Abschluss-Radtour 2013 durch das Calenberger Land zum Ronnenberger Heimatmuseum

 
Quer durchs Calenberger Land
Wennigsen (Deister): Wennigsen | Radeln mit Gleichgesinnten motiviert, macht mehr Spaß und dient der Gesundheit. Unter diesem Motto unternahm der Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. zum traditionellen Saisonabschluss der Zweiradsparte in diesem Jahr am 12. Oktober eine knapp 40 km lange Radtour unter der Leitung von Heike Lindemann zum Heimatmuseum in Ronnenberg. Nach einem total verregneten Tag waren die Radler morgens beim Anblick der Sonnenstrahlen begeistert. Begleitet von der Farbenpracht der herbstlichen Laubbäume führte die Strecke von Wennigsen aus Richtung Kirchdorf und in großem Bogen weiter durch die Feldmark des Calenberger Landes entlang abgeernteter Felder bis nach Ronnenberg. Da sich die Fahrtrichtung oftmals veränderte, ergaben sich stets neue Ausblicke.

Am Heimatmuseum Ronnenberg, dem 1868 errichteten früheren Vollmeierhof, wurde die Radgruppe bereits von der Museumsleitung sowie weiteren Kneippianern erwartet, die ein anderes Transportmittel genutzt hatten. Mittlerweile zählt das Museum jährlich ca. 2.400 Besucher. Nach den gewaltigen Wassereinbrüchen in Ronnenberg im Sommer 1975 und der damit verbundenen Stilllegung der Bergbaugrube, ergriff der Ostpreuße Bruno Kaleschke die Initiative zur Entstehung eines Museums; er sammelte unzählige alte Gerätschaften. 1978 wurde das neue Heimatmuseum in dem ehemaligen Wohnhaus eines ehemaligen Bauernhofes bezogen und durch Nachrüstungen wird mittlerweile auf zwei Etagen die Geschichte Ronnenbergs und der Umgebung dargestellt. Und im Erdgeschoss befindet sich eine sehr gut erhaltene Stube im Original einer Calenberger Landwirtschaftsfamilie vom Ende des 19. Jahrhunderts sowie diverse Vitrinen mit zahlreichen Exponaten.

Bevor die ausgiebige Führung durch die Vergangenheit startete, stärkten sich die Kneippianer bei einem reichhaltigen Mittagessen an der liebevoll gedeckten Tafel in der Ratsstube. Zuerst ging es in die erste Etage, in der sich eine komplett eingerichtete Wohnküche mit vielen alten Haushaltsgegenständen aus den 50er Jahren befindet. Unterrichtsmethoden früherer Zeiten erahnte man im Klassenzimmer aus der Zeit um 1900 mit Holzbänken und Schiefertafel. Ein großer Bereich wird dem ehemaligen Kalisalzbergbau in der Stadt Ronnenberg gewidmet. Zeugnis des Kalibergbaus ist die weithin sichtbare Kalihalde in Ronnenberg. Ausstellungen u.a. mit Photos dokumentieren einige Schicksale von jüdischen Bürgern in Ronnenberg und Zwangsarbeitern sowie Flüchtlingen in den ehemaligen Lagern der Ortsteile Empelde und Benthe.
Die umfangreiche Ausstellung im Dachgeschoss versetzte jeden ins Staunen. Um die Erinnerung an vergangene Zeiten aufrecht zu erhalten, befinden sich hier einige komplett eingerichtete Werkstätten (u.a. Stellmacherei, Tischlerei, Malerei, Apotheke oder Landarzt). Anhand der ausgestellten Arbeitsgeräte wird die frühere Arbeit verschiedener Handwerksberufe und der Landwirtschaft aus der Region von Ronnenberg dokumentiert. Lebendige Erinnerungen an alte landwirtschaftliche Geräte und den Kalibergbau erwarteten die Kneippianer auch im Garten. Zurück führte die Radtour direkt Richtung Deister, wobei der Regen während des Aufenthaltes im Museum lächelnd zur Kenntnis genommen wurde.
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