an der Siedlung Salzburg führte der Bergmannsweg entlang. Durch die Rekatholisierung des Salzburger Landes suchten Vertriebene im Kurfürstentum Hannover Schutz. 1733 siedelten sich Familien am Osterwald, oberhalb von Marienau, an. Die Zugezogenen gaben der Emmigrantensiedlung bei Coppenbrügge den Namen Salzburg.

Unterwegs wurde die Wandergruppe angenehm überrascht. „Kalle vom Osterwald“ empfing die Kneippianer vor der gemütlichen Osterwalder Grillhütte, in der eigens für die wanderfreudigen Teilnehmer zur Mittagsrast das Lagerfeuer entfacht wurde. Osterwald entstand im Jahr 1585, als sich Bergleute aus dem Harz hier niederließen. Es entwickelte sich ebenfalls ein Gewerberevier rund um die Osterwalder Kohle, zu dem unter anderem die Glasproduktion gehörte. Mit der einsetzenden Industrialisierung erlebte der Bergbau am Osterwald im späten 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt.

Allein die abwechslungsreiche Landschaft mit zahlreichen Panoramablicken machte diese lehrreiche Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis. Ein Geheimtipp wartete zum Abschluss noch auf die Wanderer - hausgebackene Torten im rustikal und liebevoll hergerichteten Café Scheune in Mittelrode, einer Bauernscheune aus dem Jahre 1886.
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