Kneippfreunde erkunden historische Spuren im Gehrdener Berg

Oberhalb der Mergelkuhle mit Blick zum Deister
 
Am Felsenkeller
Wennigsen: Kneipp-Verein Wennigsen | Der Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. begab sich mit 19 Teilnehmern auf historische Spurensuche im Gehrdener Berg. Die Führung hierbei hatte Helmuth Temps vom Heimatbund Gehrden.
Die Tour startete an der Großen Bergstraße unterhalb des ehemaligen „Waldschlösschens“ mit der dazugehörigen „Räuberhöhle“. Es gibt viele Geschichten und Anekdoten über diese beiden Lokale, sie waren weit über die Grenzen Gehrdens bekannt; eine Anlaufstelle für Gehrdener Festlichkeiten und Veranstaltungen, vor allem auch zu Zeiten der Hannover-Messe.
Vom ehemaligen „Felsenkeller“ ist nur noch der Eingang zu sehen. Hier wurde früher das in der Gehrdener Brauerei hergestellte Bier kühl gelagert ebenso das Eis, das in kalten Wintermonaten in Blöcken aus dem Brauereiteich gesägt und von den Gaststätten bei Bedarf wieder entnommen wurde. Zwischen den maigrünen Bäumen ging es weiter zum von 1752 bis 1935 belegten jüdischen Friedhof, der regelmäßig von Ehrenamtlichen gepflegt wird. Der idyllische Waldweg führte anschließend zu dem mit einer Steinmauer umgebenen Friedhof der Familie von Reden mit einem großen Eingangstor, hinter dem sich jeweils zur rechten und linken Seite zwei eindrucksvolle Grabtafeln befinden.
Stets leicht bergan, auf der Kuppe des Suerser Bergs, weist eine Tafel auf ein Hügelgrab in einem Steinkreis mit zehn Metern Durchmesser hin, das in der Zeit um 1000 v. Chr. in der Übergangszeit von der Stein- zur Bronzezeit angelegt worden ist. Hier oben auf der Bergkuppe befindet sich auch das Holle-Denkmal, ein Quader aus grauem Sandstein und Inschriften auf allen vier Seiten. Carl Ludwig von Holle, geb. 1783, stammte von einem der beiden Rittergüter in Eckerde. Im napoleonischen Krieg diente er zusammen mit Otto von Reden, mit dem er seine Jugend auf der Franzburg in Gehrden verbracht hatte, in der Königlich Deutschen Legion, die auch in der Schlacht bei Waterloo kämpfte, wo von Holle 1815 verstarb. Das Denkmal wurde u.a. von Otto von Reden errichtet zum ehrenden Andenken an dessen Jugendfreund. Der Heimatbund Gehrden wird hier auf dem Suerser Berg eine entsprechende Informationstafel errichten.
Während des weiteren Weges zum Niedersachsen-Gasthaus eröffneten sich Fernblicke über das ganze Calenberger Land und den Deister. Bereits 1898 ließ der hannoversche Gartenbaudirektor Julius Trip das ehemals märchenhafte Gebäude mit großem Saal und die historische Tripsche Parkanlage mit traumhaften Aussichten von den beiden Terrassen fertigstellen. Unterhalb der Terrassen lassen sich Straßenbahngleise gut erahnen, denn in der Zeit von 1898 bis 1961 führte die Straßenbahnlinie 10 von Hannover nach Gehrden, und bis 1917 sogar bis vor das Gasthaus.
Bevor es weiter ging, fiel der Blick noch auf die Struckmeyersche Mühle, die 1729 vom Flecken Gehrden als Bockwindmühle errichtet, später von Bauer Struckmeyer erworben und 1878 als Holländer-Mühle in der heutigen Form neu gebaut wurde.
Und zum krönenden Abschluss der Aufstieg zum Burgberg mit einer Höhe von 158 m ü. NN. Der Burgbergturm mit Restaurant wurde 1897/1898 inmitten eines Ringwalls auf dem Gehrdener Berg u.a. für Erholungssuchende aus Hannover errichtet. Mit einer Höhe von 21 m und seiner Aussichtsplattform liegt er 176,94 m über NN. Die 1985 erfolgte Restaurierung durch die Stadt Gehrden ermöglichte es den Kneippianern, einen Rundblick in das Calenberger Land von der Plattform aus für kurze Zeit zu genießen, bevor dunkle Wolken aus Richtung des Steinhuder Meeres aufzogen.
Dass der Gehrdener Berg so reich an Besonderheiten in Geschichte und Natur ist, überraschte auch so manche Einheimischen.
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