Auf den Spuren der Vergangenheit - Herbstwanderung im Deister

Glashütte Bredenbeck
Wennigsen (Deister): Wennigsen | Mit dem Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. unternahm H.-J. Hölscher am 4. Oktober eine 9 km lange herbstliche Wanderung durch die östlichen Ausläufer des Deisters. Von Wennigsen aus fuhren die Kneippianer mit dem Bus bis zum Restaurant Steinkrug in der Nähe von Bredenbeck/Wennigsen und von dort aus ging es durch das farbenfrohe Laub des Waldes einen kleinen Berghang hinauf. Plötzlich taucht ein grauer Kegel aus Stein auf, die ehemalige Glashütte Steinkrug, die von 1809 bis 1928 Glas produzierte; gegründet durch Freiherr Wilhelm Carl Ernst Knigge (1771–1839), der seinerzeit einige industrielle Unternehmen im Deister gründete. Der 13 m hohe Glashüttenturm mit ca. 10 m Durchmesser steht als Industriedenkmal unter Denkmalschutz. Die Sandsteine stammten aus den Steinbrüchen der Umgebung; der runde Baustil mit dem Rauchabzug für einen günstigen Luftzug an der Spitze wurde in England erfunden. Dadurch konnte die benötigte hohe Glasschmelztemperatur schnell erreicht werden.
Die weiteren zur Glasherstellung notwendigen Rohstoffe, wie z.B. Holz, Kohle und Sand waren in der Umgebung im Familienbesitz vorhanden. Zuerst diente Holz aus dem Kniggeschen Wald als Brennmaterial und später Kohle aus den Kohlestollen im Deister. In der Glashütte wurden neben Hohlglas auch Flachglas für Fensterscheiben sowie Glaswaren für den Export produziert. Später wurde die Glashütte von Freiherr Knigge-Harkerode ausgebaut, was Bredenbeck einen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. 1859 pachtete der Bremer Fabrikant Heye die Glashütte und aus seinem Unternehmen entwickelte sich die Firma Heye International. Um 1900 waren in Glashütte bis zu 120 Personen beschäftigt; die Kinder der Glasmacher erhielten in Steinkrug sogar Schulunterricht. 1928 schloss das Unternehmen Heye die Hütte, die Gebäude werden heutzutage als Wohnhäuser genutzt.
Weiter ging es zur Bennigser Burg im dichten Nadelwald, von der nur noch die 3 bis 5 m hohen Wallanlagen zu sehen sind. Die ehemalige Befestigungsanlage liegt am südöstlichen Ausläufer des Deisters und somit in der Nähe alter Verkehrswege; dem Königsweg, der als Höhenweg vom Deisterkamm hierher führte und unterhalb verlief die Heerstraße von Hannover nach Hameln, die das Leine- mit dem Wesertal verband.

Im Verlauf der weiteren Wanderung mit leichtem Auf und Ab verlief die Strecke über den Lauseberg durch farbenfrohen Laubwald und an bereits gepflügten Ackerflächen entlang mit wundervollen Aussichten. Auf der Höhe eröffnete sich ein fantastischer Blick, auf der einen Seite nach Westen Richtung Springe mit dem Weserbergland im Hintergrund und auf der anderen Seite über Bennigsen hinweg nach Osten zur kompletten Skyline von Hannover.
Beeindruckt von einer Wanderung mit diesem Weitblick über die interessante Umgebung des Calenberger Landes beendeten die Kneippianer den Nachmittag mit einem gemeinsamen Abendessen im Weinfässchen von Bennigsen, einer ehemaligen Zuckerfabrik, bevor es dann mit der S-Bahn zum Ausgangspunkt zurück ging.
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