Traditionelle Adventswanderung zum Annaturm (09.12.2015)

an der Tellerkurve (Foto: H. Pleines)
Wennigsen (Deister): Wennigsen | Am 9. Dezember war es wieder soweit, der Annaturm stand beim Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. auf dem Programm. Vom Dicken Stein in Wennigsen führte die Wanderung mit 49 wanderfreudigen Kneippianern bei frühlingshaften Temperaturen vorbei am Wanderparkplatz Waldkater direkt in den Deisterwald und bis zur Hütte an der Tellerkurve stets bergan.
Entstanden war die Idee dazu schon vor ungefähr 38 Jahren. Bei herrlichem Winterwetter hatte der damalige Wanderführer Helmut Jung einige Freunde des Vereins dazu animiert, im kleinen Kreis mit ihm eine Winterwanderung auf den Deisterkamm zu unternehmen. Seine Frau Ursel war frühmorgens aufgestanden und hatte frische Quarkbällchen gebacken und so entstand auch die Rast in der Hütte an der Tellerkurve, die auch damals schon weihnachtlich geschmückt wurde. Diese Tradition hat sich inzwischen über eine Generation hinaus fortgesetzt, in der Hoffnung, dass sie auch weiter geführt wird.
Im Vorfeld hatten erneut fleißige Christkinder des Vereins die Hütte in eine weihnachtliche Herberge verwandelt. Kerzenlichter und Tannengrün auf den Tischen sorgten im Wald für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Über Weihnachtsgebäck und heiße Getränke erfreuten sich alle Anwesenden. Doch dann musste sich nach dieser nicht alltäglichen kleinen Weihnachtsfeier mitten im tiefen Wald die Gruppe allmählich in Bewegung setzen, denn es lag ja noch eine geraume Wegstrecke vor ihr.
Nach dem Erreichen des Kammwegs ging es zügig weiter bis zum Annaturm in 405 Meter Höhe ü.d.M., auf dem höchsten Punkt sowohl des Deisters als auch der Region Hannover, Einige Kneippianer ließen sich im Anschluss an das gemeinsame Essen in der Waldgaststätte den Aufstieg auf den Betonröhrenturm nicht entgehen. Aus einer Höhe von 433 Meter bot sich an diesem herrlichen Wintertag ein traumhafter Rundumblick über das gesamte Calenberger Land.
Unmittelbar neben der Gasthaus-Terrasse steht ein Gaußstein, der an den 1833/34 aus Holz gebauten Turm als Trigonometrischer Punkt zur Landesvermessung des vom Königreich Hannover betrauten Mathematikers und Astronom Cal-Friedrich Gauß erinnert. Sein Konterfei sowie das Messgerät und die Skizze der Triangulation Norddeutschlands waren Bestandteil des alten blauen 10-Mark-Scheins. Ganz aktuell ist das Vorhaben des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums, das 1966 in Göttingen entdeckte Messinstrument, den Gauß`schen Vizeheliotropen, mit dem er einst u.a. das Königreiche Hannover vermessen hatte, als national wertvolles Kulturgut einstufen zu lassen.
Die Fortsetzung der Adventswanderung verlief vorbei am idyllisch gelegenen Blanketeich, der einmal als kleine Talsperre zum Betrieb eines Kohleschachts angelegt wurde. Ein wenig wehmütig verabschiedeten sich die Wanderer am späten Nachmittag voneinander am Ausgangspunkt in Wennigsen nach der letzten diesjährigen Winterwanderung aber auch gespannt auf den im Januar folgenden Fußmarsch.
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