Kneippianer erkunden die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde an der Elbe

Tangermünde (Gefängnisturm auf dem Burgberg)
 
Rathaus Ostseite
Wennigsen (Deister): Wennigsen | Zur beeindruckenden Kaiser- und Hansestadt Tangermünde in der Altmark führte die diesjährige Tagestour des Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. am 09. September.
Zwischen Helmstedt und der Ausfahrt Alleringersleben direkt an der Bundesautobahn Richtung Berlin wurde die Fahrt unterbrochen, um einen kurzen Eindruck von der ehemaligen Grenzübergangsstelle Helmstedt-Marienborn, die seit August 1996 zur Gedenkstätte der Deutschen Teilung umgestaltet wurde, zu erhalten. Dieser Ort war bis 1989 das Nadelöhr zwischen Ost und West. Die am 01.07.1945 errichtete Alliierte Kontrollstelle entwickelte sich während des Kalten Krieges zur größten und bedeutendsten Grenzübergangsstelle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Allein in der Zeit von 1985 – 1989 wurden hier 34,6 Millionen Reisende abgefertigt. Doch die Öffnung der Grenze am 09.11.1989 ermöglichte es DDR-Bürgern, die GÜSt Marienborn uneingeschränkt passieren zu können. Für Besucher sind u.a. die Funktionseinheiten Paßkontrolle, PKW-Einreise, die Kontrollgarage-Ausreise und der Kommandoturm geöffnet. Außer den Dauerausstellungen gibt es noch Mulitmedia-Stationen mit Filmen zur Vertiefung. Während der Führung über das Gelände erinnerten sich viele Mitreisende an selbst Erlebtes, seelische Verletzungen oder Ängste an diesem Ort.
Im Anschluss an diesen kurzen Einblick fuhren die Kneippianer weiter nach Tangermünde, eine alte Kaiser- und Hansestadt am Zusammenfluss von Tanger und Elbe. Herrschaftsmittelpunkt mehrerer Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg in der Zeit von 1134 bis 1463 war die Burg. Sie liegt auf einer Hochebene und überragt die Stadt um ca. 6 Meter. Kaiser Karl IV. (1316-1378) römisch-deutscher Kaiser und König von Böhmen, erhob die Burg 1373 zu seiner Nord- und Nebenresidenz zum Hradschin in Prag.
Die bekannte gutbürgerliche Küche von Tangermünde lud die Ausflügler zum Verweilen in der Alten Brauerei ein. Gut gestärkt führte anschließend der begleitete Rundgang durch die Stadt zu Begegnungen mit vergangenen Jahrhunderten mit Fachwerkhäusern und Backsteinbauten. Die Geschichte zeigte sich an jeder Ecke allgegenwärtig. Mehrere Post- und Handelsstraßen verliefen früher entlang der Höhenburg und führten zu einer bedeutenden Entwicklung der Stadt im 15. Jahrhundert.
Vom Reichtum der Hansestadt zeugen u.a. auch die ca. 2 km lange Stadtmauer sowie die drei wehrhaften Stadttore bzw. das spätgotische Rathaus. Die Stadtmauer als Gesamtanlage zur Verteidigung der Stadt, ursprünglich 1300 errichtet, war besonders wirkungsvoll von der Flussseite aus zu betrachten. Zu den schönsten mittelalterlichen Toranlagen im norddeutschen Raum zählt das Neustädter Tor und der Bau des Rathauses verdeutlicht den Wohlstand der Bürger der Stadt im 15. Jahrhundert. Der Ostflügel mit seiner 24 m hohen prächtigen Schauwand wurde um 1430 errichtet. Die Besichtigung des Rathaussaales, der St. Stephanskirche etc. beeindruckte die Kneippianer sehr.
Am Gefängnisturm ging es vorbei an Denkmälern von Kaiser Karl IV. und dem Kurfürsten Friedrich I. bis zum Kapitelturm, dem höchsten Bauwerk auf dem Burgberg. Der 50 m hohe Turm aus Backstein diente im 14. Jahrhundert als Wehrturm, später als Getreidespeicher für das Berliner Domkapitel (daher der Name) und dient seit 2003 als Aussichtsturm. Vom fünften Obergeschoss aus bot sich den Kneippianern durch die vorhandenen Klappluken bei wundervoller Fernsicht eine reizvolle Kulisse auf die prächtigen Backstein- und Fachwerkbauten, die Elbauen und die Landschaft der umliegenden Dörfer und Städte.
Und nach einer Stärkung bei Kaffee und Kuchen im schlichten Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert endete dieser eindrucksvolle Ausflug mit einer stimmungsvollen Rückreise im Schein der untergehenden Sonne.
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Basti S. aus Aystetten | 11.09.2015 | 23:01  
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