Abenteuer-Tourismus im Deister - Kneippianer unterwegs

Feggendorfer Stolln - vor dem Mundloch
  Wennigsen (Deister): Wennigsen | Am 14.05.2014 brach der Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. in Feggendorf bei herrlichstem Sonnenschein am Südhang des Deisters zu einer ca. 12 km langen Wanderung auf, die den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vom Waldparkplatz aus führte ein gut ausgebauter Weg zum Zechenplatz des Besucherbergwerks Feggendorfer Stolln, auf dem im letzten Jahr nach historischem Vorbild auf dem erhaltenen Fundament des ehemaligen Zechenhauses ein neues Haus errichtet wurde.

Der Weg führte neben einer schnurgeraden Schneise den Berg hinauf, wo früher zwei parallele Gleise lagen, auf dem an einem Drahtseil hängend ein Förderzug mit Steinkohle herunter fuhr und ein leerer Wagenzug wieder hinauf. Beim Höhenunterschied von 73 Metern auf der Strecke von 550 Metern musste oben am Bremsberg die Ladung abgebremst werden, daher der Name “Bremsberg“. Diese schnurgeraden Trassen sowie frühere Abraumhalden kann man auch noch an anderen Stellen im Deister entdecken. Der Deister war einst ein riesiges Bergbaugebiet. Über 1.000 km Stollen und Strecken ziehen sich durchs Gestein dieses Höhenzuges. Sie waren früher alle miteinander verbunden. Man könnte mitten durch den Deister von Springe nach Bad Nenndorf gehen, wenn sämtliche Stollen und Strecken noch begehbar wären.

Das Besucherbergwerk des Fördervereins Feggendorfer Stolln e.V. ist eines der ehemaligen über 40 Steinkohlenbergwerke im Deister und gehört zu den wenigen in Deutschland, die den handwerklichen Bergbau nach historischem Vorbild weiterführen. Mitglieder des Fördervereins arbeiten hier ehrenamtlich, um die alten Strecken wieder herzurichten. Während einer Führung, u.a. durch die Stollengänge, erhielt die Wandergruppe interessante Einblicke in die Arbeitsbedingungen, wie sie im Deisterbergbau üblich waren. Das Feggendorfer Bergwerk befindet sich in einer Schicht aus Sand- und Tonstein mit eingelagerten Kohlenflözen, die aus der Kreidezeit vor 135 Millionen Jahren stammen. Gelegentlich finden sich im Abraum noch fossile Pflanzenreste und Muscheln aus der Zeit, als hier noch Dinosaurier lebten.

Nach der Besichtigung führte die Wanderstrecke weiter entlang der Heisterburg, einer ehemaligen Fluchtburg mit Wallanlagen aus dem 10./11. Jahrhundert, die von einer kriegerischen und unruhigen Vergangenheit im Deister zeugt. Inzwischen fiel vom Himmel kostbares Nass auf die üppige Vegetation des Deisters; allerdings zeigte sich am Aussichtspunkt Rodenberger Höhe wieder der blaue Himmel für eine großartige Fernsicht Richtung Weserbergland.
Nach einer Stärkung in der Waldgaststätte Teufelsbrücke wurde eine vom einsetzenden Regen aufgeweichte Wanderstrecke bergan bis zur Kreuzbuche von den Kneippianern gelassen gemeistert; von diesem bekannten Wanderkreuz im Deister gelangten die Wanderer auf dem leicht bergab führenden gut befestigten Schraubenweg zum Ausgangspunkt Feggendorf zurück.

Diese Wanderung mit all den Eindrücken aus der Arbeitswelt unserer Vorfahren und den Herausforderungen auf teilweise naturbelassenen Waldwegen unterwegs zu sein wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen. Die wandererprobten Kneippianer durften stolz auf die Bewältigung dieser „Abenteuerstrecke“ sein.
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