Kneippianer unternehmen eine Radtour durch die Rundlingsdörfer im Wendland

Rundlingsdorf Satemin
Wennigsen (Deister): Wennigsen | Der Wettergott hatte es gut gemeint mit den Kneippianern. Ausgerechnet die beiden zusammenhängenden hochsommerlichen Tage im Mai waren für die zweitägige Radtour des Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. im Wendland reserviert. Die PKW-Fahrgemeinschaften trafen sich am Vormittag in Lüchow, einer Stadt mit schönen Fachwerkfassaden, um von dort aus unter der Leitung des Vereinsmitglieds Axel Vorreiter an zwei Tagen die Besonderheiten des Wendlands, einer der schönsten naturnahen Regionen in Norddeutschland im ehemaligen Zonenrandgebiet, auf dem Zweirad kennenzulernen, einem Eldorado für Radfahrer.
Ursprünglich in die Runde gebaute Siedlungsformen mit prächtigen Fachwerkbauten und altem Baumbestand gibt es noch mancherorts in Norddeutschland, doch nirgends sind sie so häufig wie im Wendland anzutreffen. Um den Dorfplatz herum gruppieren sich jeweils mehrere Sektor förmige Hofparzellen. Diese Kulturlandschaft bildet aktuell die Grundlage für die Bewerbung zur Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe.
Jeweils eine 35-km und eine 50-km-Rundtour führten zu verschiedenen Stationen. Der erste Stopp war das Gelände des Rundlingsmuseums „Wendlandhof Lübeln“ mit all den Informationen, die die Radler als Basiswissen für die Tour benötigten. Seine Lage lässt sich über 600 Jahre zurückverfolgen. Auf dem Museumsgelände einer ehemaligen Hofstelle gab es u.a. viel Historisches zu entdecken: ein Heimathaus in Dreiständerbauweise aus dem Jahre 1733, eine Wagenremise, ein Trachtenhaus, ein Ziehbrunnen bzw. ein historischer Bauerngarten sowie zahlreiche Einrichtungsgegenstände, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.
Unterwegs war es keine Seltenheit, in dem einen oder anderen Rundlingsdorf einem Storch zu begegnen, denn Nahrung finden diese Zugvögel in dieser Gegend sicherlich ausreichend. Die vielen Storchennester auf den Giebeln der Fachwerkhäuser waren insofern auch ausgebucht.
Während der Radtour wurde u.a. eine alte Mühle besichtigt und im Rundlingsdorf Bussau mit 7 Vierständerhäusern, Zeichen eines wirtschaftlichen Wohlstandes des hannoverschen Wendlandes, berichtete ein älterer Dorfbewohner von seinem Leben im Rundling. Tolle Fotomotive lieferten u.a. auch die farbenfrohen Rundlingsdörfer von Schreyahn, Satemin oder Diahren während der Radstrecke.
Im Vorgarten eines denkmalgeschützten Vierständer-Fachwerkhaus von 1838 im Rundlingsdorf Jabel ließen die Radler im Cafe die Seele baumeln. Und zum Abschluss der Radtour gab es noch ein Spargelessen in Wustrow, dessen frühere Wirtschaftsgeschichte mit der Leinenweberindustrie und dem Kalibergbau verbunden war.
Von der Sonne verwöhnt sowie mit den vielen interessanten Informationen dieser Kulturlandschaft aus den malerischen Rundlingsdörfern im Gepäck traten die Radler nach einem letzten Streckenabschnitt den Heimweg mit dem PKW Richtung Deister an.
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 03.06.2014 | 08:06  
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