Radtour unter blauem Himmel zu den Blaubeeren in Vornhagen

Wennigsen (Deister): Wennigsen | Bei strahlendem Sonnenschein und mit guter Laune im Gepäck traten die Kneippfreunde des Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. am 12. Juli unter der Leitung von Christa Hahne in die Pedale. Eine 55 km lange Fahrt führte vom S-Bahnhof Bad Nenndorf aus mit traumhafter Fernsicht durch das Schaumburger Land nach Vornhagen. Die Strecke verlief abseits der vielbefahrenen Straßen durch kleine abgelegene Ortschaften und die sommerliche Natur, über Horsten, Riepen Beckedorf und Lindhorst. Wo noch vor kurzem die Rapsfelder blühten, säumten nun Getreide- und Maisfelder die Strecke. Die Wolken am blauen Himmel trugen zu einer ganz besonderen Atmosphäre bei. Ziel war der Obstbauernhof Wedekind am Ende des Hufelanddorfes Vornhagen. Eine langgestreckte Siedlung an einer Straße, die im Hochmittelalter nur einseitig bebaut wurde und deren zu den Höfen gehörende Ackerflächen, die Hufe, auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen. Die Gegend um Stadthagen ist wohl die bekannteste Region mit derartigen Dörfern.
Während einer Betriebsbesichtigung auf dem seit dem 16. Jahrhundert im Familienbesitz befindlichen Bauernhof erhielten die Ausflügler Informationen über den Werdegang des Unternehmens; 1994 startete Herr Wedekind als Obstbauer mit einer Erdbeerplantage bei Hameln. Der Betrieb bewirtschaftet inzwischen neben Erdbeeren, Blaubeeren, Kirschen sowie Freilandrosen auch historische und neue Apfelsorten, die u.a. auf zahlreichen Wochenmärkten angeboten werden und immer noch von Hand gepflückt werden.
Jetzt zur Blaubeerzeit dreht sich auf dem Obstbauernhof alles um die blauen Beeren, auch Bickbeeren genannt. Blaubeeren, typische Wildfrüchte, stammen aus Kiefern- und Fichtenwäldern sowie aus Hochmoor- und Heidegebieten in Europa, Asien und Nordamerika. Vor ca. 100 Jahren wurde in Nordamerika mit der Kultivierung wildwachsender Blaubeersträucher begonnen: Blueberries - säurearm und fast murmelgroß. Blaubeeren sind zwar robuste Pflanzen, aber es dauert sieben Jahre, bis die Sträucher ihre volle Größe erreicht haben und den entsprechenden Ertrag erbringen. Diese Kulturblaubeeren sind viel eher reif, da sie nicht im Wald sondern auf dem Acker stehen. Verschiedene Sorten gedeihen nacheinander auf den Plantagen, so dass neun Wochen lang Blaubeeren selbst gepflückt werden können.
Im Anschluss an die fachkundige Führung hatten die Radler noch Gelegenheit, im Garten des Blaubeer-Hofcafés unter dem Schatten der hohen Bäume frisch gebackenen Blaubeerkuchen zu genießen.
Manch einer aus der Gruppe hätte sicherlich noch gerne von der Gelegenheit, selbst Blaubeeren auf dem Feld zu pflücken Gebrauch gemacht, doch der Heimweg rief zum Aufbruch auf. Auf der Rückfahrt ließen die Pedalritter den Bahnhof Bad Nenndorf links liegen und fuhren vergnügt bis nach Hause. Diese gelungene „Kaffee-Fahrt“ auf dem Zweirad war ein Genuss; allein im abendlichen Sonnenlicht die Erhebungen im Calenberger Land zu genießen.
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